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Umsatzbesteuerung ab 2015 von E-Dienstleistungen an Nichtunternehmer

Dass ab 1.1.2015 Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­leis­tun­gen, Rund­funk- und Fern­seh­leis­tun­gen und auf elek­tro­ni­schem Weg erbrachte sons­tige Leis­tun­gen an Nicht­un­ter­neh­mer auf­grund EU-recht­li­cher Vor­ga­ben nicht mehr am Ort des leis­ten­den Unter­neh­mers, son­dern am Ver­brauch­sort als erbracht gel­ten (Bestim­mungs­land­prin­zip), ist seit län­ge­rem bekannt (siehe auch unsere Infor­ma­tio­nen im Novus Januar/Februar 2014, S. 10). Ein­zig die for­melle Umset­zung ins natio­nale deut­sche Umsatz­steu­er­ge­setz hatte bis­lang noch nicht statt­ge­fun­den. Das ist aller­dings nun­mehr erfolgt: Mit dem kürz­lich besch­los­se­nen Steue­rän­de­rungs- und Anpas­sungs­ge­setz Kroa­tien wurde diese Rege­lung nun in inner­staat­li­ches Recht umge­setzt, so dass E-Dienst­leis­tun­gen an Nicht­un­ter­neh­mer (wie Pri­vat­per­so­nen, Kom­mu­nen, Uni­ver­si­tä­ten, etc.) ab 2015 in dem Staat der Umsatz­steuer unter­lie­gen, in dem der Ver­brau­cher ansäs­sig ist.

Neben den damit ein­her­ge­hen­den Anpas­sun­gen, die in den betriebs­in­ter­nen Abläu­fen vor­zu­neh­men sind, etwa im Bereich der Rech­nungs­stel­lung, soll­ten sich Anbie­ter von E-Dienst­leis­tun­gen zeit­nah auch mit der Mög­lich­keit des sog. Mini-one-stop-shop (kurz: MOSS), einem beson­de­ren Besteue­rungs­ver­fah­ren, ver­traut machen. Ent­sp­re­chende Rege­lun­gen hierzu wur­den ebenso mit dem bereits genann­ten Gesetz mit Wir­kung zum 1.10.2014 im deut­schen Umsatz­steu­er­recht ein­ge­führt:

  • Im Inland ansäs­sige Unter­neh­mer, die Umsätze aus E-Dienst­leis­tun­gen gegen­über Nicht­un­ter­neh­mern in Bestim­mungs­län­dern inn­er­halb der EU erbrin­gen, in denen sie weder ihren Sitz noch eine feste Nie­der­las­sung haben, kön­nen alle Umsätze gegen­über dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) anzei­gen. Die Teil­nahme an die­sem Ver­fah­ren ist dabei nur ein­heit­lich für alle EU-Mit­g­lied­staa­ten mög­lich, in denen der Unter­neh­mer keine Betriebs­stätte hat bzw. bereits umsatz­steu­er­lich regi­s­triert ist und der­ar­tige Umsätze erbringt. Die zu ers­tel­len­den Umsatz­steue­r­er­klär­un­gen sind für jeden Mit­g­lied­staat bis zum 20. Tag nach Ende des Kalen­der­vier­tel­jah­res elek­tro­nisch dem BZSt zu über­mit­teln. Das BZSt lei­tet sodann die Erklär­un­gen an die zustän­dige Finanz­be­hörde der jewei­li­gen Mit­g­lied­staa­ten wei­ter. 

Hin­weis

Die Anzeige der Teil­nahme am MOSS-Besteue­rungs­ver­fah­ren muss vor Beginn des Kalen­der­vier­tel­jahrs erfol­gen, für den der Unter­neh­mer erst­mals an die­sem Ver­fah­ren teil­neh­men will. Somit sollte die Teil­nahme noch vor Jah­re­s­ende ange­zeigt wer­den, damit das Ver­fah­ren erst­mals im ers­ten Quar­tal 2015 genutzt wer­den kann. Die Regi­s­trie­rung für das MOSS-Besteue­rungs­ver­fah­ren beim BZSt soll ab 1.10.2014 mög­lich sein.

  • Ent­sp­re­chend ist vor­ge­se­hen, dass im übri­gen Gemein­schafts­ge­biet ansäs­sige Unter­neh­mer, die E-Dienst­leis­tun­gen an im Inland ansäs­sige Nicht­un­ter­neh­mer erbrin­gen, ihrer Steue­r­er­klär­ungspf­licht ab 1.1.2015 dadurch nach­kom­men kön­nen, dass sie die Steue­r­er­klär­ung der zustän­di­gen Steu­er­be­hörde in ihrem Ansäs­sig­keits­staat elek­tro­nisch über­mit­teln und diese Steu­er­be­hörde die Steue­r­er­klär­ung wie­derum elek­tro­nisch an das BZSt wei­ter­lei­tet.

Hin­weis

Detail­lierte und ver­tie­fende Infor­ma­tio­nen zur Umsatz­be­steue­rung von E-Dienst­leis­tun­gen im B2C-Geschäft erhal­ten Sie in der Ver­an­stal­tung ELEK­TRO­NI­SCHE DIENST­LEIS­TUN­GEN IM B2C-BEREICH (Mehr­wert­steu­er­pa­ket 2015 - Aus­wir­kun­gen auf E-Book, App, Down­load, Strea­ming & Co. an Pri­vat­per­so­nen und andere Nicht­un­ter­neh­mer)  am 21.10.2014 in Stutt­gart, zu der Sie wei­tere Infor­ma­tio­nen unter www.ebner­stolz.de/Ver­an­stal­tun­gen fin­den. Dane­ben ste­hen wir Ihnen für Inhouse-Work­shops und fach­li­che Unter­stüt­zung bei Umset­zung­s­pro­jek­ten gerne zur Ver­fü­gung.

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