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Corona-Krise: Sicherung der Liquidität

Um Unternehmen vor existenzbedrohenden Zuständen infolge der Corona-Krise zu bewahren, wurden bereits einige staatliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität von Unternehmen ergriffen.

Wir geben Ihnen einen Über­blick (Stand 23.3.2020), wobei ange­sichts der kur­zen Abfolge wei­te­rer Beschlüsse auf Bund- und Län­de­r­e­bene kein Anspruch auf Voll­stän­dig­keit erho­ben wer­den kann. Für Unter­neh­men, die infolge der Corona-Krise kurz­fris­ti­gen Liqui­di­täts­be­darf haben, stel­len die KfW und die Bürg­schafts­ban­ken der Län­der Liqui­di­täts­hil­fen zur Ver­fü­gung.

Wohin müs­sen sich Unter­neh­men wen­den?

Unter­neh­men, Selbst­stän­dige und Frei­be­ruf­ler, die eine Finan­zie­rung aus die­sen För­der­pro­gram­men nut­zen möch­ten, müs­sen sich an ihre Haus­bank bzw. ihren Finan­zie­rung­s­part­ner wen­den. Der Antrag auf Liqui­di­täts­hilfe kann ab dem 23.3.2020 an die Haus­bank bzw. den Finan­zie­rung­s­part­ner ges­tellt wer­den, der dort geprüft und kurz­fris­tig an die KfW, die Bürg­schafts­ban­ken oder an die Lan­des­k­re­dit­ban­ken wei­ter­ge­lei­tet wird. Dabei ist zu beach­ten, dass die Kre­di­t­ent­schei­dung auf­grund des ver­b­lei­ben­den Eige­n­an­teils letzt­lich bei der jewei­li­gen Haus­bank bzw. dem Finan­zie­rung­s­part­ner ver­b­leibt.

KfW-Kre­dite

Laut dem am 13.3.2020 von der Bun­des­re­gie­rung besch­los­se­nen Maß­nah­men­pa­ket wer­den die beste­hen­den Pro­gramme für Liqui­di­täts­hil­fen der KfW aus­ge­wei­tet und für mehr Unter­neh­men ver­füg­bar gemacht. Dabei setzt die KfW-Corona-Hilfe größ­t­en­teils auf beste­hende KfW-Pro­gramme auf. Durch Modi­fi­zie­run­gen der Pro­gramme wer­den die Zugangs­be­din­gun­gen und Kon­di­tio­nen für betrof­fene Unter­neh­men ver­bes­sert. Die KfW stellt dazu wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung.

Hin­weis: Zum Teil wer­den von der KfW Haf­tungs­f­rei­stel­lun­gen gewährt, die eine Risi­ko­tei­lung zwi­schen der KfW und der Haus­bank zur Folge haben. Eine sol­che Haf­tungs­f­rei­stel­lung erhöht regel­mä­ßig die Chan­cen für eine Kre­dit­zu­sage durch die Haus­bank. Gerne unter­stüt­zen wir Sie bei der Vor­be­rei­tung der antrags­re­le­van­ten Unter­la­gen und den Ver­hand­lun­gen mit Ihrer Haus­bank.

Die KfW hält fol­gende Unter­stüt­zungs­maß­nah­men vor:

Bestands­un­ter­neh­men, die län­ger als fünf Jahre am Markt sind

KfW-Unter­neh­mer­k­re­dit

  • Nach der bis­he­ri­gen Rege­lung wird der För­der­k­re­dit in Höhe von bis zu 25 Mio. Euro für Inves­ti­ti­ons-, Betriebs­mit­tel- und Lager- wie Lea­sing­fi­nan­zie­rung, Erwerb von Ver­mö­gens­wer­ten aus ande­ren Unter­neh­men, auch Über­nah­men und tätige Betei­li­gun­gen gewährt. Eine Haf­tungs­f­rei­stel­lung ist bis zu 5 Mio. Euro mög­lich.
  • Im Rah­men der KfW-Corona-Hilfe ist eine Risi­ko­über­nahme (Haf­tungs­f­rei­stel­lung) für die durch­lei­ten­den Finan­zie­rung­s­part­ner (in der Regel die Haus­ban­ken) bis zu 80 % für Betriebs­mit­tel­k­re­dite bis 200 Mio. Euro Kre­dit­vo­lu­men mög­lich. Neu hin­ge­kom­men ist, dass bei klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men (bis zu 250 Mit­ar­bei­ter und bis zu 50 Mio. Euro Umsatz) die Risi­ko­über­nahme sogar 90 % beträgt. Eine sol­che höhere Risi­ko­über­nahme kann die Bereit­schaft der Finan­zie­rung­s­part­ner für eine Kre­dit­ver­gabe erleich­tern.
  • Die Rege­lung wird auch für Groß­un­ter­neh­men mit einem Jah­re­s­um­satz von bis zu 2 Mrd. Euro (bis­her 500 Mio. Euro) geöff­net.

KfW-Kre­dit für Wachs­tum

  • Diese bis­lang als Kon­sor­tial­k­re­dit nur für Inves­ti­tio­nen und Betriebs­mit­tel in den Berei­chen Inno­va­tion und Digi­ta­li­sie­rung gewähr­ten Kre­dite wer­den tem­porär auf all­ge­meine Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung inkl. Betriebs­mit­tel erwei­tert.
  • Die bis­lang beste­hende Jah­re­s­um­satz­g­renze von 2 Mrd. Euro für antrags­be­rech­tigte Unter­neh­men wird auf 5 Mrd. Euro ange­ho­ben. 
  • Die antei­lige Risi­ko­über­nahme wird auf bis zu 70 % ange­ho­ben. Mit­tel­stän­di­sche und grö­ßere Unter­neh­men sol­len so leich­ter Zugang zu indi­vi­du­ell struk­tu­rier­ten, pass­ge­nauen Kon­sor­tial­fi­nan­zie­run­gen fin­den.

Junge Unter­neh­men, die weni­ger als fünf Jahre am Markt sind

ERP-Grün­der­k­re­dit – Uni­ver­sell

  • Wei­ter­hin wer­den durch den ERP-Grün­der­k­re­dit Inves­ti­tio­nen im In- und Aus­land für Exis­tenz­grün­der, Unter­neh­mens­nach­fol­ger, Frei­be­ruf­ler sowie unter beson­de­ren Bedin­gun­gen Inves­ti­tio­nen im Aus­land bis zu fünf Jahre nach der Grün­dung finan­ziert.
  • Der maxi­male Kre­dit­be­trag wird von bis­lang 25 Mio. Euro auf 200 Mio. Euro ange­ho­ben.
  • Die Absi­che­rung des Risi­kos der durch­lei­ten­den Finan­zie­rung­s­part­ner (in der Regel die Haus­ban­ken) wird auf bis zu 80 % erhöht, um so die Kre­dit­ver­gabe zu erleich­tern. Zusätz­lich hin­zu­ge­kom­men ist auch hier eine Risi­ko­über­nahme von bis zu 90 % für kleine und mitt­lere Unter­neh­men (bis zu 250 Mit­ar­bei­ter und bis zu 50 Mio. Euro Umsatz).
  • Die För­de­rung wird für Groß­un­ter­neh­men geöff­net, indem die bis­he­rige Jah­re­s­um­satz­g­renze von 500 Mio. Euro auf 2 Mrd. Euro ange­ho­ben wird.

KfW-Son­der­pro­gramm - Kon­sor­tial­fi­nan­zie­rung

Kon­sor­tial­fi­nan­zie­run­gen für Inves­ti­tio­nen und Betriebs­mit­tel von mit­tel­stän­di­schen und gro­ßen Unter­neh­men wer­den von der KfW durch eine Risi­ko­über­nahme von bis zu 80 %, jedoch maxi­mal 50 % der Risi­ken der Gesamt­ver­schul­dung, unter­stützt.

Finan­zie­run­gen über Lan­des­för­der­in­sti­tute

Neben den Ange­bo­ten der KfW bie­ten auch die För­der­in­sti­tute der Län­der zins­güns­tige Betriebs­mit­tel­fi­nan­zie­run­gen an. Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu För­der­pro­gram­men spe­zi­ell zur Unter­stüt­zung auf­grund der Corona-Krise stellt die För­der­da­ten­bank des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums zur Ver­fü­gung.

Paral­lele Bund-Län­der-Bürg­schaf­ten über das BMWi

Unter­neh­men, die bis zur Corona-Krise trag­fähige Geschäfts­mo­delle hat­ten, kön­nen ggf. Bürg­schaf­ten für Betriebs­mit­tel bean­spru­chen und so eine Finan­zie­rung des Liqui­di­täts­be­darfs durch ihre Haus­ban­ken erhal­ten.

Für Finan­zie­rungs­vor­ha­ben bis 2,5 Mio. Euro kann eine kos­ten­f­reie Anfrage über das Finan­zie­rungs­por­tal der Bürg­schafts­ban­ken ges­tellt wer­den. Bis­lang galt hier eine Bürg­schafts­ober­g­renze von 1,25 Mio. Euro. Bei höhe­ren Bürg­schaf­ten sind die Bürg­schafts­ban­ken der Län­der zustän­dig. Zudem sind Maß­nah­men zur Besch­leu­ni­gung von Ent­schei­dun­gen vor­ge­se­hen. Das Groß­bürg­schaft­s­pro­gramm (paral­lele Bund-Län­der-Bürg­schaf­ten), das zur Absi­che­rung von Betriebs­mit­tel­fi­nan­zie­run­gen und Inves­ti­tio­nen ab einem Bürg­schafts­be­darf von 50 Mio. Euro greift und eine Bürg­schafts­quote von bis zu 80 % vor­sieht, wird aus­ge­dehnt. Bis­lang war die­ses auf Unter­neh­men in struk­tur­schwa­chen Regio­nen beschränkt. Nun wird es auch für Unter­neh­men außer­halb die­ser Regio­nen geöff­net.

För­der­k­re­dite der Län­der

Die Lan­des­ban­ken der Län­der sehen För­der­k­re­dite für Grün­der sowie kleine und mitt­lere Unter­neh­men (KMU) vor. Dabei sind einige der Kre­dite beg­renzt auf Unter­neh­men, die maxi­mal eine bestimmte Anzahl von Jah­ren beste­hen. Einen Über­blick über die För­der­k­re­dite und Links zu den ent­sp­re­chen­den Web­si­tes fin­den Sie in einer Zusam­men­stel­lung des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums.

Zudem könn­ten die beste­hen­den Pro­gramme für Liqui­di­täts­k­re­dite der ein­zel­nen Lan­des­ban­ken genutzt wer­den.

Hin­weis: Details über die Inan­spruch­nahme von För­der­pro­gram­men der Lan­des­ban­ken soll­ten über die Haus­bank bzw. den Finan­zie­rung­s­part­ner abge­g­li­chen wer­den, da wie­derum die Finan­zie­rung über diese erfolgt und die Kre­dit­ver­gabe letzt­lich durch Risi­ko­über­nah­men und Haf­tungs­f­rei­stel­lun­gen erleich­tert wird.

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