de en
Nexia Ebner Stolz

Steuerberatung

Forderungsverzicht eines Gesellschafters

Der Bundesfinanzhof bestätigt seine Rechtsauffassung zur steuerlichen Berücksichtigung des nicht werthaltigen Teils einer Gesellschafterforderung bei Forderungsverzicht. Der Gesetzgeber will dem wohl entgegenwirken.

Der Ver­zicht eines Gesell­schaf­ters auf eine For­de­rung gegen­über sei­ner Kapi­tal­ge­sell­schaft führt nur zu einer Ein­lage, soweit die For­de­rung noch wert­hal­tig ist. Soweit die For­de­rung nicht mehr wert­hal­tig ist, ist seit Ein­füh­rung der Abgel­tung­steuer und der damit ein­her­ge­hen­den gesetz­li­chen Anpas­sun­gen der dar­aus resul­tie­rende Ver­lust nach § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen zu berück­sich­ti­gen, so der BFH mit Urteil vom 6.8.2019 (Az. VIII R 18/16).

Aller­dings hatte der Klä­ger im Streit­fall keine Anschaf­fungs­kos­ten für den nicht wert­hal­ti­gen Teil getra­gen, so dass sich der For­de­rungs­ver­zicht gemäß § 20 Abs. 4 EStG nicht steu­er­min­dernd aus­wirkte. Der Klä­ger hatte die wert­ge­min­derte For­de­rung zu einem Preis unter dem Nenn­wert erwor­ben und kurz dar­auf auf einen Teil der For­de­rung ver­zich­tet. Da der BFH die Anschaf­fungs­kos­ten dem wert­hal­ti­gen Teil der For­de­rung zuord­nete, ent­stand durch den Ver­zicht auf den nicht wert­hal­ti­gen, kos­ten­los erwor­be­nen Teil der For­de­rung kein Ver­lust.

Hin­weis

Im Regie­rungs­ent­wurf des sog. Jahres­steu­er­ge­set­zes 2019 war vor­ge­se­hen, den Aus­fall von Dar­le­hens­for­de­run­gen im Pri­vat­ver­mö­gen steu­er­lich nicht mehr zu berück­sich­ti­gen, ent­sp­re­chende Sach­ver­halte also aus dem Anwen­dungs­be­reich der Kapi­ta­l­ein­künfte her­aus­zu­neh­men. In dem am 7.11.2019 durch den Bun­des­tag besch­los­se­nen Gesetz fin­det sich eine sol­che Rege­lung nicht mehr. Die Bun­des­re­gie­rung beab­sich­tigt aller­dings wohl, die Ver­lust­ver­rech­nung bei Ver­lus­ten aus Ter­min­ge­schäf­ten und aus dem Aus­fall von Kapi­tal­an­la­gen im Pri­vat­ver­mö­gen ein­zu­schrän­ken und eine ent­sp­re­chende Rege­lung in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zur Mit­tei­lungspf­licht bei grenz­über­sch­rei­ten­den Steu­er­ge­stal­tun­gen ein­zu­brin­gen.

nach oben