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Schadensausgleichsregelung für die November- und Dezemberhilfe

Mit der Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) soll Un­ter­neh­men nach Aus­schöpfung der geänder­ten Bun­des­re­ge­lung Klein­bei­hil­fen 2020 und der De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung eine höhere Förde­rung im Rah­men der No­vem­ber- und De­zem­ber­hilfe gewährt wer­den können, als dies bei der Kom­bi­na­tion mit der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 möglich wäre.

Für Anträge bis zu 2 Mio. Euro im Rah­men der No­vem­ber- und De­zem­ber­hilfe exis­tiert be­reits eine bei­hil­fe­recht­li­che Grund­lage als Kom­bi­na­tion aus De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung und geänder­ter Bun­des­re­ge­lung Klein­bei­hil­fen 2020: Nach der geänder­ten Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung (Stand 22.2.2021) sind Bei­hil­fen bis zu 1,8 Mio. Euro pro Un­ter­neh­men(sver­bund) möglich, wo­bei der KfW-Schnell­kre­dit und an­dere Förde­run­gen (z. B. So­fort­hil­fen des Bun­des oder Überbrückungs­hilfe I) an­zu­rech­nen sind. Die De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung er­laubt Bei­hil­fen bis zu 200.000 Euro pro Un­ter­neh­men in­ner­halb von drei Steu­er­jah­ren. Im Rah­men der No­vem­ber- bzw. De­zem­ber­hilfe (plus) be­steht zu­dem die Möglich­keit, auf Ba­sis der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 Anträge bis zu einem Förder­be­trag von 10 Mio. Euro zu stel­len, wo­bei Anträge dafür ab spätes­tens Mitte März 2021 möglich sein sol­len. Auf Ba­sis der bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen er­gibt sich da­mit ein Förder­vo­lu­men von bis zu 12 Mio. Euro.

Funktionsweise der beihilferechtlichen Grundlage zum Schadensausgleich

Seit 22.2.2021 gibt es mit der Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) darüber hin­aus eine op­tio­nale bei­hil­fe­recht­li­che Ergänzung zur Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung und De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung für Un­ter­neh­men mit ho­hem Fi­nanz­be­darf, die die Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung 2020 und die De-mi­ni­mis-Ver­ord­nung be­reits aus­ge­schöpft ha­ben oder für an­dere Förder­pro­gramme wie die Überbrückungs­hilfe III „auf­spa­ren“ möch­ten. Die Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) ermöglicht einen Aus­gleich Lock­down-be­ding­ter Schäden und hat - an­ders als die al­ter­na­tiv wähl­bare Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 - keine be­tragsmäßige Ober­grenze.

Die für ent­stan­dene Schäden ge­zahlte Förde­rung beläuft sich un­abhängig von der bei­hil­fe­recht­li­chen Grund­lage auf ma­xi­mal 75 % des Um­sat­zes aus dem No­vem­ber bzw. De­zem­ber 2019 (No­vem­ber- bzw. De­zem­ber­hilfe).

Als Scha­den im Rah­men der Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) ist die (ne­ga­tive) Dif­fe­renz zwi­schen dem in den Lock­down-Mo­na­ten er­mit­tel­ten Be­triebs­er­geb­nis im Ver­gleich zum ent­spre­chen­den Mo­nat des Jah­res 2019 an­zu­set­zen, wo­bei Hil­fen für Schäden gewährt wer­den dürfen, die in Lock­down-Mo­na­ten zwi­schen dem 1.3.2020 und dem 31.12.2020 ent­stan­den sind (bei­hil­fefähi­ger Zeit­raum) und noch nicht im Rah­men an­de­rer CO­VID-19-Förder­pro­gramme gel­tend ge­macht wur­den. An­ders als bei der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 gilt da­mit nicht der ge­samte Zeit­raum zwi­schen März und De­zem­ber 2020 als bei­hil­fefähi­ger Zeit­raum, son­dern nur die Mo­nate, für die Schließungs­an­ord­nun­gen be­stan­den. Leis­tungs­zeit­raum sind die Mo­nate No­vem­ber und De­zem­ber 2020. Bei der Scha­den­ser­mitt­lung muss nicht die Si­tua­tion des ge­sam­ten Un­ter­neh­mens­ver­bunds berück­sich­tigt wer­den. Viel­mehr kommt bei der Be­ur­tei­lung des zu ent­schädi­gen­den Scha­dens nur das Er­geb­nis der Tätig­keit des Be­triebs zum An­satz, das di­rekt von den Lock­down-Be­schlüssen be­trof­fen ist.

Da ein Nach­fra­gerück­gang in 2020 als all­ge­meine Folge der Pan­de­mie nicht er­stat­tungsfähig ist, kann dafür an­stelle ei­ner Ein­zel­wert­er­mitt­lung ein pau­scha­ler Ab­schlag von 5 % auf den er­mit­tel­ten Scha­den vor­ge­nom­men wer­den. Das ent­spricht dem preis­be­rei­nig­ten Rück­gang des BIP im Jahr 2020. Durch die Scha­dens­aus­gleichs­re­ge­lung ins­ge­samt er­stat­tungsfähig sind dem­nach 95 % des ent­stan­de­nen Scha­dens.

Antragsberechtigte

Die Re­ge­lung zum Scha­dens­aus­gleich gilt für pri­vate und öff­ent­li­che Un­ter­neh­men und Ein­rich­tun­gen, de­ren Ge­schäfts­be­trieb auf­grund des Bund-Länder-Be­schlus­ses vom 28.10.2020 (und des­sen Verlänge­run­gen) von Schließungs­an­ord­nun­gen di­rekt be­trof­fen sind. Da­mit können ins­be­son­dere die Gas­tro­no­mie- und Ho­tel­le­rie­bran­che, kul­tu­relle Ein­rich­tun­gen und In­sti­tu­tio­nen, die der Frei­zeit­ge­stal­tung die­nen, da­von pro­fi­tie­ren. Ebenso an­trags­be­rech­tigt sind in­di­rekt be­trof­fene Un­ter­neh­men, die min­des­tens 80 % ih­rer Umsätze mit Un­ter­neh­men er­wirt­schaf­ten, die vom Lock­down di­rekt be­trof­fen sind, nicht aber über Dritte in­di­rekt Be­trof­fene.

Kumulierung mit anderen Beihilfen

Ein nach der Scha­dens­aus­gleichs­re­ge­lung gewähr­ter Zu­schuss kann mit an­de­ren Bei­hil­fen zum Scha­dens­aus­gleich so­wie Bei­hil­fen auf Grund­lage des „Be­fris­te­ten Rah­mens für Staat­li­che Bei­hil­fen zur Stützung der Wirt­schaft an­ge­sichts des der­zei­ti­gen Aus­bruchs von CO­VID-19“ auf ma­xi­mal 100 % des ent­stan­de­nen Scha­dens ku­mu­liert wer­den (Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung 2020 und De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung). Nicht kom­bi­nier­bar ist die Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) mit der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020.

Antragstellung

Un­ter­neh­men, für die das ma­xi­male Förder­vo­lu­men der Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung 2020 und der De-mi­ni­mis-Ver­ord­nung in Höhe von 2 Mio. Euro nicht aus­reicht bzw. be­reits für an­dere Förder­pro­gramme teil­weise auf­ge­braucht ist, sol­len ih­ren An­trag auf No­vem­ber- und/oder De­zem­ber­hilfe spätes­tens ab Mitte März 2021 zusätz­lich auf die Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) stützen können. Eine An­trag­stel­lung ist dann bis zum 30.6.2021 möglich.

So­fern be­reits Anträge auf No­vem­ber- und/oder De­zem­ber­hilfe ge­stellt wur­den, für die nun ein an­de­res Bei­hil­fe­re­gime güns­ti­ger wäre, können mit­tels Ände­rungs­an­trag die bei­hil­fe­recht­li­che Grund­lage wech­seln.

Hin­weis: Wei­tere De­tails zur No­vem­ber- und De­zem­ber­hilfe und zu den gel­ten­den Bei­hil­fe­re­gi­men fin­den sich in den FAQ auf dem On­line-Por­tal Überbrückungs­hilfe.

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