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Ware "Papier für Kopierzwecke" und Waren "Printmedien/Druckschriften" nicht ähnlich

BGH 3.7.2014, I ZB 77/13

Die Ware "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" und die Wa­ren "Print­me­dien, nämlich Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse, ins­be­son­dere Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Bücher, Fo­to­gra­fien" sind ein­an­der nicht ähn­lich i.S.v. § 9 Abs. 1 Nr. 2 Mar­kenG. Die An­nahme, zwi­schen den in Rede ste­hen­den Wa­ren be­stehe ein funk­tio­na­ler Zu­sam­men­hang, liegt fern.

Der Sach­ver­halt:
Für die Mar­ken­in­ha­be­rin wurde im Sep­tem­ber 2009 die Wort-Bild-Marke "ZOOM" - ver­se­hen mit einem klei­nen Drei­eck rechts oben ne­ben dem M - u.a. für die Wa­ren Print­me­dien, nämlich Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse, ins­be­son­dere Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Bücher, Fo­to­gra­fien ein­ge­tra­gen. Die Ein­tra­gung wurde im Ok­to­ber 2009 veröff­ent­licht.

Ge­gen diese Ein­tra­gung er­hob die Wi­der­spre­chende aus ih­rer im März 1999 für die Wa­ren Pa­pier für Schreib-, Ko­pier- und Büro­zwe­cke ein­ge­tra­ge­nen Wort­marke "ZOOM" Wi­der­spruch. Die Mar­ken­in­ha­be­rin er­hob die Ein­rede der man­geln­den Be­nut­zung der Wi­der­spruchs­marke bis auf die Ware "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke".

Das Deut­sche Pa­tent- und Mar­ken­amt löschte die an­ge­grif­fene Marke für die ge­nann­ten Wa­ren. Auf die Be­schwerde der Mar­ken­in­ha­be­rin wies das BPatG den Wi­der­spruch zurück. Die Rechts­be­schwerde der Wi­der­spre­chen­den hatte vor dem BGH kei­nen Er­folg.

Die Gründe:
Das BPatG hat eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr i.S.v. § 9 Abs. 1 Nr. 2 Mar­kenG zwi­schen den ein­an­der ge­genüber­ste­hen­den Mar­ken ohne Rechts­feh­ler ver­neint.

Es hat ohne Rechts­feh­ler an­ge­nom­men, dass da­nach keine Ver­wechs­lungs­ge­fahr i.S.v. § 9 Abs. 1 Nr. 2 Mar­kenG zwi­schen den hier in Rede ste­hen­den Mar­ken be­steht, weil die auf Sei­ten der Wi­der­spruchs­marke zu berück­sich­ti­gende Ware "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" und die für die an­ge­grif­fene Marke ein­ge­tra­ge­nen Wa­ren "Print­me­dien, nämlich Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse, ins­be­son­dere Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Bücher, Fo­to­gra­fien" ein­an­der nicht ähn­lich sind. Die Rechts­be­schwerde macht ver­geb­lich gel­tend, für die Ähn­lich­keit der Wa­ren "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" und "Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse" spre­che der funk­tio­nale Zu­sam­men­hang die­ser Pro­dukte. Pa­pier sei zwin­gende Vor­aus­set­zung für die Er­stel­lung der von der an­ge­grif­fe­nen Marke be­an­spruch­ten Wa­ren "Print­me­dien, nämlich Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse, ins­be­son­dere Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Bücher, Fo­to­gra­fien".

Bei der Be­ur­tei­lung der Frage der Wa­renähn­lich­keit ist al­ler­dings ins­be­son­dere der Ver­wen­dungs­zweck der Wa­ren von Be­deu­tung; in die­sem Zu­sam­men­hang kann ihre Ei­gen­art als ein­an­der ergänzende Wa­ren eine maßgeb­li­che Rolle spie­len. Für den Ver­kehr liegt im All­ge­mei­nen die An­nahme nahe, dass sich ein Mar­ken­in­ha­ber auch mit der Her­stel­lung, dem Ver­trieb oder der Li­zen­zie­rung funk­tio­nell na­he­ste­hen­der Pro­dukte be­fasst, um seine vor­han­de­nen Er­fah­run­gen, Markt­kennt­nisse und Kun­den­be­zie­hun­gen wei­ter­ge­hend nut­zen zu können. Die An­nahme, zwi­schen den hier in Rede ste­hen­den Wa­ren be­stehe ein sol­cher funk­tio­na­ler Zu­sam­men­hang, liegt al­ler­dings fern.

Die Wi­der­spruchs­marke ge­nießt kei­nen Schutz für die Ware "Pa­pier" schlecht­hin; viel­mehr kann sie al­lein Schutz für die Ware "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" be­an­spru­chen. Der Ver­wen­dungs­zweck der Ware "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" ist im Un­ter­schied zum Ver­wen­dungs­zweck der Ware "Pa­pier" von vorn­her­ein be­schränkt. Das BPatG hat nicht fest­ge­stellt, dass ein Her­stel­ler von Print­me­dien für die Her­stel­lung sei­ner Druck­schrif­ten und Dru­cker­zeug­nisse und ins­be­son­dere von Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Büchern in der Re­gel Ko­pier­pa­pier ver­wen­det. Es kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass Ko­pier­pa­pier wie die Rechts­be­schwerde gel­tend macht re­gelmäßig für die Pro­duk­tion von Print­me­dien ver­wen­det wird und einen er­kenn­ba­ren und wert­bil­den­den Be­stand­teil der pro­du­zier­ten Print­me­dien bil­det.

Die Rechts­be­schwerde macht wei­ter ver­geb­lich gel­tend, die ein­an­der ge­genüber­ste­hen­den Wa­ren ergänz­ten sich auch in­so­weit, als das von der Wi­der­spruchs­marke be­an­spruchte "Pa­pier für Ko­pier­zwe­cke" dazu ein­ge­setzt wer­den könne, die von der an­ge­grif­fe­nen Marke be­an­spruch­ten "Print­me­dien, nämlich Druck­schrif­ten, Dru­cker­zeug­nisse, ins­be­son­dere Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und Bücher, Fo­to­gra­fien" ganz oder teil­weise zu ver­vielfälti­gen. Dar­aus er­gibt sich kein rechts­er­heb­li­cher Berührungs­punkt die­ser Wa­ren.

Link­hin­weis:

  • Der Voll­text der Ent­schei­dung ist auf den Web­sei­ten des BGH veröff­ent­licht.
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