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Steuerberatung

Referentenentwurf eines Jahressteuergesetzes 2020

Am 17.7.2020 legte das BMF den Re­fe­ren­ten­ent­wurf ei­nes Jah­res­steu­er­ge­set­zes 2020 vor, mit dem er­for­der­li­che An­pas­sun­gen an die EU-recht­li­chen Vor­ga­ben so­wie an die Recht­spre­chung des EuGH und des BFH in den Steu­er­ge­set­zen um­ge­setzt wer­den sol­len.

Im Re­fe­ren­ten­ent­wurf fin­den sich u. a. fol­gende Maßnah­men:

  • Die Vor­aus­set­zun­gen zur Nut­zung des In­ves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trags, die in nach dem 31.12.2019 en­den­den Wirt­schafts­jah­ren in An­spruch ge­nom­men wer­den, sol­len ge­lo­ckert wer­den. Zu­dem soll die­ser bis zu 50 %, statt bis­lang bis zu 40 %, der vor­aus­sicht­li­chen An­schaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten der ge­plan­ten In­ves­ti­tion be­tra­gen können (§ 7g EStG-E).
  • Als Re­ak­tion auf die weite Aus­le­gung des Rechts­be­griffs der zusätz­lich zum oh­ne­hin ge­schul­de­ten Ar­beits­lohn er­brach­ten Leis­tun­gen des BFH soll ge­setz­lich fest­ge­schrie­ben werde, dass hier­un­ter nur echte Zu­satz­leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers fal­len (§ 8 Abs. 4 EStG-E). Bei Ab­schluss des Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­rens noch in 2020 käme eine An­wen­dung ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2020 in Be­tracht.
  • Als Ka­pi­tal­erträge aus sons­ti­gen Ka­pi­tal­for­de­run­gen je­der Art sol­len ex­pli­zit auch ab dem 1.1.2021 zu­fließende Sach­leis­tun­gen gel­ten, die von einem un­ge­wis­sen Er­eig­nis abhängen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG-E).
  • Die Ab­gel­tung­steuer soll dann nicht zur An­wen­dung kom­men, so­weit bei nach dem 31.12.2020 er­ziel­ten Ka­pi­tal­erträgen ent­spre­chende Auf­wen­dun­gen beim Schuld­ner Be­triebs­aus­ga­ben oder Wer­bung­kos­ten im Zu­sam­men­hang mit nicht der Ab­gel­tung­steuer un­ter­lie­gen­den Einkünf­ten dar­stel­len (§ 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b EStG-E).
  • In Um­set­zung des sog. MwSt-Di­gi­tal­pa­kets sol­len zahl­rei­che Ände­run­gen im Um­satz­steu­er­recht vor­ge­nom­men wer­den. U. a. ist vor­ge­se­hen, das bis­he­rige be­son­dere Be­steue­rungs­ver­fah­ren für nicht im Ge­mein­schafts­ge­biet ansässige Un­ter­neh­mer, die sons­tige Leis­tun­gen an Nicht­un­ter­neh­mer er­brin­gen (sog. Mini-One-Stop-Shop), aus­zu­deh­nen. Er­fasst wer­den sol­len nun in einem sog. One-Stop-Shop auch über eine elek­tro­ni­sche Schnitt­stelle er­folgte Lie­fe­run­gen in­ner­halb ei­nes Mit­glied­staa­tes, in­ner­ge­mein­schaft­li­che Fern­verkäufe und alle am Ort des Ver­brauchs aus­geführte Dienst­leis­tun­gen an Nicht­un­ter­neh­mer im EU-Ge­biet (§§ 18i, 18j UStG-E). Diese Re­ge­lun­gen sol­len laut dem Re­fe­ren­ten­ent­wurf be­reits zum 1.10.2020 in Kraft tre­ten.
  • Zu­dem soll für Fern­verkäufe von Ge­genständen von aus dem Dritt­lands­ge­biet ein­geführ­ten Ge­genständen in Sen­dun­gen mit einem Sach­wert von bis zu höchs­tens 150 Euro ein neuer Im­port-One-Stop-Shop ein­geführt wer­den (§ 18k UStG-E). Auch diese Re­ge­lung soll grundsätz­lich be­reits zum 1.10.2020 in Kraft tre­ten.
  • Un­ter­neh­mer, die mit­tels ei­ner elek­tro­ni­schen Schnitt­stelle Fern­verkäufe von aus dem Dritt­lands­ge­biet ein­geführ­ten Ge­genständen in das EU-Ge­biet in Sen­dun­gen mit einem Sach­wert von höchs­tens 150 Euro un­terstützen, sol­len so be­han­delt wer­den, als ob sie den Ge­gen­stand für ihr Un­ter­neh­men er­hal­ten und an den End­kun­den ge­lie­fert hätten (§ 3 Abs. 3a UStG-E). Es wird so­mit ein Rei­hen­ge­schäft fin­giert und der mit­tels elek­tro­ni­scher Schnitt­stelle agie­rende Un­ter­neh­mer zum Steu­er­schuld­ner. In die­sem Zu­sam­men­hang wird der Ort der Lie­fe­rung beim Fern­ver­kauf in § 3c UStG-E neu ge­re­gelt und ori­en­tiert sich grundsätz­lich am Be­stim­mungs­land­prin­zip. Die Re­ge­lun­gen sol­len ab 1.1.2021 an­zu­wen­den sein. Je­doch be­steht auf EU-Ebene be­reits Ei­nig­keit, diese und wei­tere Re­ge­lun­gen des MwSt-Di­gi­tal­pa­kets erst ab 1.7.2021 an­zu­wen­den.
  • Die Um­kehr der Steu­er­schuld­ner­schaft soll auf sons­tige Leis­tun­gen im Be­reich der Te­le­kom­mu­ni­ka­tion an Un­ter­neh­mer aus­ge­wei­tet wer­den (§ 13b Abs. 2 Nr. 12 UStG-E). Auch diese Re­ge­lung soll ab 1.1.2021 an­zu­wen­den sein, wo­bei auf EU-Ebene eine Ver­schie­bung der Erst­an­wen­dung ab 1.7.2021 be­schlos­sen wurde.
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