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Überblick Marktkommunikation 2020 (MaKo 2020)

Bereits am 2.9.2016 trat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Kraft. Kernbestandteil ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das den flächendeckenden Rollout von intelligenten Messsystemen (iMSys) vorsieht.

Nach der Grund­kon­zep­tion ist ange­st­rebt, dass künf­tig alle beim Kun­den mit Hilfe von iMSys erho­be­nen Mess­werte aus­sch­ließ­lich dort dezen­tral gespei­chert, auf­be­rei­tet und im Anschluss an alle berech­tig­ten Mark­t­akteure ver­teilt wer­den. Die Vor­stel­lung des Gesetz­ge­bers sah ursprüng­lich vor, mit dem Smart-Meter-Rol­lout zum 1.1.2017 zu begin­nen, sofern die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen sind. Dies betraf ins­be­son­dere die Ver­füg­bar­keit von zer­ti­fi­zier­ten iMSys der 2. Gene­ra­tion (G2-Geräte).

Durch das MsbG ändert sich die Pro­zess­land­schaft in der Ener­gie­wirt­schaft, ins­be­son­dere in der Sparte Strom, grund­le­gend. Der Netz­be­t­rei­ber wird - bei End­ver­brau­chern, die an ein iMSys ange­bun­den sind - künf­tig nicht mehr als „Daten­dreh­schei­be“ fun­gie­ren. Statt­des­sen wird eine „stern­för­mi­ge“ Kom­mu­ni­ka­tion ein­ge­führt, bei der Mess­werte direkt vom iMSys an die berech­tig­ten Markt­teil­neh­mer ver­sen­det wer­den. Dies soll sicher­s­tel­len, dass jeder Markt­teil­neh­mer die Infor­ma­tio­nen erhält, die er tat­säch­lich benö­t­igt.

Die zukünf­tig geplante stern­för­mige Mess­wert­ver­ar­bei­tung setzt vor­aus, dass die ein­ge­setz­ten iMSys tech­nisch in der Lage sind, Mess­werte dezen­tral auf­zu­be­rei­ten und zu ver­tei­len. Die so genann­ten iMSys der 1. Gene­ra­tion (G1-Geräte) beherr­schen das nicht.

Die Bun­des­netza­gen­tur (BNetzA) hat hier­auf mit Beschlüs­sen vom 20.12.2016 rea­giert (Az. BK6-16-200 für die Sparte Strom bzw. Az. BK7-16-142 für die Sparte Gas) und ein sog. Inte­rims­mo­dell für die Markt­kom­mu­ni­ka­tion fest­ge­legt. Danach darf die Mess­wer­t­er­he­bung und - ver­tei­lung zunächst wei­ter­hin über die Mark­trolle Netz­be­t­rei­ber erfol­gen. Die BNetzA machte von der in § 60 Abs. 2 Satz 2 MsbG ein­ge­räum­ten Mög­lich­keit Gebrauch, bei Strom für eine Über­gangs­zeit bis zum 31.12.2019 und bei Gas dau­er­haft eine Aus­nahme von der Mess­wert­ver­tei­lung aus iMSys vor­zu­se­hen und andere Markt­teil­neh­mer als den Mess­s­tel­len­be­t­rei­ber (MSB) mit der Wahr­neh­mung die­ser Auf­gabe zu betrauen.

Für einen Zei­traum 1.10.2017 bis 30.11.2019 wurde ein Inte­rims­mo­dell ein­ge­führt, das ab dem 1.1.2020 durch das Ziel­mo­dell hätte abge­löst wer­den sol­len. Dadurch soll­ten die iMSys in die IT-Land­schaft ein­ge­bun­den wer­den, ohne die beste­hen­den Markt­pro­zesse zu stark anpas­sen zu müs­sen. Zwi­schen­zeit­lich hat sich her­aus­ge­s­tellt, dass die für das Ziel­mo­dell erfor­der­li­chen G2-Geräte zum 1.1.2020 noch nicht am Markt ver­füg­bar sein wer­den und der Zeit­plan zur MsbG-Umset­zung nicht ein­ge­hal­ten wer­den kann. Die BNetzA hat mit Fest­le­gung BK6-18-032 vom 20.12.2018 (MaKo 2020) auf die­sen Umstand rea­giert. Darin ist die rechts­kon­forme Aus­ge­stal­tung der Markt­kom­mu­ni­ka­tion nach Ablauf der o.g. Frist des § 60 Abs. 2 Satz 2 MsbG gere­gelt. Im Kern geht es um fol­gen­des:

  • Die Auf­gabe der Mess­wer­t­er­he­bung, -auf­be­rei­tung und -ver­tei­lung ist künf­tig durch den MSB umfas­send wahr­zu­neh­men. Dies gilt umfas­send für jeg­li­che Mes­s­tech­nik im Strom­markt.
  • Mess­werte wer­den durch den MSB wie gesetz­lich ange­ord­net stern­för­mig ver­teilt. Gem. § 60 Abs. 2 MsbG soll bei Mes­s­tel­len mit iMSys die Auf­be­rei­tung der Mess­werte (u.a. Berech­nung der Werte einer Markt­lo­ka­tion (MaLo) aus meh­re­ren Mess­lo­ka­tio­nen (MeLos) und Berück­sich­ti­gung von Trafo-/Lei­tungs­ver­lus­ten), ins­be­son­dere die Plau­si­bi­li­sie­rung und die Ersatz­wert­bil­dung im Smart-Meter-Gate­way (SMGW) und die Daten­über­mitt­lung über das SMGW direkt an die berech­tig­ten Stel­len erfol­gen. Da der­zeit die dezen­trale Mess­wer­t­auf­be­rei­tung im SMGW noch nicht mög­lich ist (bei den G1-Gerä­ten), erfolgt dies bis zur Ver­füg­bar­keit von G2-Gerä­ten aus­sch­ließ­lich und unab­hän­gig vom Mess­sys­tem zunächst über das Backend des MSB.
  • Die Agg­re­ga­tion von Ein­zel­wer­ten zu Bilanz­k­reis­sum­men für die Bilanz­k­reis­ab­rech­nung erfolgt für alle mit iMSys aus­ge­stat­te­ten Kun­den künf­tig beim Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­ber (ÜNB).

Hin­weis

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen hierzu fin­den Sie in einer in Kürze erschei­nen­den Pub­li­ka­tion zum Thema Markt­kom­mu­ni­ka­tion 2020, die Sie gerne unter Novu­s­E­n­er­gie@eb­ner­stolz.de bei uns anfor­dern kön­nen.

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