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IDW zur bilanziellen Behandlung der EEG-Umlage im handelsrechtlichen Jahresabschluss

Die fi­nan­zi­elle EEG-Um­lage wird im han­dels­recht­li­chen Jah­res­ab­schluss von Strom­lie­fe­ran­ten (En­er­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, EVU) auch be­reits vor dem Bi­lanz­richt­li­nie-Um­set­zungs­ge­setz (Bil­RuG) re­gelmäßig als Be­stand­teil der Um­sat­zerlöse gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 1 HGB be­han­delt und de­ren Abführung an den je­weils zuständi­gen Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber un­ter dem Ma­te­ri­al­auf­wand er­fasst.

Auf­grund der Höhe der EEG-Um­lage im Ver­gleich zum Strom­preis i.e.S. wird in der Pra­xis diese bi­lan­zi­elle Be­hand­lung teil­weise als Aufblähung der Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung emp­fun­den und die Aus­sa­ge­kraft des Jah­res­ab­schlus­ses in Frage ge­stellt.

Der En­er­gie­fach­aus­schuss (EFA) des IDW hat in sei­ner drit­ten Sit­zung vom 30.10.2018 die bi­lan­zi­elle Be­hand­lung der fi­nan­zi­el­len EEG-Um­lage nach dem ge­genwärti­gen bun­des­wei­ten Aus­gleichs­me­cha­nis­mus im han­dels­recht­li­chen Jah­res­ab­schluss be­han­delt.

Der bun­des­weite Aus­gleichs­me­cha­nis­mus nach dem Er­neu­er­bare-En­er­gien-Ge­setz (ab 1.1.2017 kurz: EEG 2017) re­gelt, dass den Be­trei­bern von An­la­gen, die Strom aus er­neu­er­ba­ren En­er­gien er­zeu­gen, Zah­lungs­an­sprüche auf Marktprämien, Ein­spei­se­vergütun­gen, Mie­ter­strom­zu­schlägen so­wie Zah­lungs­an­sprüchen für Fle­xi­bi­lität ein­geräumt wer­den. Die Aus­zah­lung der Zah­lungs­an­sprüche er­folgt im Wege des so ge­nann­ten ver­ti­ka­len Be­las­tungs­aus­gleichs, je­weils durch den zuständi­gen Netz­be­trei­ber (i.d.R. Ver­teil­netz­be­trei­ber), dem seine fi­nan­zi­el­len Be­las­tun­gen vom vor­ge­la­ger­ten re­gel­zo­nen­ver­ant­wort­li­chen Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber er­stat­tet wer­den. Zum sog. ho­ri­zon­ta­len Be­las­tungs­aus­gleich wer­den die re­gel­zo­nen­spe­zi­fi­schen Kos­ten der vier Re­gel­zo­nen für die ent­spre­chen­den Um­la­ge­sys­teme er­mit­telt und die deutsch­land­wei­ten Ge­samt­kos­ten nach einem zu er­mit­teln­den Schlüssel zwi­schen den Über­tra­gungs­netz­be­trei­bern auf­ge­teilt. Nach § 60 Abs. 1 Satz 1 EEG 2017 sind die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber be­rech­tigt und ver­pflich­tet, von En­er­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, die Strom an Letzt­ver­brau­cher lie­fern, die fi­nan­zi­elle EEG-Um­lage zu ver­lan­gen.

Der EFA bestätigte im Er­geb­nis die herr­schende Bi­lan­zie­rungs­pra­xis des ge­trenn­ten Aus­wei­ses der fi­nan­zi­el­len EEG-Um­lage als Be­stand­teil der Um­sat­zerlöse so­wie der Auf­wen­dun­gen aus der Abführung an die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber als Ma­te­ri­al­auf­wand. In sei­ner Begründung führt der EFA aus, dass die fi­nan­zi­elle EEG-Um­lage bei den En­er­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men zwar bei ih­rer Preis­bil­dung Berück­sich­ti­gung fin­det, die En­er­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men je­doch nicht ver­pflich­tet sind, diese an die Kun­den bzw. Letzt­ver­brau­cher wei­ter­zu­rei­chen.

Im Er­geb­nis sind En­er­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men selbst Schuld­ner der fi­nan­zi­el­len EEG-Um­lage und führen diese nicht für den Letzt­ver­brau­cher ab. Es han­delt sich in­so­fern nicht um einen durch­lau­fen­den Pos­ten im Jah­res­ab­schluss. Da­her ist es nach Auf­fas­sung des EFA fol­ge­rich­tig, dass die als Teil des Prei­ses ab­ge­rech­nete fi­nan­zi­elle EEG-Um­lage im han­dels­recht­li­chen Jah­res­ab­schluss als Um­sat­zerlös und die Abführung der EEG-Um­lage an den je­weils zuständi­gen Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber un­ter dem Ma­te­ri­al­auf­wand aus­ge­wie­sen wird.

Hinweis

Ver­gleich­bare Über­le­gun­gen gel­ten für die Um­la­gen, wie z.B. die KWKG-Um­lage, die Strom-NEV-Um­lage, die Offs­hore-Haf­tungs­um­lage (bis 2018) die Offs­hore-Net­zum­lage (ab 2019), die die Netz­be­trei­ber bei der Be­rech­nung der Net­zent­gelte als Auf­schlag in An­satz brin­gen dürfen (vgl. § 26 Abs. 1 so­wie § 28 Abs. 3 KWKG).

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