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Keine Umsatzsteuerfreiheit für Konkurrenzunternehmen der Deutschen Post AG

FG Köln 11.3.2014, 2 K 2529/11 u.a.

Das FG Köln hat die Kla­gen von vier Kon­kur­renz­un­ter­neh­men der Deut­schen Post AG auf Gleich­be­hand­lung bei der Um­satz­steu­er­be­frei­ung ab­ge­wie­sen. Die Un­ter­neh­men üben keine Post-Uni­ver­sal­dienst­leis­tun­gen aus und können da­her die Um­satz­steu­er­be­frei­ung des § 4 Nr. 11b UStG nicht in An­spruch neh­men.

Der Sach­ver­halt:

+++ 2 K 2529/11 +++
In die­sem Ver­fah­ren klagte ein Un­ter­neh­men, das sich zwar ge­genüber dem zuständi­gen Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern in Bonn (BZSt) ver­pflich­tete, bun­des­weit Post­dienst­leis­tun­gen je­der Art an­zu­bie­ten, wie sie auch die Deut­sche Post AG er­bringt. Al­ler­dings bie­tet es den Brief- und Pa­ket­ver­sand le­dig­lich diens­tags bis sams­tags an. Einen Teil­be­reich der Post­beförde­rung führt es selbst aus, für einen wei­te­ren Teil ko­ope­riert es mit an­de­ren Post­un­ter­neh­men. Für den rest­li­chen Be­reich (ca. 20 Pro­zent) be­dient es sich der Deut­schen Post AG.

+++ 2 K 1707/11, 2 K 1708/11 und 2 K 1711/11 +++
In die­sen drei Ver­fah­ren ver­pflich­te­ten die Kläge­rin­nen sich je­weils, im ge­sam­ten Ge­biet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land förm­li­che Post­zu­stel­lungs­aufträge zu er­brin­gen.

Das FG wies die Klage in al­len vier Ver­fah­ren ab. Die Re­vi­sion zum BFH wurde in al­len Fällen ins­be­son­dere we­gen grund­le­gen­der Be­deu­tung der Rechts­sa­che zu­ge­las­sen.

Die Gründe:

+++ 2 K 2529/11 +++
Die Er­tei­lung der be­gehr­ten Be­schei­ni­gung ist zu ver­sa­gen, da die Kläge­rin keine Post­uni­ver­sal­dienst­leis­tun­gen er­bringt.

Es ist ent­schei­dend dar­auf ab­zu­stel­len, dass die Kläge­rin eine flächen­de­ckende Post­dienst­leis­tung nur durch In­an­spruch­nahme der In­fra­struk­tur der Deut­schen Post AG rea­li­sie­ren kann. Un­wirt­schaft­li­che Kos­ten­struk­tu­ren im Zu­sam­men­hang mit der flächen­de­cken­den Ver­sor­gung ent­le­ge­ner Ge­biete blei­ben ihr da­mit er­spart. Dies ist je­doch mit der In­ten­tion der Steu­er­be­frei­ung nicht ver­ein­bar. Darüber hin­aus er­bringt die Kläge­rin auch in­so­weit keine Post­uni­ver­sal­dienst­leis­tung, als sie le­dig­lich an fünf Werk­ta­gen Zu­stel­lun­gen vor­nimmt.

+++ 2 K 1707/11, 2 K 1708/11 und 2 K 1711/11 +++
Auch in die­sen Ver­fah­ren kam die Um­satz­steu­er­be­frei­ung des § 4 Nr. 11b UStG nicht in Be­tracht.

Die förm­li­che Post­zu­stel­lung dient nicht der sog. Da­seins­vor­sorge. Diese Dienst­leis­tung ist nämlich nur für Behörden und Ge­richte zugäng­lich. Für die Ver­brau­cher zeigt sich ein Nut­zen le­dig­lich mit­tel­bar in Form ei­ner ef­fek­tiv funk­tio­nie­ren­den Rechts­pflege.

Link­hin­weis:

  • Die Voll­texte der Ent­schei­dung sind in der Recht­spre­chungs­da­ten­bank NRW veröff­ent­licht.
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