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Steuerberatung

Implementierungskosten einer zertifizierten TSE

Seit 1.1.2020 müssen Unternehmen ihre elektronischen Aufzeichnungssysteme prinzipiell mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) schützen. Das BMF äußert sich zur steuerlichen Behandlung der Kosten für die Implementierung einer TSE und einer einheitlichen digitalen Schnittstelle.

Die TSE stellt laut BMF-Sch­rei­ben vom 21.8.2020 ein selb­stän­di­ges Wirt­schafts­gut dar, das aber nicht selb­stän­dig nutz­bar ist. Die Anschaf­fungs­kos­ten der TSE sind daher zu akti­vie­ren und über eine Nut­zungs­dauer von drei Jah­ren abzu­sch­rei­ben. Ein Sofort­ab­zug nach § 6 Abs. 2 EStG oder die Bil­dung eines Sam­mel­pos­tens nach § 6 Abs. 2a EStG schei­den man­gels selb­stän­di­ger Nutz­bar­keit grund­sätz­lich aus. Beim fes­ten Ein­bau der TSE han­delt es sich um nach­träg­li­che Anschaf­fungs­kos­ten des Wirt­schafts­guts, in das die TSE ein­ge­baut wurde. Lau­fende Ent­gelte für Cloud-Lösun­gen sind als Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar.

Bei den Auf­wen­dun­gen für die ein­heit­li­che digi­tale Schnitt­s­telle han­delt es sich laut BMF um Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten des Wirt­schafts­guts „TSE“.

Das BMF bean­stan­det es aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den aber nicht, wenn die Kos­ten der nach­träg­li­chen Aus­rüs­tung beste­hen­der Kas­sen mit einer TSE sowie die Kos­ten der Imp­le­men­tie­rung einer ein­heit­li­chen digi­ta­len Schnitt­s­telle eines beste­hen­den Auf­zeich­nungs­sys­tems sofort in vol­ler Höhe als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den.

Hin­weis

Mit Aus­nahme von Bre­men haben zwi­schen­zeit­lich alle Bun­des­län­der ver­lau­ten las­sen, dass sie es unter Umstän­den nicht bean­stan­den, wenn elek­tro­ni­sche Auf­zeich­nungs­sys­teme bis 31.3.2021 noch nicht über eine TSE ver­fü­gen (s. dazu auch Web­site-Bei­trag). Das BMF macht aller­dings mit Sch­rei­ben vom 18.8.2020 deut­lich, dass es grund­sätz­lich bei sei­ner bis­he­ri­gen, am 30.9.2020 enden­den Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung bleibt. Abwei­chende Rege­lun­gen der Bun­des­län­der benö­t­i­gen nach Auf­fas­sung des BMF eine Abstim­mung mit dem BMF. Einige Bun­des­län­der äußer­ten sich hierzu bereits kri­tisch.

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