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Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung in Kraft getreten

Er­war­tungs­gemäß stimmte der Bun­des­rat am 10.10.2014 der vom BMF vor­ge­leg­ten Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lungs­ver­ord­nung zu, mit der die Einkünf­teau­tei­lung im Fall von ausländi­schen Be­triebsstätten kon­kre­ti­siert wer­den soll. Nach­dem die Ver­ord­nung am 17.10.2014 im Bun­des­ge­setz­blatt veröff­ent­licht wurde (BGBl. I 2014, S. 1603), ist sie am 18.10.2014 in Kraft ge­tre­ten.

Durch das sog. Amts­hil­fe­richt­li­nie-Um­set­zungs­ge­setz vom 26.6.2013 (BGBl. I 2013, S. 1809) wurde der am 22.7.2010 ver­ab­schie­dete In­halt des OECD-Be­triebsstätten­be­richts 2010 durch Auf­nahme in das Außen­steu­er­ge­setz in in­ner­staat­li­ches Recht um­ge­setzt. Die­ser Be­richt be­ruht auf den in­ter­na­tio­nal ent­wi­ckel­ten Grundsätzen zur An­wen­dung des Fremd­ver­gleichs­grund­sat­zes auf die grenzüber­schrei­tende Auf­tei­lung der Einkünfte zwi­schen den in un­ter­schied­li­chen Staa­ten be­le­ge­nen Be­triebsstätten ei­nes Un­ter­neh­mens (Aut­ho­ri­sed OECD Ap­proach - AOA).

Mit dem neu ein­gefügten § 1 Abs. 5 AStG wird der Zweck ver­folgt, die Grundsätze zur Be­steue­rung grenzüber­schrei­ten­der Ge­schäfts­be­zie­hun­gen zwi­schen ein­an­der na­he­ste­hen­den Per­so­nen (Fremd­ver­gleichs­grund­satz) auf Be­triebsstättenfälle aus­zu­deh­nen und im Hin­blick auf die Einkünf­te­er­mitt­lung bzw. -auf­tei­lung dazu bei­zu­tra­gen, dass alle grenzüber­schrei­ten­den In­ves­ti­ti­ons­al­ter­na­ti­ven in ver­gleich­ba­rer Weise be­steu­ert wer­den.

In § 1 Abs. 6 AStG wird das BMF ermäch­tigt, eine Rechts­ver­ord­nung zur An­wen­dung des Fremd­ver­gleichs­grund­sat­zes zu er­las­sen. Da­mit soll noch kon­kre­ter als im Ge­setz si­cher­ge­stellt wer­den, dass von Steu­er­pflich­ti­gen und Ver­wal­tung wett­be­werbs­neu­trale und im in­ter­na­tio­na­len Kon­text ak­zep­ta­ble Lösun­gen ge­fun­den wer­den, die auf den in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Grundsätzen für die Einkünf­teauf­tei­lung in Be­triebsstättenfällen ba­sie­ren. Dem­ent­spre­chend re­gelt die Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lungs­ver­ord­nung

  • die Art und Weise der Be­rech­nung der Be­triebsstätten­einkünfte und die hierfür er­for­der­li­chen Do­ku­men­ta­ti­ons­be­stand­teile (Hilfs- und Ne­ben­rech­nung)
  • un­ter wel­chen Umständen an­zu­neh­mende schuld­recht­li­che Be­zie­hun­gen, sog. Dea­lings, zwi­schen ei­ner Be­triebsstätte und dem übri­gen Un­ter­neh­men, zu dem sie gehört, vor­lie­gen,
  • wel­che Be­son­der­hei­ten für be­stimmte Bran­chen (insb. Ban­ken, Ver­si­che­run­gen, Bau- und Mon­ta­ge­un­ter­neh­men etc.) zu be­ach­ten sind
  • in wel­chen Fällen zur Ver­mei­dung von Be­weis­schwie­rig­kei­ten von wi­der­leg­ba­ren Ver­mu­tun­gen aus­zu­ge­hen ist.
Die Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lungs­ver­ord­nung ist erst­mals für Wirt­schafts­jahre an­zu­wen­den, die nach dem 31.12.2014 be­gin­nen.

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