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Wichtig für die Endabrechnung 2018 durch Verteilernetzbetreiber!

Durch das Energiesammelgesetz wurden die EEG-Umlagesätze mit Wirkung ab dem 1.1.2018 modifiziert. Dies ist nun bei der bis 31.5.2019 zu erstellenden Endabrechnung für das Kalenderjahr 2018 durch den Verteilernetzbetreiber zu beachten.

Ver­tei­ler­netz­be­t­rei­ber sind nach § 72 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EEG 2017 verpf­lich­tet, ihrem vor­ge­la­ger­ten Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­ber bis zum 31.5.2019 eine End­ab­rech­nung sowohl für jede ein­zelne EEG-Anlage als auch eine zusam­men­ge­fasste End­ab­rech­nung für das Kalen­der­jahr 2018 über die EEG-Umlage vor­zu­le­gen. Diese End­ab­rech­nung ist nach § 75 Satz 1 EEG 2017 und unter Anwen­dung des IDW PH 9.970.11 (Stand: 5.3.2019) in geprüf­ter Form abzu­ge­ben.

Das sog. Ener­gie­sam­mel­ge­setz (EnSaG) vom 17.12.2018 hat zu ent­schei­den­den Ände­run­gen betref­fend die EEG-Umla­ge­sätze für Eigen­ver­sor­ger geführt, die Ver­tei­ler­netz­be­t­rei­ber im Rah­men der End­ab­rech­nung für 2018 berück­sich­ti­gen müs­sen.

Zunächst aber besteht wie bis­her für Anla­gen in der Eigen­ver­sor­gung der Grund­satz, dass nach § 61 Abs. 1 EEG 2017 die volle EEG-Umlage von der­zeit 6,405 Cent/kWh zu entrich­ten ist.

Für den Kraft­werks­ei­gen­ver­brauch, bei Anla­gen die weder unmit­tel­bar noch mit­tel­bar an ein Netz ange­sch­los­sen sind (sog. Insel­be­trieb), bei einer voll­stän­di­gen Eigen­ver­sor­gung mit Strom aus Erneu­er­ba­ren Ener­gien und bei sog. Klein­an­la­gen mit einer instal­lier­ten Leis­tung von maxi­mal 10kW ent­fällt die EEG-Umlage voll­stän­dig aus sach­li­chen Grün­den, sofern die rele­van­ten Mel­depf­lich­ten (§ 74a EEG 2017) ein­ge­hal­ten wer­den.

Die neuen EEG-Umla­ge­sätze nach dem EnSaG ab dem 1.1.2018 - die auch für die End­ab­rech­nung zum 31.5.2019 rele­vant sind - betra­gen:

EEG-Umlagen nach §§ 61 bis 61i EEG 2017

40 % der EEG-Umlage:

EEG-Umlage nach § 61b bis § 61d EEG 2017

160 % der EEG Umlage:

EEG-Umlage nach § 61c Abs. 2 EEG 2017

20 % der EEG-Umlage:

EEG-Umlage nach § 61g Abs. 1 oder 2 EEG 2017

100 % der EEG-Umlage:

  • EEG-Umlage nach § 61 Abs. 1 EEG 2017 für Strom, für den kein Anspruch auf Entfall oder Verringerung der EEG-Umlage nach § 61a bis § 61g EEG 2017 besteht
  • EEG-Umlage nach § 61i Abs. 1 EEG 2017

Ver­rin­ge­rung der EEG-Umlage bei EEG- und hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-Anla­gen

Erfolgt die Eigen­ver­sor­gung aus der Stro­m­er­zeu­gung unter Ein­satz von aus­sch­ließ­lich erneu­er­ba­ren Ener­gien, ver­rin­gert sich die EEG-Umlage wie bis­her auf 40 % (§ 61b EEG 2017).

Bei Eigen­ver­sor­gung aus KWK-Anla­gen mit Auf­nahme der Eigen­ver­sor­gung nach dem 1.8.2014 („neue Anla­gen“) sind durch das Ener­gie­sam­mel­ge­setz rück­wir­kend zum 1.1.2018 fol­gende Sach­ver­halte zu ver­mer­ken:

Die EEG-Umlage redu­ziert sich eben­falls auf 40 % der vol­len Umlage bei Anla­gen mit einer instal­lier­ten Leis­tung bis 1MW oder über 10MW, sowie bei Anla­gen jeg­li­cher Größe, die von einem Unter­neh­men in der strom­kos­ten­in­ten­si­ven Indu­s­trie (Liste 1 Anhang 4 EEG 2017) betrie­ben wer­den (§ 61c Abs. 1 bis 3 EEG 2017).

Für die übri­gen Anla­gen erfolgt unter Berück­sich­ti­gung der nach­fol­gend beschrie­be­nen Über­gangs­re­ge­lung nach § 61d EEG 2017 eine Staf­fe­lung der EEG-Umlage nach Voll­be­nut­zungs­stun­den (sog. „Claw-back-Mecha­nis­mus“):

3.500 Vollbenutzungsstunden

3.501 Vollbenutzungsstunden und mehr

40% der EEG-Umlage

--

40% der EEG-Umlage | 100% der EEG-Umlage

100% der EEG-Umlage

100% der EEG-Umlage

Für Anla­gen mit einer Aus­las­tung von mehr als 3.500 Voll­be­nut­zungs­stun­den schrumpft das bis 3.500 Voll­be­nut­zungs­stun­den beste­hende Kon­tin­gent an Stro­m­er­zeu­gungs­men­gen mit 40 % der EEG-Umlage mit jeder über 3.500 Voll­be­nut­zungs­stun­den hin­aus­ge­hen­den Voll­be­nut­zungs­stunde. Dies ent­spricht rech­ne­risch einer 160 %-igen EEG-Umlage-Belas­tung ab 3.501 Voll­be­nut­zungs­stun­den im Kalen­der­jahr.

Bei­spiel

Bet­rei­ber einer hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-Anlage mit 7.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den und Inbe­trieb­nahme am 1.1.2018 müs­sen somit im Ergeb­nis auf die gesamte Erzeu­gungs­menge die volle EEG-Umlage von der­zeit 6,405 Cent/kWh entrich­ten.

Um die Belas­tun­gen für die hier­von betrof­fe­nen Anla­gen­be­t­rei­ber zu beg­ren­zen, sieht § 61d EEG 2017 für Anla­gen mit Inbe­trieb­nah­me­da­tum bis 1.1.2018 Über­gangs­fris­ten bis längs­tens Dezem­ber 2020 vor, so dass für diese Anla­gen der Claw-back-Mecha­nis­mus erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt greift.

Ver­rin­ge­rung der EEG-Umlage bei Bestands­an­la­gen

Bestands­an­la­gen mit Inbe­trieb­nahme vor dem 1. 8.2014 („Bestands­an­la­gen“) bzw. vor dem 1.9.2011 („ältere Bestands­an­la­gen“) kön­nen wie bis­her von einer voll­stän­di­gen Ent­las­tung der EEG-Umlage pro­fi­tie­ren, sofern unve­r­än­dert die nun in § 61e Abs. 2 bzw. § 61f EEG 2017 genann­ten Bedin­gun­gen erfüllt wer­den. Wur­den oder wer­den sol­che Bestands­an­la­gen nach dem 31.12.2017 an dem­sel­ben Stand­ort erneu­ert oder ersetzt, ohne dass damit eine Erwei­te­rung ein­her­geht, und ansch­lie­ßend durch den­sel­ben Letzt­ver­brau­cher nach § 61e Abs. 2 EEG 2017 in Eigen­ver­sor­gung wei­ter­be­trie­ben, erhöht sich die EEG-Umlage nach § 61g Abs. 1 EEG 2017 von 0 % auf 20 % der vol­len EEG-Umlage. § 61g Abs. 2 EEG 2017 sch­ließt diese Pri­vi­le­gie­rung auch bei einer mehr­fa­chen Moder­ni­sie­rung ohne Erwei­te­rung nicht aus.

Grund­sätz­lich führt daher jede Erwei­te­rung oder Rechts­nach­folge (§ 61h EEG 2017) zu einem Ver­lust des Bestand­schut­zes und somit zu einer vol­len EEG-Umla­ge­be­las­tung, sofern nicht eine der oben genann­ten Bef­rei­ungs­vor­schrif­ten greift.

Sank­tio­nie­rung bei der Ver­let­zung von Mel­depf­lich­ten

Ein Ver­stoß gegen die Mit­tei­lungspf­licht nach § 74a Abs. 1 EEG 2017 (Basi­s­an­ga­ben) führt gemäß § 61i Abs. 2 EEG 2017 dazu, dass sich die nach § 61a EEG 2017 ent­fal­lene oder nach §§ 61b bis 61g EEG 2017 ver­rin­gerte EEG-Umlage für den jewei­li­gen Mit­tei­lungs­zei­traum (rück­wir­kend) um 20 % erhöht. Das gilt aller­dings nur, wenn die Mit­tei­lungspf­lich­ten nicht spä­tes­tens bis zum 28.2. bzw. 31.5. des Jah­res erfüllt wer­den, das auf das Kalen­der­jahr folgt, in dem diese Mit- tei­lungspf­lich­ten unver­zu­̈g­lich zu erfül­len gewe­sen wä­ren.

Ein Ver­stoß gegen die Mit­tei­lungspf­licht nach § 74a Abs. 2 EEG 2017 (End­ab­rech­nung), führt nach § 61i Abs. 1 EEG 2017 dazu, dass sich der nach den §§ 61b bis 61g EEG 2017 ver­rin­gerte Anspruch auf die EEG-Umlage nach § 61 Abs. 1 EEG 2017 auf 100 Pro­zent erhöht.

Durch das Ener­gie­sam­mel­ge­setz wurde in § 74a Abs. 4 EEG 2017 außer­dem die Verpf­lich­tung auf­ge­nom­men, dass Eigen­ver­sor­ger und sons­tige Letzt­ver­brau­cher ihre Mit­tei­lun­gen mit Hilfe der von Netz­be­t­rei­bern zur Ver­fü­gung ges­tell­ten For­mu­lar­vor­la­gen machen müs­sen. Netz­be­t­rei­ber soll­ten daher zeit­nah klar­s­tel­len, ob es sich bei den ver­öf­f­ent­lich­ten For­mu­la­ren, die zur Ver­fü­gung ges­tellt wer­den, um sol­che zwin­gen­den For­mu­lar­vor­ga­ben nach § 74a Abs. 4 EEG 2017 han­deln soll oder ob es sich ledig­lich um eine Emp­feh­lung han­delt.

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