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Steuerberatung

Zu Gebäudekosten zur Vermeidung von Marderschäden

FG Hamburg v. 21.2.2020 - 3 K 28/19

Aufwendungen, mit denen dem möglichen Eintritt von Schäden vorgebeugt werden soll - wie etwa Kosten für Maßnahmen, mit denen das Eindringen von Mardern in Wohngebäude und ihre Einnistung verhindert werden soll - sind keine außergewöhnlichen Belastungen.

Der Sach­ver­halt:
Die Klä­ger hat­ten in einem 2002 erwor­be­nen Eigen­heim seit 2004 Mar­der­be­fall im Dach­ge­schoss, den sie mit punk­tu­el­len Maß­nah­men in den Fol­ge­jah­ren bekämpf­ten, die die Mar­der aber nicht nach­hal­tig ver­trie­ben. Im Streit­jahr 2015 nah­men die Klä­ger sch­ließ­lich eine umfang­rei­che Dach­sa­nie­rung vor, deren Kos­ten sie iHv 45.000 € als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung gel­tend mach­ten. Die Klä­ger berie­fen sich dar­auf, dass eine kon­k­rete Gesund­heits­ge­fähr­dung bestan­den habe und der Geruch unzu­mut­bar gewe­sen sei. Im Dach habe sich eine regel­rechte Mar­der­k­loake (sie­ben sog. Mar­der­toi­let­ten) befun­den.

Die Klage hatte kei­nen Erfolg. Nicht­zu­las­sungs­be­schwerde ist ein­ge­legt (BFH IV B 41/20).

Die Gründe:
Die Klä­ger haben nicht nach­ge­wie­sen, dass im Streit­jahr eine hin­rei­chend kon­k­rete Gesund­heits­ge­fähr­dung bestan­den hat. Einer Beweis­auf­nahme bedurfte es im Übri­gen nicht, weil es selbst bei unter­s­tell­ter Gesund­heits­ge­fähr­dung und unzu­mut­ba­rer Geruchs­be­läs­t­i­gung an der erfor­der­li­chen Zwangs­läu­fig­keit der Auf­wen­dun­gen fehlt. Die Dach­de­ckung hat schon ab 2004 so geän­dert wer­den kön­nen, dass Mar­der sicher hät­ten aus­ge­sch­los­sen wer­den kön­nen, wobei aller­dings eine der­ar­tige Präv­en­tiv­maß­nahme zu die­sem Zeit­punkt eben­falls nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abzugs­fähig gewe­sen wäre. Fer­ner hätte der Mar­der­be­fall durch vor­beu­gende Maß­nah­men wie eng getak­tete Kon­troll- und Ver­grä­mungs­maß­nah­men ver­hin­dert wer­den kön­nen.

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