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Steuerberatung

Vermieterdaten von Airbnb werden deutschen Steuerfahndern übermittelt

Finanzbehörden können auf sämtliche Vermieterdaten für die Jahre 2012 bis 2014 im Zusammenhang mit Vermittlungsumsätzen über eine Internetplattform zugreifen. Ein irisches Gericht gab einem entsprechenden Gruppenersuchen des deutschen Fiskus statt. Ein weiteres Ersuchen für die Jahre 2017 bis 2019 in Planung.

Nach einer Pres­se­mit­tei­lung der Finanz­be­hörde Ham­burg vom 2.9.2020 hat diese gemein­sam mit dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) und meh­re­ren ande­ren Bun­des­län­dern vor einem iri­schen Gericht erreicht, dass „eine Inter­net­platt­form“, die Daten von Eigen­tü­mern oder Mie­tern, die ihren Wohn­raum über die Platt­form ver­mie­tet haben, an die deut­schen Finanz­be­hör­den über­mit­teln muss. Zwar wird der Anbie­ter in der Pres­se­mit­tei­lung nicht nament­lich genannt, es ist jedoch mitt­ler­weile öff­ent­lich bekannt, dass es sich hier­bei um Airbnb han­delt.

© unsplash

Daten­sätze der Jahre 2012 bis 2014 wer­den gegen­wär­tig von der Steu­er­fahn­dung Ham­burg aus­ge­wer­tet. Soweit Ver­mie­ter außer­halb Ham­burgs betrof­fen sind, sol­len die Daten den zustän­di­gen Finanz­be­hör­den der jewei­li­gen Bun­des­län­der kurz­fris­tig zur Über­prü­fung über­ge­ben wer­den. Ziel der Aus­wer­tung ist es, bis­lang nicht bekannte Ein­nah­men auf­zu­de­cken und diese der Besteue­rung zu unter­wer­fen; neben den Nach­zah­lun­gen dro­hen den Ver­mie­tern auch steu­er­straf­recht­li­che Kon­se­qu­en­zen.

Hin­weis

Eigen­tü­mer von Woh­nun­gen müs­sen ihre Ein­nah­men aus Ver­mie­tun­gen über Airbnb oder ande­ren Inter­net-Platt­for­men ver­steu­ern, sobald sie die Summe von 520 Euro pro Jahr über­s­tei­gen und das Gesamt­ein­kom­men über dem Grund­f­rei­be­trag in Höhe von 9.408 Euro liegt - die­ser Verpf­lich­tung sind viele bis­lang nicht nach­ge­kom­men.

Nach einer Ana­lyse des ZEW-Insti­tuts erzielte Airbnb in Deut­sch­land für das Jahr 2018 allein in 20 von der Stu­die betrach­te­ten Städ­ten ein Umsatz­vo­lu­men von etwa 683 Mio. Euro. Des Wei­te­ren sol­len ca. 40 Pro­zent der Anbie­ter Umsätze von mehr 17.500 Euro im Jahr erwirt­schaf­tet haben - der Kreis mög­li­cher „Steu­er­sün­der“ ist daher sehr groß.

Hin­weis

Betrof­fene soll­ten daher umge­hend prü­fen, ob sie mög­li­cher­weise in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unvoll­stän­dige Steue­r­er­klär­un­gen ein­ge­reicht haben und sich damit mög­li­cher­weise wegen einer straf­ba­ren Steu­er­hin­ter­zie­hung zu ver­ant­wor­ten haben. In die­sem Fall sollte drin­gend recht­li­cher Rat ein­ge­holt und über eine straf­be­f­rei­ende Selb­st­an­zeige nach­ge­dacht wer­den. Sobald jedoch die Daten durch die Finanz­be­hörde aus­ge­wer­tet sind, ist eine Selb­st­an­zeige nicht mehr mög­lich, da ab die­sem Zeit­punkt der sog. Sperr­grund der Tat­ent­de­ckung greift. Es ist auch davon aus­zu­ge­hen, dass die Behör­den bei den Betrof­fe­nen umfang­rei­che Durch­su­chungs­maß­nah­men durch­füh­ren wer­den.

Die Finanz­be­hörde Ham­burg plant bereits die Ein­rei­chung eines neuen Ersu­chens für die Ver­mie­tungs­jahre 2017 bis 2019.

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