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Überrumpeln beim Austausch von Messeinrichtungen verboten

Das LG Dortmund entschied mit Urteil vom 22.1.2019 (Az. 25 O 282/18), dass sofern an einer Abnahmestelle der vorhandene Zähler - im Streitfall ein Stromzähler - durch eine moderne Messeinrichtung ersetzt werden soll, die Messstellenbetreiber den Anschlussnutzer nach dem Gesetz mindestens drei Monate vorher informieren müssen. Die Frist darf nicht einseitig abgekürzt werden.

Nach dem Mes­s­s­­tel­­len­be­­trieb­s­­ge­­setz (MsbG) sind grun­d­zu­­­stän­­dige Mes­s­s­­tel­­len­be­t­­rei­ber u. a. verpf­­li­ch­­tet, Mes­s­s­­tel­­len mit intel­­li­­gen­­ten Mes­s­­sys­­­te­­men und moder­­nen Mes­s­ein­rich­­tun­­gen aus­­zu­­­sta­t­­ten. Nach § 37 Abs. 2 MsbG müs­­sen sie die betrof­­fe­­nen Anschlus­s­­nu­t­zer spä­­tes­­tens drei Monate vor­­her infor­­mie­­ren und dar­­auf hin­wei­­sen, dass die Anschlus­s­­nu­t­zer auch das Recht haben, einen ande­­ren Mes­s­s­­tel­­len­be­t­­rei­ber als den grun­d­zu­­­stän­­di­­gen Mes­s­s­­tel­­len­be­t­­rei­ber mit dem Mes­s­s­­tel­­len­be­­trieb zu beauf­tra­­gen.

Das Lan­d­­ge­richt folgte der Argu­­men­ta­­tion der kla­gen­den Ver­­brau­cher­zen­­trale. So müs­sen Mess­s­tel­len­be­t­rei­ber beim Rol­lout moder­ner Mes­s­ein­rich­tun­gen die gesetz­li­chen Fris­ten ein­hal­ten und Anschluss­nut­zer ent­sp­re­chend früh­zei­tig infor­mie­ren.  Ob die geset­z­­li­che Frist von drei Mona­­ten tat­­säch­­lich mit Ein­wil­­li­­gung des Ver­­brau­chers abge­­­kürzt wer­­den könne, musste das Gericht im vor­lie­gen­den Fall nicht ent­schei­den. Im Streit­fall sprach alles dafür, dass Kun­­den und Wet­t­be­wer­ber überrum­­pelt und vor vol­l­en­­dete Tat­­sa­chen ges­­tellt wer­­den sol­l­­ten. Der Ver­­brau­cher sei geneigt, den kur­z­­fris­­tig ange­­kün­­di­g­­ten Zäh­l­er­wech­­sel hin­zu­­­neh­­men, ohne sich über mög­­li­che Alter­na­­ti­ven zu infor­­mie­­ren. Wenn der Zäh­­ler erst ein­­mal gewech­­selt ist, werde der Ver­­brau­cher es kaum in Betracht zie­hen, von sei­­nem geset­z­­li­chen Recht zum Wech­­sel des Mes­s­s­­tel­­len­be­t­­rei­bers Gebrauch zu machen.

Hin­weis

Im Ein­­zel­­fall kön­­nen durch­­aus beson­­dere Gründe für eine Aus­­­nahme von der geset­z­­li­chen Rege­­lung spre­chen. Das hat auch das Gericht aner­­kannt. Nur wenn sol­che Gründe vor­­­lie­­gen (z. B. ein ohne­hin erfor­­der­­li­cher Zäh­l­er­wech­­sel im Rah­­men einer Befun­d­prü­­fung), sol­l­­ten Mes­s­s­­tel­­len­be­t­­rei­ber mit dem Wunsch nach ein­ver­­­neh­m­­li­cher Abkür­zung der geset­z­­lich vor­­­ge­­se­he­­nen Frist an den Ver­­brau­cher her­an­t­­re­­ten.

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