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Wirtschaftsprüfung

Verbesserung der Angaben zu Unternehmenszusammenschlüssen und zur Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten

Unternehmenszusammenschlüsse sind für die beteiligten Unternehmen oft bedeutende Transaktionen. Deshalb hat das IASB in den letzten Jahren vermehrt das Augenmerk auf die diesbezügliche Finanzberichterstattung gerichtet. Am 19.3.2020 wurde das Discussion Paper DP/2020/1 „Unternehmenszusammenschlüsse – Angaben, Goodwill und Wertminderung“ veröffentlicht.

Das Papier ist das vor­läu­fige Ergeb­nis des „Good­will and Impair­ment“-Pro­jekts, das auch Erkennt­nisse aus dem sog. Post-Imp­le­men­ta­tion Review nach der Ein­füh­rung von IFRS 3 berück­sich­tigt. Die Kom­men­tie­rungs­frist für das Dis­cus­sion Paper wurde coron­a­be­dingt bis zum 31.12.2020 ver­län­gert.

Hin­weis

Das IASB stellt den „indi­ca­tor-only-approach“ zur Dis­kus­sion: Ver­zicht auf den zwin­gend jähr­lich durch­zu­füh­r­en­den Impair­ment­test.

In dem Dis­kus­si­ons­pa­pier stellt das IASB u. a. Fol­gen­des zur Dis­kus­sion:

  • Auf die zwin­gend jähr­li­che Durch­füh­rung des Impair­ment­tests soll ver­zich­tet wer­den.
  • Nach dem „indi­ca­tor-only appro­ch“ soll die Durch­füh­rung des Impair­ment­tests nur erfol­gen, wenn Indi­ka­to­ren für die poten­ti­elle Wert­min­de­rung eines Good­wills vor­lie­gen.
  • Bei der Berech­nung des value in use kön­nen Cash Flows aus erwar­te­ten Restruk­tu­rie­run­gen und die Nut­zung von Nach-Steuer-Wer­ten bzw. -Dis­kon­tie­rungs­sät­zen ver­wen­det wer­den.
  • Anga­ben sol­len erfol­gen, um die stra­te­gi­schen Gründe des Mana­ge­ments für eine Akqui­si­tion beur­tei­len zu kön­nen.
  • Zur Nach­voll­zie­hung, ob die Ent­wick­lung mit der Akqui­si­tion die ursprüng­li­che Erwar­tung des Mana­ge­ments erfüllt, sol­len Soll-Ist-Ver­g­lei­che ange­ge­ben wer­den.

Hin­weis

Das IASB schlägt vor, den Impair­ment-only Ansatz für Geschäfts- oder Fir­men­werte bei­zu­be­hal­ten, will jedoch Ver­ein­fa­chun­gen im Hin­blick auf den Wert­mini­de­rungs­test ein­füh­ren.

Dar­über hin­aus wird erör­t­ert, ob neue Argu­mente oder neue Erkennt­nisse hin­sicht­lich der best­mög­li­chen Fol­ge­be­wer­tung des Good­wills beste­hen. Daher wer­den auch die Vor- und Nach­teile bezüg­lich einer Rück­kehr zur plan­mä­ß­i­gen Absch­rei­bung (Amor­ti­sa­tion) des Good­wills dar­ge­s­tellt.

Mit den Aus­füh­run­gen zum Good­will geht das Dis­cus­sion Paper auf Kri­tik am aktu­ell in den IFRS fest­ge­leg­ten „Impair­ment only“-Ansatz ein, der keine plan­mä­ß­ige Absch­rei­bung des Good­wills vor­sieht. Das IASB kam in der Vor­be­rei­tung des Dis­cus­sion Papers mit knap­per Mehr­heit zu dem Schluss, dass die Wie­de­r­ein­füh­rung von plan­mä­ß­i­gen Absch­rei­bun­gen auf den Good­will nicht umge­setzt wer­den soll. Aus Sicht der Befür­wor­ter des „Impair­ment only“-Ansat­zes würde die Ent­schei­dungs­nütz­lich­keit des IFRS-Abschlus­ses durch einen Sys­tem­wech­sel nicht erhöht, weil die Nut­zungs­dauer des Good­wills will­kür­lich fest­ge­legt wer­den muss.

Hin­weis

Insb. durch die Corona-Pan­de­mie kann die Wert­hal­tig­keit des Good­will gefähr­det sein. Mit dem Good­will Check bie­tet Ebner Stolz IFRS-Bilan­zie­rern eine Mög­lich­keit, Risi­ken früh­zei­tig zu erken­nen und stellt spe­zi­fi­sche Hand­lungs­emp­feh­lun­gen bereit. Mehr Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter https://www.ebner­stolz.de/de/covid-19-good­will-336891.html.

Dar­über hin­aus wird die Wirk­sam­keit des Good­will-Wert­hal­tig­keits­tests dis­ku­tiert. Die­ser wird mit­un­ter dafür kri­ti­siert, dass er not­wen­dige Absch­rei­bun­gen auf den Good­will zu spät erfasst. Das Board kommt hier zu dem Schluss, dass ein effek­ti­ve­rer Ansatz für den Wert­hal­tig­keits­test ohne wesent­li­che Zusatz­kos­ten der­zeit nicht ver­füg­bar ist. Daher sol­len die beste­hen­den Rege­lun­gen bei­be­hal­ten wer­den.

Das Dis­cus­sion Paper beschäf­tigt sich auch mit der Frage, ob es mög­lich ist, den beste­hen­den Wert­hal­tig­keits­test zu ver­ein­fa­chen, ohne gleich­zei­tig die Infor­ma­ti­ons­lage für die Abschlussadres­sa­ten zu ver­sch­lech­tern. Die nun mit knap­per Mehr­heit vor­ge­schla­gene Lösung sieht vor, den Wert­hal­tig­keits­test für den Good­will sowie für imma­te­ri­elle Ver­mö­gens­werte mit unbe­stimm­ter Nut­zungs­dauer nicht mehr zwin­gend jähr­lich durch­zu­füh­ren, son­dern nur noch bei Vor­lie­gen von Anhalts­punk­ten für eine Wert­min­de­rung. Zudem sol­len zukünf­tig für die Bestim­mung des Nut­zungs­werts (value in use) Zah­lungs­flüsse aus Restruk­tu­rie­run­gen sowie Nach-Steuer-Cash­f­lows und Abzin­s­ungs­sätze ver­wen­det wer­den dür­fen. Dies war bis­her unter­sagt.

Das IASB schlägt auch vor, dass die Abschlus­ser­s­tel­ler zusätz­li­che Anga­ben zu den stra­te­gi­schen Grün­den für einen Unter­neh­mens­zu­sam­men­schluss machen sol­len, die vor allem die Motive für den Zusam­men­schluss und die Mes­sung der Zie­l­er­rei­chung in einem Soll-Ist-Ver­g­leich umfas­sen. Dadurch sol­len die Abschlussadres­sa­ten bes­ser beur­tei­len kön­nen, ob ein Zusam­men­schluss erfolg­reich und der Kauf­preis gerecht­fer­tigt war.

Sch­ließ­lich geht das IASB in dem Papier noch dar­auf ein, ob es not­wen­dig ist, bei Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüs­sen alle imma­te­ri­el­len Ver­mö­gens­werte vom Good­will zu tren­nen oder ob hier­auf ver­zich­tet wer­den kann. Es kommt zu dem Schluss, dass die bis­he­rige Rege­lung, die eine sol­che Tren­nung vor­sieht, nicht ver­än­dert wer­den soll.

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