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Grunderwerbsteuer bei Gesellschafterwechsel der Personengesellschaft

Gehen mindestens 95 % der Anteile am Gesellschaftsvermögen einer grundstückshaltenden Personengesellschaft auf neue Gesellschafter innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren über, löst dies Grunderwerbsteuer aus. Die Finanzverwaltung geht detailliert auf diese Regelung ein.

Die obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der haben ihre gleich lau­ten­den Erlasse zum Erwerbs­vor­gang nach § 1 Abs. 2a GrEstG grund­le­gend über­ar­bei­tet (Erlasse vom 12.11.2018). Die Aus­füh­run­gen sind in allen offe­nen Fäl­len anzu­wen­den und erset­zen die gleich lau­ten­den Erlasse vom 18.2.2014.

Neu auf­ge­nom­men wur­den insb. umfang­rei­che Aus­füh­run­gen zu dem nach § 1 Abs. 2a GrEStG rele­van­ten Gesell­schaf­ter­wech­sel. Ein mit­tel­ba­rer Gesell­schaf­ter­wech­sel des Gesell­schaf­ter­be­stands einer grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaft liegt dem­nach u. a. vor, wenn sich dies aus schuld­recht­li­chen Bin­dun­gen der an der Per­so­nen­ge­sell­schaft unmit­tel­bar betei­lig­ten Gesell­schaf­ter ergibt. Für die dazu erfor­der­li­che Zurech­nungs­ent­schei­dung kann auf die Grund­sätze zum wirt­schaft­li­chen Eigen­tum nach § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO zurück­ge­grif­fen wer­den. Die Finanz­ver­wal­tung folgt damit der Auf­fas­sung des BFH (Urteil vom 9.7.2014, Az. II R 49/12).

Hin­weis

In die­sem Zusam­men­hang wer­den zudem die gleich lau­ten­den Erlasse vom 9.12.2015 zur mit­tel­ba­ren Ände­rung des Gesell­schaf­ter­be­stands i. S. d. § 1 Abs. 2a GrEStG mit Erlas­sen vom 12.11.2018 geän­dert. Soweit bis­lang die Grund­sätze des BFH-Urteils vom 9.7.2014 (Az. II R 49/12) für nicht anwend­bar erklärt wur­den, wird daran nicht mehr fest­ge­hal­ten.

In den Erlas­sen vom 12.11.2018 zum Erwerbs­vor­gang nach § 1 Abs. 2a GrEStG wird zudem auf den Son­der­fall der iden­ti­täts­wah­ren­den form­wech­seln­den Umwand­lung einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft bzw. einer daran unmit­tel­bar oder mit­tel­bar betei­lig­ten Gesell­schaft sowie auf die Ermitt­lung des für die Anwen­dung der Vor­schrift maß­geb­li­chen Vom­hun­dert­sat­zes mit zahl­rei­chen Bei­spie­len ein­ge­gan­gen.

Hin­weis

Zudem wur­den mit Datum vom 12.11.2018 die gleich lau­ten­den Erlasse zur Anwen­dung der Steu­er­be­f­rei­un­gen nach §§5 und 6 GrEStG bei Über­gang auf eine bzw. von einer Gesamt­hand über­ar­bei­tet und sind in allen offe­nen Fäl­len ans­telle der bis­he­ri­gen Erlasse vom 9.12.2015 anzu­wen­den. Modi­fi­ziert wur­den darin insb. die Aus­füh­run­gen zur Anwen­dung der Steu­er­be­f­rei­un­gen in Fäl­len des § 1 Abs. 2a GrEStG.



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