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Steuerliche Probleme bei der Familienpflegezeit gelöst!

In einer Groß­fa­mi­lie von anno dazu­mal konn­ten zahl­rei­che Bet­reu­ungs­pro­b­leme ein­fach gelöst wer­den: Die Oma passte auf die Enkel auf und wurde spä­ter im Alter von den eige­nen Kin­dern gepf­legt. Doch hat die Groß­fa­mi­lie längst aus­ge­di­ent: Heute kom­men Kin­der in Kin­der­ta­ges­stät­ten und die Oma lan­det im Alters­heim - ganz zwangs­läu­fig, weil es sich anders mit dem Beruf nicht ver­ein­ba­ren lässt. Eine teure und trau­rige Alter­na­tive. Das soll sich nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers ändern: Das Argu­ment, dass sich die Bet­reu­ung älte­rer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger nicht mit der Arbeit ver­ein­ba­ren lässt, will er nicht mehr gel­ten las­sen. So wur­den mit dem Gesetz zur Ver­ein­bar­keit von Pflege und Beruf vom ver­gan­ge­nen Win­ter Rege­lun­gen zur sog. Fami­li­enpf­le­ge­zeit getrof­fen, wodurch die bes­sere Ver­ein­bar­keit von Beruf und fami­liä­rer Pflege gewähr­leis­tet wer­den soll. 

„Arbeit­neh­mer haben nach die­sem Gesetz das Recht, ihre Arbeits­zeit über einen Zei­traum von maxi­mal zwei Jah­ren auf bis zu 15 Stun­den zu redu­zie­ren, sofern die Pflege von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen erfor­der­lich wird“, erläu­tert Steu­er­be­ra­ter Jochen Kir­sam­mer von Ebner Stolz Mön­ning Bachem. Wäh­rend die­ser Fami­li­enpf­le­ge­zeit wird ihr Gehalt in Höhe der Hälfte der Dif­fe­renz zwi­schen dem bis­he­ri­gen Gehalt und dem Gehalt, das sich auf­grund der Redu­zie­rung der Arbeits­zeit ergibt, auf­ge­stockt - sog. Ent­gel­t­auf­sto­ckung. „Zum Aus­g­leich erhal­ten die Arbeit­neh­mer spä­ter, wenn sie wie­der voll arbei­ten, wei­ter­hin nur das redu­zierte Gehalt, bis sie das „nega­tive Wert­gut­ha­ben“ wie­der rein­ge­ar­bei­tet haben“, erklärt Kir­sam­mer. 

So weit, so gut. Doch wie der Fis­kus die­ses Kon­strukt steu­er­lich behan­deln soll, war bis­lang völ­lig offen. Nun hat sich das Bun­des­mi­nis­te­rium für Finan­zen mit Sch­rei­ben vom 23.5.2012 (Az. IV C 5 - S 1901/11/10005) mit den lohn­steu­er­li­chen Fra­gen im Zusam­men­hang mit der Fami­li­enpf­le­ge­zeit aus­ein­an­der­ge­setzt. 

Danach liegt wäh­rend der Fami­li­enpf­le­ge­zeit ein Zufluss von Arbeits­lohn vor, der sich aus dem ver­rin­ger­ten regu­lä­ren Arbeits­ent­gelt und der Ent­gel­t­auf­sto­ckung zusam­men­setzt und ver­steu­ert wer­den muss. In der Nachpf­le­ge­phase, in der der Arbeit­neh­mer wie­der voll arbei­tet, ver­steu­ert er wei­ter­hin nur das redu­zierte Arbeits­ent­gelt. Mit dem ande­ren Teil wird das nega­tive Wert­gut­ha­ben aus­ge­g­li­chen. „Das Vor­teil­hafte daran ist“, so Kir­sam­mer, „dass der Aus­g­leich die­ses nega­ti­ven Wert­gut­ha­bens kei­nen Zufluss von Arbeits­lohn dar­s­tellt und dem­zu­folge auch kei­ner Besteue­rung unter­liegt.“ Sofern der voll­stän­dige Aus­g­leich des nega­ti­ven Wert­gut­ha­bens, etwa wegen arbeit­ge­ber­sei­ti­ger Kün­di­gung des Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses unter­b­leibt, liegt kein geld­wer­ter Vor­teil in Höhe der erlo­sche­nen Aus­g­leichs­for­de­rung vor. An die­sen Rege­lun­gen zeigt sich, dass die Finanz­ver­wal­tung ein Ein­se­hen mit Fami­lien hat, die sich für die Pflege ihrer Ange­hö­ri­gen zu Hause ent­schei­den.

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Ebner Stolz Mön­ning Bachem gehört als unab­hän­gige Bera­tungs­ge­sell­schaft zu den zehn gro­ßen, eta­b­lier­ten Unter­neh­men der Bran­che in Deut­sch­land. Gemein­sam beschäf­ti­gen wir ­über 950 Mit­ar­bei­ter an 15 Stand­or­ten und erzie­len einen Honorar­um­satz von rund 122 Mio. EURO.

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