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Einkommensteuerpauschalierung nur bei steuerpflichtigen Zuwendungen

In drei Ur­tei­len vom 16.10.2013 ent­schied der BFH, dass Zu­wen­dun­gen an Ge­schäfts­part­ner oder Ar­beit­neh­mer nur dann un­ter die Pau­scha­lie­rungs­vor­schrift in § 37b EStG fal­len, wenn sie beim Empfänger ein­kom­men­steu­er­bar und dem Grunde nach ein­kom­men­steu­er­pflich­tig sind.

Mit den ak­tu­el­len Ur­tei­len, die mit den Ak­ten­zei­chen VI R 52/11, VI R 57/11 und VI R 78/12 er­gan­gen sind, wi­der­spricht der BFH der Auf­fas­sung der Fi­nanz­ver­wal­tung (BMF-Schrei­ben vom 29.4.2008, BStBl. I 2008, S. 566, Rz. 13), wo­nach es nicht dar­auf an­komme, dass die Zu­wen­dun­gen dem Empfänger in­ner­halb ei­ner Ein­kunfts­art zu­fließen.

Hin­weis

Der Um­fang der ein­zu­be­zie­hen­den Zu­wen­dun­gen ist auch des­halb von Be­deu­tung, weil die Möglich­keit der Pau­scha­lie­rung je­weils nur ein­heit­lich für alle in­ner­halb ei­nes Wirt­schafts­jah­res ge­leis­tete Zu­wen­dun­gen an Ge­schäfts­freunde oder an Ar­beit­neh­mer ausgeübt wer­den kann.

Kon­kret lehnte der BFH die An­wen­dung der Pau­scha­lie­rung nach § 37b EStG im Falle von Zu­wen­dun­gen an nicht der inländi­schen Be­steue­rung un­ter­lie­gende ei­gene Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­mer von Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ab (Az. VI R 57/11). Ebenso we­nig kommt eine Ein­kom­men­steu­er­pau­scha­lie­rung man­gels Vor­lie­gen von Ar­beits­lohn in Be­tracht, wenn Ar­beit­neh­mer auf Ge­heiß des Ar­beit­ge­bers Kun­den im Rah­men ei­ner Kun­den­ver­an­stal­tung be­treuen und dies im ganz über­wie­gend ei­gen­be­trieb­li­chen In­ter­esse des Ar­beit­ge­bers er­folgt (Az. VI R 78/12). Da­mit im Gleich­klang sind auch Ge­schenke an Ge­schäfts­freunde nur dann der Pau­scha­lie­rung nach § 37b EStG zu un­ter­wer­fen, so­fern sie beim Empfänger ein­kom­men­steu­er­bar und ein­kom­men­steu­er­pflich­tig sind (Az. VI R 52/11). Al­ler­dings sind nach Auf­fas­sung des BFH trotz ver­ein­fa­chen­der Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen (Stich­wort Streu­wer­be­ar­ti­kel) auch Zu­wen­dun­gen von ge­rin­gem Wert bei der Pau­scha­lie­rung zu er­fas­sen, so­fern diese beim Empfänger im Rah­men ei­ner Ein­kunfts­art zu­fließen.

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