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Doppelte AfA bei Bebauung des Ehegattengrundstücks möglich

Laut gängiger Rechtsprechung können Herstellungskosten für ein betriebliches Gebäude, welches auf dem Grundstück des Ehegatten errichtet wird, ähnlich einem Gebäude auf einem eigenen Grundstück steuerlich berücksichtigt werden. Doch wie ist dieses Gebäude steuerlich zu behandeln, wenn es im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge übertragen wird? Dazu nimmt der BFH in einem aktuellen Urteil Stellung und kommt zu einem für die Steuerpflichtigen günstigen Ergebnis.

In dem vom BFH mit Urteil vom 9.3.2016 (Az. X R 46/14) ent­schie­de­nen Streit­fall errich­tete ein Unter­neh­mer mit eige­nen Mit­teln ein Betriebs­ge­bäude auf einem Grund­stück, das ihm und sei­nem Ehe­gat­ten jeweils hälf­tig gehörte. Die auf den Mit­ei­gen­tum­s­an­teil des Nicht­un­ter­neh­mer-Ehe­gat­ten ent­fal­len­den Gebäu­de­her­stel­lungs­kos­ten wur­den als imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut behan­delt und nach § 7 Abs. 1 EStG unter Annahme einer betriebs­ge­wöhn­li­chen Nut­zungs­dauer von 50 Jah­ren bereits weit­ge­hend abge­schrie­ben. Im Wege der vor­weg­ge­nom­me­nen Erb­folge wur­den sowohl das Ein­zel­un­ter­neh­men als auch das Grund­stück auf den Sohn der Ehe­gat­ten über­tra­gen.

Die Wirt­schafts­gü­ter des Ein­zel­un­ter­neh­mens, ein­sch­ließ­lich des Gebäu­de­teils des Unter­neh­mer-Ehe­gat­ten waren vom Sohn mit den Buch­wer­ten fort­zu­füh­ren (vgl. § 6 Abs. 3 EStG). Die im Eigen­tum des Nicht­un­ter­neh­mer-Ehe­gat­ten ste­hende Gebäu­de­hälfte ist - so der BFH - aus dem Pri­vat­ver­mö­gen im Wege der Ein­lage in das Betriebs­ver­mö­gen des Sohns gelangt und dort mit dem Teil­wert zu bewer­ten. Da die­ser Teil­wert AfA-Bemes­sungs­grund­lage ist, kann im Ergeb­nis die AfA dop­pelt berück­sich­tigt wer­den.

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