de en
Nexia Ebner Stolz

Presse

Prämie für Elektroautos - wie wirkt sie sich steuerlich aus?

  • Prä­mie wirkt sich min­dernd auf Absch­rei­bun­gen aus
  • Bei Ermitt­lung des Werts der Pri­vat­nut­zung des Fir­men­wa­gens nach der Ein-Pro­zent-Methode bleibt die Prä­mie unbe­rück­sich­tigt
  • Fahr­ten­buch­me­thode zur Ermitt­lung des pri­va­ten Fahr­zeug­kos­ten­an­teils kann an Attrak­ti­vi­tät gewin­nen 

Ham­burg, 8. Juni 2016 - Die poli­ti­sche Eini­gung kam rela­tiv sch­nell, die Umset­zung folgt in nicht min­der hoher Geschwin­dig­keit. Denn durch die Ein­füh­rung einer Kauf­prä­mie für Elek­tro- und Hybrid­fahr­zeuge, auch Umwelt­bo­nus genannt, will die Bun­des­re­gie­rung das von einer Mil­lion auf 500.000 Elek­tro­au­tos auf deut­schen Stra­ßen redu­zierte Ziel bis Ende des Jah­res noch errei­chen.
 
So ist vor­ge­se­hen, dass beim Kauf eines rei­nen Elek­tro­au­tos 4.000 Euro und bei einem Hybrid­fahr­zeug 3.000 Euro Zuschuss gewährt wer­den, jeweils hälf­tig finan­ziert durch den Fis­kus und den Fahr­zeug­her­s­tel­ler. Die För­de­rung wird aber nur gezahlt, wenn der Lis­ten­preis des Fahr­zeugs 60.000 Euro nicht über­s­teigt. Geför­dert wer­den sol­len bis zu 400.000 Fahr­zeug­käufe, wobei bei dar­über­hin­aus­ge­hen­der Nach­frage der­je­nige die Prä­mie erhält, der sich sch­nel­ler ent­schei­det.
 
Neben der Prä­mi­en­zah­lung und einer aus­rei­chen­den Ver­sor­gung mit Lade­sta­tio­nen dürfte die poten­ti­el­len Käu­fer auch die Frage nach den steu­er­li­chen Fol­gen der För­de­rung umt­rei­ben.
 
Unter­neh­mer, die ein Elek­tro­fahr­zeug für ihren Betrieb kau­fen, kön­nen nur die um die Prä­mie gemin­der­ten Anschaf­fungs­kos­ten über die Nut­zungs­dauer ver­teilt als Absch­rei­bung gewinn­min­dernd gel­tend machen. Es ent­ste­hen also gerin­gere Betriebs­aus­ga­ben als ohne För­de­rung, da ja auch weni­ger aus­ge­ge­ben wurde.
 
Wird das Elek­tro­fahr­zeug durch den Unter­neh­mer zwar über­wie­gend betrieb­lich, aber auch pri­vat genutzt, ist der Wert der Pri­vat­nut­zung zu ermit­teln, der den steu­erpf­lich­ti­gen Gewinn erhöht und auch der Umsatz­steuer unter­liegt. „Bei Anwen­dung der sog. Ein-Pro­zent-Methode ist für die Pri­vat­nut­zung monat­lich ein Pro­zent des Brut­to­lis­ten­p­rei­ses des Fahr­zeugs zum Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung her­an­zu­zie­hen. Dabei bleibt unbe­rück­sich­tigt, ob beim Kauf großz­ü­g­ige Rabatte her­aus­ge­han­delt wur­den oder eben eine staat­li­che Prä­mie ein­ge­s­tri­chen wird“, erläu­tert Anne-Marie Kekow, Wirt­schafts­prü­fe­rin, Steu­er­be­ra­te­rin und Part­ne­rin bei Ebner Stolz in Ham­burg. Aller­dings ist der Brut­to­lis­ten­preis nach der bereits gel­ten­den steu­er­ge­setz­li­chen Rege­lung beim Kauf eines Elek­tro­au­tos in 2016 um 350 Euro pro Kilo­watt­stunde der Bat­te­rie­ka­pa­zi­tät, maxi­mal um 8.500 Euro, zu min­dern. So würde z. B. beim Kauf eines Elek­tro­au­tos mit einer Bat­te­rie­ka­pa­zi­tät von 24 kWh und einem Brut­to­lis­tenneu­preis von 35.000 Euro monat­lich der Wert der Pri­vat­nut­zung mit 1 % von 26.600 Euro (35.000 Euro abzgl. 350 Euro x 24), somit 266 Euro, anzu­set­zen sein. Wird das Fahr­zeug zudem für Wege zwi­schen Woh­nung und Betrieb genutzt, ist der Wert um einen Auf­schlag zu erhöhen.
 
Ans­telle der Ein-Pro­zent-Methode kann an Hand eines Fahr­ten­buchs und der tat­säch­lich ange­fal­le­nen Kos­ten ermit­telt wer­den, wel­cher Betrag auf die Pri­vat­nut­zung ent­fällt. „In die­sem Fall min­dert die E-Auto-Prä­mie die Anschaf­fungs­kos­ten“, so Anne-Marie Kekow. Dar­über hin­aus ist nach der bereits gel­ten­den gesetz­li­chen Rege­lung vor­ge­se­hen, die Anschaf­fungs­kos­ten eines in 2016 erwor­be­nen Elek­tro­fahr­zeugs um 350 Euro pro Kilo­watt­stunde der Bat­te­rie­ka­pa­zi­tät, maxi­mal um 8.500 Euro, zu redu­zie­ren. Für Zwe­cke der Bewer­tung der Pri­vat­nut­zung ist auf Basis der danach ver­b­lei­ben­den Anschaf­fungs­kos­ten die Absch­rei­bung zu berech­nen, die dann in die Gesamt­fahr­zeug­kos­ten ein­f­ließt. Soweit diese Gesamt­kos­ten auf Pri­vat­fahr­ten laut Fahr­ten­buch ent­fal­len, sind sie dem Gewinn hin­zu­zu­rech­nen. „Letzt­lich wirkt sich damit die E-Auto-Prä­mie durch gerin­gere Fahr­zeug­kos­ten auch auf den Wert der Pri­vat­nut­zung min­dernd aus“, resü­miert die Steu­er­be­ra­te­rin und Wirt­schafts­prü­fe­rin.
 
Wird einem Arbeit­neh­mer ein Elek­tro­fahr­zeug als Fir­men­wa­gen zur Ver­fü­gung ges­tellt, gilt ent­sp­re­chen­des. Auch hier ist der Wert der Pri­vat­nut­zung zu ermit­teln, der als lohn­steu­erpf­lich­ti­ger Arbeits­lohn zu berück­sich­ti­gen ist. Zur Wahl steht wie­derum die Anwen­dung der Ein-Pro­zent-Methode oder die Fahr­ten­buch­me­thode mit den ent­sp­re­chen­den steu­er­li­chen Fol­gen.
 
Laut Anne-Marie Kekow gilt somit: „Sowohl für Unter­neh­mer als auch für Arbeit­neh­mer, die einen Fir­men­wa­gen zwar pri­vat nut­zen, kann die Füh­rung eines Fahr­ten­buchs damit steu­er­lich noch­mals an Attrak­ti­vi­tät gewin­nen - auch wenn der admi­ni­s­t­ra­tive Auf­wand einen erheb­li­chen Läs­t­ig­keits­fak­tor haben dürfte. Es ist aber - wie so oft im Steu­er­recht - der Grund­satz zu beach­ten, dass auf den Ein­zel­fall abzu­s­tel­len ist. Denn umso grö­ßer der Teil der Pri­vat­nut­zung ist, desto eher wird den­noch die Ein-Pro­zent-Methode die güns­ti­gere sein.“

Pres­se­kon­takt

Isa­bell Zemelka
Ebner Stolz
Kro­nen­straße 30
70174 Stutt­gart
Tel. +49 711 2049-1500
isa­bell.zemel­ka@eb­ner­stolz.de

Unter­neh­mens­kon­takt

Anne-Marie Kekow
Ebner Stolz
Lud­wig-Erhard-Straße 1
20459 Ham­burg
Tel. +49 40 37097-250
anne-marie.keko­w@eb­ner­stolz.de

Über Ebner Stolz

Ebner Stolz ist eine der größ­ten unab­hän­gi­gen mit­tel­stän­di­schen Bera­tungs­ge­sell­schaf­ten in Deut­sch­land und gehört zu den Top Ten der Bran­che. Das Unter­neh­men ver­fügt über jahr­zehn­te­lange fun­dierte Erfah­rung in Wirt­schafts­prü­fung, Steu­er­be­ra­tung, Rechts­be­ra­tung und Unter­neh­mens­be­ra­tung. Die­ses breite Spek­trum bie­ten über 1.200 Mit­ar­bei­ter in dem für sie typi­schen mul­ti­dis­zi­p­li­nä­ren Ansatz in allen wesent­li­chen deut­schen Groß­s­täd­ten und Wirt­schafts­zen­t­ren an. Als Markt­füh­rer im Mit­tel­stand bet­reut das Unter­neh­men über­wie­gend mit­tel­stän­di­sche Indu­s­trie-, Han­dels- und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men aller Bran­chen und Grö­ß­en­ord­nun­gen.
Län­der­über­g­rei­fende Prü­fungs- und Bera­tungs­auf­träge führt Ebner Stolz zusam­men mit Part­nern von Nexia Inter­na­tio­nal durch, welt­weit eines der zehn größ­ten Netz­werke von Bera­tungs- und Wirt­schafts­prü­fungs­un­ter­neh­men. Ebner Stolz ist über Nexia in über 120 Län­dern mit mehr als 560 Büros ver­t­re­ten. Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu Ebner Stolz fin­den Sie unter www.ebner­stolz.de.

nach oben