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BFH: Kein Sonderausgabenabzug für Schulgeld, das an eine schweizerische Privatschule gezahlt wird

Urteil des BFH vom 09.05.12 - X R 3/11

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Ur­teil vom 9. Mai 2012 X R 3/11 ent­schie­den, dass in Deutsch­land le­bende El­tern das Schul­geld, das sie für den Schul­be­such ih­res Kin­des an eine schwei­ze­ri­sche Pri­vat­schule zah­len, nicht als Son­der­aus­gabe ab­zie­hen können.

In zwei Ur­tei­len vom 11. Sep­tem­ber 2007 (Rs. C-76/05 - Schwarz und Goot­jes-Schwarz - Slg. 2007, I-6849 und Rs. C-318/05 - Kom­mis­sion ge­gen Deutsch­land - Slg. 2007, I-6957) hatte der Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Union (EuGH) ent­schie­den, dass es ge­gen die Dienst­leis­tungs­frei­heit verstößt, wenn ein Staat Schuld­geld­zah­lun­gen an inländi­sche Schu­len zum Son­der­aus­ga­ben­ab­zug zulässt, Zah­lun­gen an Pri­vat­schu­len in an­de­ren Mit­glied­staa­ten je­doch nicht. Dar­auf­hin hat der Ge­setz­ge­ber durch das Jah­res­steu­er­ge­setz 2009 vom 19. De­zem­ber 2008 (BGBl I 2008, 2794) rück­wir­kend die Ab­zieh­bar­keit von Schul­geld­zah­lun­gen für in der Eu­ropäischen Union (EU) oder im Eu­ropäischen Wirt­schafts­raum (EWR) ansässige Pri­vat­schu­len ein­geführt.

Diese Neu­re­ge­lung gilt je­doch nicht für schwei­ze­ri­sche Pri­vat­schu­len, da die Schweiz we­der Mit­glied der EU noch des EWR ist. Ein An­spruch auf Gleich­be­hand­lung kann auch nicht aus dem Freizügig­keits­ab­kom­men zwi­schen der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft und der Schweiz vom 21. Juni 1999 (BGBl II 2001, 811) ab­ge­lei­tet wer­den, da des­sen Schutz­be­reich kei­nen ver­gleich­ba­ren um­fas­sen­den Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung grenzüber­schrei­ten­der Sach­ver­halte gewährt.

We­gen der Ein­deu­tig­keit der Rechts­lage hat der Se­nat da­von ab­ge­se­hen, die Rechts­fra­gen dem EuGH zur Ent­schei­dung vor­zu­le­gen.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 45/2012 vom 20.06.2012

Das Ur­teil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier.

 
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