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Wirtschaftsprüfung

DPR-Prüfungsschwerpunkte 2018

Die Deut­sche Prüfstelle für Rech­nungs­le­gung (DPR) hat ihre Prüfungs­schwer­punkte für Jah­res- und Kon­zern­ab­schlüsse 2017 veröff­ent­licht.

Die Prüfungs­schwer­punkte 2018 um­fas­sen:

  1. An­han­gang­aben zu den er­war­te­ten Aus­wir­kun­gen der An­wen­dung we­sent­li­cher neuer Stan­dards im Erst­an­wen­dungs­jahr
  2. Aus­gewählte As­pekte zu An­satz, Be­wer­tung und An­ga­ben nach IFRS 3 „Un­ter­neh­mens­zu­sam­men­schlüsse“
  3. Aus­gewählte As­pekte zu IAS 7 „Ka­pi­tal­fluss­rech­nung“
  4. An­satz und Be­wer­tung von Rück­stel­lun­gen gemäß IAS 37 so­wie zu­gehörige An­han­gang­aben
  5. Kon­zern­la­ge­be­richt und Kon­zern­erklärun­gen
Die ers­ten drei Prüfungs­schwer­punkte stel­len die von den na­tio­na­len En­force­ment-In­sti­tu­tio­nen ge­mein­sam mit der ESMA iden­ti­fi­zier­ten „Eu­ro­pean Com­mon En­force­ment Prio­ri­ties“ dar. Eine ausführ­li­che Dar­stel­lung die­ser Prüfungs­schwer­punkte fin­det sich auf der Home­page der ESMA. Die bei­den letz­ten Prüfungs­schwer­punkte bil­den die na­tio­na­len Schwer­punkte der DPR.

DPR-Prüfungsschwerpunkte 2018© Thinkstock

Zu 1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr

Hauptprüffeld sind die An­han­gang­aben nach IAS 8 „Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den, Ände­run­gen von rech­nungs­le­gungs­be­zo­ge­nen Schätzun­gen und Feh­lern“ zu neuen, noch nicht in Kraft ge­tre­te­nen Stan­dards und de­ren er­war­tete Aus­wir­kun­gen auf zukünf­tige Ab­schlüsse. Dies gilt ins­be­son­dere für IFRS 9 „Fi­nanz­in­stru­mente“, IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kun­den“, wel­cher ab dem 1.1.2018 her­an­zu­zie­hen ist, und IFRS 16 „Lea­sing­verhält­nisse“, der ab dem 1.1.2019 erst­ma­lig ver­pflich­tend an­zu­wen­den ist.

Hin­weis: Die ESMA er­war­tet, dass die Im­ple­men­tie­rungs­pro­jekte (ins­be­son­dere zu IFRS 9 und IFRS 15) zum Zeit­punkt der Ab­schlusser­stel­lung be­en­det sein müss­ten und da­her kon­krete un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche quan­ti­ta­tive und qua­li­ta­tive An­ga­ben über die Aus­wir­kun­gen und die in An­spruch ge­nom­me­nen Wahl­rechte ge­macht wer­den können.

Zu 2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“

Der 2014 veröff­ent­lichte Be­richt der ESMA bezüglich der Prüfung der An­wen­dung von IFRS 3 „Un­ter­neh­mens­zu­sam­men­schlüsse“ ver­liert auf Grund jüngs­ter En­force­ment-Ak­ti­vitäten nicht an Re­le­vanz. Da­her ist bei der Be­hand­lung von im­ma­te­ri­el­len Vermögens­wer­ten, An­pas­sun­gen während der Be­wer­tungs­pe­riode, bei Er­wer­ben zu einem Preis un­ter dem Markt­wert, Pflicht­an­ge­bo­ten, Un­ter­neh­mens­zu­sam­men­schlüssen un­ter ge­mein­sa­mer Be­herr­schung, be­ding­ten Zah­lun­gen und An­ga­ben zum Fair Va­lue be­son­ders auf die Norm­kon­for­mität zu ach­ten (z. B. kon­sis­tente Be­wer­tungs­pa­ra­me­ter bei der Kauf­prei­sal­lo­ka­tion und einem daran an­schließen­den Im­pair­ment­test).

Zu 3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 „Kapitalflussrechnung“

Für alle Be­richts­pe­rio­den, wel­che am oder nach dem 1.1.2017 be­gin­nen, sind In­for­ma­tio­nen be­reit zu stel­len, die es dem Adres­sa­ten ermögli­chen, Ände­run­gen der Fi­nan­zie­rungstätig­kei­ten zu be­ur­tei­len. Die ESMA präfe­riert die ta­bel­la­ri­sche Dar­stel­lungs­form ent­spre­chend IAS 7 IE.E, bei der im Rah­men der Über­lei­tungs­rech­nung die „Fi­nanz“-Ver­bind­lich­kei­ten in ih­rer Ent­wick­lung über zah­lungs­wirk­same und nicht zah­lungs­wirk­same Verände­run­gen dar­ge­stellt wer­den. Des Wei­te­ren wer­den die An­ga­ben zur Ein­be­zie­hung be­stimm­ter Be­stand­teile in den Zah­lungs­mit­tel­be­stand (z. B. Über­zie­hungs­kre­dite und Beträge aus cash pool-Ver­ein­ba­run­gen) so­wie zu Zah­lungs­mit­tel­beständen, de­ren Verfügbar­keit ein­ge­schränkt ist, überprüft.

Zu 4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben

Diese Prüfungs­schwer­punkte berück­sich­ti­gen fol­gende Ein­zel­as­pekte:

  • Ver­zicht auf den An­satz we­gen Unmöglich­keit ei­ner verläss­li­chen Schätzung un­ter Be­ach­tung der An­ga­be­pflich­ten (IAS 37.26 uns IAS 37.86),
  • Ver­zicht auf die re­guläre Be­richt­er­stat­tung we­gen In­an­spruch­nahme der Schutz­klau­sel un­ter Be­ach­tung der Min­de­stan­ga­ben (IAS 37.92),
  • An­ga­ben zu Schätzungs­un­si­cher­hei­ten (IAS 37.85(b), IAS 1.125 und IAS 1.129),
  • Grup­pie­rung der Rück­stel­lun­gen (IAS 37.87),
  • An­gabe rück­stel­lungs­spe­zi­fi­scher Er­trags- und Auf­wands­pos­ten (IAS 1.97 und IAS 1.98(b), (f) so­wie (g)).

Zu 5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Diese Prüfungs­schwer­punkte be­tref­fen:

  • Be­richt­er­stat­tung über al­ter­na­tive Leis­tungs­kenn­zif­fern als be­deut­samste fi­nan­zi­elle Leis­tungs­in­di­ka­to­ren (§ 315 Abs. 1 Satz 3 HGB),
  • Dar­stel­lung po­ten­zi­el­ler Aus­wir­kun­gen des Brexit auf die künf­tige Vermögens-, Fi­nanz- und Er­trags­lage des Kon­zerns (§ 315 Abs. 1 HGB),
  • Vor­han­den­sein der An­ga­ben zum Di­ver­sitätskon­zept im Rah­men der Kon­zern­erklärung zur Un­ter­neh­mensführung (§ 315d HGB i. V. m. § 289f. Abs. 2 Nr. 6 HGB) und Vor­han­den­sein der nicht­fi­nan­zi­el­len Kon­zern­erklärung (§ 315b HGB).
Hin­weis: Im Jah­res­ab­schluss 2017 sind die An­for­de­run­gen der geänder­ten Rech­nungs­le­gungs­richt­li­nie zur Of­fen­le­gung von nicht fi­nan­zi­el­len und die Di­ver­sität be­tref­fen­den In­for­ma­tio­nen für be­stimmte Un­ter­neh­men erst­ma­lig an­zu­wen­den.

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