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Steuerberatung

Bescheide ergehen hinsichtlich Rentenbesteuerung vorläufig

We­gen Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­kon­for­mität der Ren­ten­be­steue­rung wer­den Ein­kom­men­steu­er­be­scheide durch die Fi­nanzämter in­so­weit mit einem Vorläufig­keits­ver­merk ver­se­hen.

Der BFH be­ur­teilte zwar den in 2005 voll­zo­ge­nen Sys­tem­wech­sel zur nach­ge­la­ger­ten Be­steue­rung von Al­ters­bezügen und die dazu vor­ge­se­hene Überg­angs­re­ge­lung im Grund­satz als ver­fas­sungs­kon­form, machte zu­gleich aber deut­lich, dass für spätere Rent­ner­jahrgänge eine Dop­pel­be­steue­rung vor­lie­gen könnte.

Kon­kret hat der BFH mit Ur­teil vom 19.05.2021 (Az. X R 33/19) die Klage ei­nes Steu­er­be­ra­ters ab­ge­wie­sen, der seit 2007 eine Al­ters­rente aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­zieht und eine ver­fas­sungs­wid­rige dop­pelte Be­steue­rung gel­tend machte. Auch in einem wei­te­ren Ur­teil vom 19.05.2021 (Az. X R 20/19) geht der BFH auf eine et­waige Dop­pel­be­steue­rung ein und lehnt diese aber im Streit­fall ab.

Al­ler­dings geht der BFH in sei­nen Ent­schei­dun­gen da­von aus, dass un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­ner er­for­der­li­chen Ver­gleichs- und Pro­gno­se­rech­nung spätere Rent­ner­jahrgänge in­folge des sin­ken­den Ren­ten­frei­be­trags von ei­ner dop­pel­ten Be­steue­rung ih­rer Ren­ten be­trof­fen sein dürf­ten.

Mit Schrei­ben vom 30.08.2021 weist das BMF die Fi­nanz­ver­wal­tung u. a. an, so­weit ver­fah­rens­recht­lich möglich, Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zun­gen für Ver­an­la­gungs­zeiträume ab 2005 hin­sicht­lich der Be­steue­rung von Ren­ten­zah­lun­gen nur noch vorläufig vor­zu­neh­men. Da zur Fest­stel­lung ei­ner et­wai­gen Zu­viel­be­las­tung von Al­ter­seinkünf­ten wei­tere In­for­ma­tio­nen durch den Steu­er­pflich­ti­gen er­for­der­lich sind, wird die Fi­nanz­ver­wal­tung einen ent­spre­chen­den zusätz­li­chen Hin­weis in den Steu­er­be­scheid auf­neh­men.

Hin­weis: Die Kläger in den bei­den Ver­fah­ren vor dem BFH ha­ben zwi­schen­zeit­lich Ver­fas­sungs­be­schwerde beim BVerfG ein­ge­legt (Az. 2 BvR 1143/21 und 2 BvR 1140/21).

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