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Steuerberatung

Steuerfreiheit arbeitgebergeförderter Präventionsleistungen

Durch den Arbeitgeber unterstützte Leistungen im Bereich der Prävention und der Gesundheitsförderung seiner Arbeitnehmer können in begrenztem Umfang lohnsteuerfrei sein. Die OFD Karlsruhe äußert sich dazu.

Leis­tun­gen des Arbeit­ge­bers zur Ver­min­de­rung von Krank­heits­ri­si­ken und Maß­nah­men der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung, die den Anfor­de­run­gen der §§ 20 und 20b SGB V genü­gen, sind steu­er­f­rei, wenn sie zusätz­lich zum ohne­hin geschul­de­ten Arbeits­lohn gewährt wer­den und soweit sie 600 Euro im Kalen­der­jahr nicht über­s­tei­gen.

Die OFD Karls­ruhe hat der Finanz­ver­wal­tung mit einer Ver­fü­gung vom 21.7.2020 (Az. S 2342/135-St 142, DStR 2020, S. 2073) eine detail­lierte Anwen­dungs­hilfe an die Hand gege­ben, in der sie erläu­tert, wel­che Maß­nah­men die Vor­aus­set­zun­gen für diese in § 3 Nr. 34 EStG gere­gelte Steu­er­f­rei­heit erfül­len und in wel­chen Fäl­len die Steu­er­f­rei­heit zu ver­sa­gen ist.

Die Steu­er­be­f­rei­ung für eine Leis­tung der indi­vi­du­el­len ver­hal­tens­be­zo­ge­nen Präv­en­tion i. S. d. § 20 SGB V greift, wenn u. a. die Maß­nahme durch eine Kran­ken­kasse zer­ti­fi­ziert wurde. Dabei ist es uner­heb­lich, ob es sich um einen Präv­en­ti­ons­kurs der Kran­ken­kasse oder des Arbeit­ge­bers han­delt, wel­cher ent­we­der auf Ver­an­las­sung des Arbeit­ge­bers zer­ti­fi­ziert oder vom Arbeit­ge­ber als zer­ti­fi­zierte Leis­tung ein­ge­kauft wurde. Zer­ti­fi­kate und Teil­nah­me­be­schei­ni­gun­gen müs­sen vom Arbeit­ge­ber jeweils als Belege zum Lohn­konto genom­men wer­den. Steu­er­f­rei sind zudem Maß­nah­men der betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung i. S. d. § 20b SGB V, die von Kran­ken­kas­sen geför­dert, aber nicht zer­ti­fi­ziert wer­den.

Aber auch nicht zer­ti­fi­zierte Präv­en­ti­ons­kurse kön­nen im Ein­zel­fall steu­er­f­rei sein, wenn die Qua­li­fi­ka­tion des Kurs­lei­ters und der Kurs als sol­cher den Anfor­de­run­gen der §§ 20 und 20b SGB V genü­gen oder in ihrer Aus­ge­stal­tung Leis­tun­gen zur betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung ent­sp­re­chen.

Mit­g­lieds­bei­träge in Sport­ve­r­ei­nen oder Fit­ness-Stu­dios fal­len aller­dings nicht unter die Steu­er­be­f­rei­ung, es sei denn, sie sind zur Teil­nahme an einem nach § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB V zer­ti­fi­zier­ten Kurs erfor­der­lich und die Kos­ten der Kurse wer­den über die Mit­g­lieds­bei­träge abge­rech­net und durch Beschei­ni­gun­gen nach­ge­wie­sen.

Hin­weis

Unab­hän­gig von der Steu­er­be­f­rei­ung nach § 3 Nr. 34 EStG sind Leis­tun­gen des Arbeit­ge­bers zur betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung, die im über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chen Inter­esse erfol­gen, kein Arbeits­lohn. Dazu zäh­len u. a. Leis­tun­gen zur För­de­rung von Mann­schaftss­port­ar­ten durch Zuschüsse, die Arbeits­platz­aus­stat­tung (z. B. höh­en­ver­s­tell­ba­rer Sch­reib­tisch) oder Auf­wen­dun­gen für einen betriebs­ei­ge­nen Fit­ness­raum.

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