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BMF-Schreiben zu Teilwertabschreibungen

Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens können auf den Teilwert abgeschrieben werden, wenn diese einer voraussichtlich dauernden Wertminderung unterliegen. Ob und in welcher Höhe eine solche Teilwertabschreibung zulässig ist und ob ggf. im Fall einer Wertsteigerung eine Wertaufholung vorzunehmen ist, führt in zahlreichen Fällen zu Diskussionen zwischen der Finanzverwaltung und den Unternehmen. Das BMF veröffentlichte hierzu ein Schreiben, in dem es die Auffassung der Finanzverwaltung zusammenfassend darstellt.

Mit Sch­rei­ben vom 16.7.2014 (Az. IVC 6 - S 2171-b/09/10002) stellt das BMF die neuen Grund­sätze der Finanz­ver­wal­tung zu Teil­wert­ab­sch­rei­bun­gen und Wer­t­auf­ho­lun­gen dar. Danach kommt bei der Beur­tei­lung, ob eine vor­aus­sicht­lich dau­ernde Wert­min­de­rung vor­liegt und damit eine Teil­wert­ab­sch­rei­bung zuläs­sig ist, der Eigen­art des betref­fen­den Wirt­schafts­gu­tes eine maß­geb­li­che Bedeu­tung zu.

U. a. bejaht die Finanz­ver­wal­tung im Ein­klang mit der Recht­sp­re­chung die Zuläs­sig­keit einer Teil­wert­ab­sch­rei­bung bei bör­sen­no­tier­ten Aktien, wenn der Bör­sen­wert zum Bilanz­stich­tag unter den­je­ni­gen im Zeit­punkt des Aktie­n­er­werbs gesun­ken ist und der Kurs­ver­lust die Baga­tell­g­renze von 5 % der Notie­rung bei Erwerb über­sch­rei­tet.

Uner­heb­lich ist, wel­che Kurs­än­de­run­gen bis zum Tag der Bilanz­auf­stel­lung ein­t­re­ten, da es sich inso­weit nicht um wer­t­er­hel­lende, son­dern um wert­be­ein­flus­sende Umstände han­delt. Der Teil­wert der Aktie kann aller­dings dann nicht nach dem Kurs­wert bestimmt wer­den, wenn z. B. der Kurs durch Ins­i­der­ge­schäfte mani­pu­liert wurde oder über einen län­ge­ren Zei­traum kein Han­del mit den zu bewer­ten­den Aktien statt­fand (ebenso BFH-Urteil vom 21.9.2011, Az. I R 89/10).

Diese Grund­sätze gel­ten ebenso für aktien-index­be­zo­gene Wert­pa­piere, die an der Börse gehan­delt und nicht zum Nenn­wert zurück­ge­zahlt wer­den oder für Anteile an Invest­ment­fonds, sofern mehr als 50 % des Invest­ment­ver­mö­gens zum Bilanz­stich­tag in Aktien inves­tiert ist.

Hin­weis

Die Grund­sätze des BMF-Sch­rei­bens sind in allen offe­nen Fäl­len anzu­wen­den, wobei davon abwei­chende Rege­lun­gen für fest­ver­zins­li­che Wert­pa­piere im Umlauf­ver­mö­gen und für Anteile an Invest­ment­fonds, die als Finanz­an­lage im Anla­ge­ver­mö­gen gehal­ten wer­den, vor­ge­se­hen sind.

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