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Kein Besteuerungsrecht für Arbeitslöhne der Piloten irischer Fluggesellschaften

Schleswig-Holsteinisches FG 1.7.2013, 3 K 18/13

Ar­beitslöhne von Pi­lo­ten iri­scher Flug­ge­sell­schaf­ten sind grundsätz­lich steu­er­frei. Auf Grund­lage des DBA-Ir­land ist der von der Flug­ge­sell­schaft be­zo­gene Ar­beits­lohn von der Be­mes­sungs­grund­lage für die Ein­kom­men­steuer aus­zu­neh­men, weil es sich da­bei um Einkünfte aus Quel­len in­ner­halb Ir­lands ge­han­delt hat.

Der Sach­ver­halt:
Der Kläger verfügte in den Streit­jah­ren 2007 bis 2010 über einen Wohn­sitz im In­land. Er er­zielte als Pi­lot bei ei­ner Flug­ge­sell­schaft mit Sitz in Ir­land Einkünfte aus nicht­selbständi­ger Ar­beit, seine Ar­beit­ge­be­rin führte die ein­be­hal­te­nen Steu­ern an die iri­schen Fi­nanz­behörden ab.

Die Steu­ern wur­den dem Kläger auf sei­nen An­trag hin in vol­ler Höhe er­stat­tet. Das Fi­nanz­amt un­ter­warf den Brut­to­ar­beits­lohn der deut­schen Be­steue­rung. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers seien die Einkünfte we­gen § 50d Abs. 9 S. 1 Nr. 2 EStG 2002 EStG i.d.F. des JStG 2007 (EStG 2002/2007) nicht gem. dem DBA Ir­land von der Be­mes­sungs­grund­lage für die Steuer in Deutsch­land aus­zu­neh­men.

Das FG gab der hier­ge­gen ge­rich­te­ten Klage statt. Die Re­vi­sion wurde we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Rechts­sa­che zu­ge­las­sen und ist beim BFH un­ter dem Az. I R 86/13 anhängig.

Die Gründe:
Der Kläger ist zwar mit sei­nem Welt­ein­kom­men in Deutsch­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig, weil er in den Streit­jah­ren hier sei­nen Wohn­sitz hatte. Die­ser Pflicht ist auch der Ar­beits­lohn (§ 19 EStG) un­ter­wor­fen, den er als Flug­zeugführer für die iri­sche Flug­ge­sell­schaft in den Streit­jah­ren ver­ein­nahmt hat. Auf der Grund­lage des DBA-Ir­land ist der von der Flug­ge­sell­schaft be­zo­gene Ar­beits­lohn je­doch von der Be­mes­sungs­grund­lage für die Ein­kom­men­steuer aus­zu­neh­men, weil es sich da­bei um Einkünfte aus Quel­len in­ner­halb Ir­lands ge­han­delt hat.

Dies gilt, ob­wohl der Tat­be­stand des § 50d Abs. 9 S. 1 Nr. 2 EStG 2002/2007 grundsätz­lich erfüllt ist, dem­zu­folge eine Frei­stel­lung der Einkünfte un­ge­ach­tet des DBA nicht er­folgt, wenn die Einkünfte in dem an­de­ren Staat nur des­halb nicht steu­er­pflich­tig sind, weil sie von ei­ner Per­son be­zo­gen wur­den, die in die­sem Staat nicht auf­grund ih­res Wohn­sit­zes oder ei­nes ähn­li­chen Merk­mals un­be­schränkt steu­er­pflich­tig ist. Denn die Vor­schrift wird vor­lie­gend durch den in­so­weit vor­ran­gi­gen § 50d Abs. 8 EStG 2002 i.d.F. des Steuerände­rungs­ge­set­zes 2003 vom 15.12.2003 verdrängt. Dies er­gibt sich aus dem BFH-Ur­teil vom 11.1.2012, I R 27/11 auf das ausdrück­lich Be­zug ge­nom­men wurde. Der dort ge­ge­bene Sach­ver­halt ist dem hier vor­lie­gen­den ver­gleich­bar.

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