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Neues BaFin-Rundschreiben zu Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch veröffentlicht

Das BaFin-Rundschreiben zu Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch ist veröffentlicht.

Der Ent­wurf des über­ar­bei­te­ten Rund­sch­rei­bens zu „Zins­än­de­rungs­ri­si­ken im Anla­ge­buch“ befand sich seit Mitte Oktober 2017 in Kon­sul­ta­tion (BaFin-Kon­sul­ta­tion 13/2017). Am 12.6.2018 wurde nun die Neu­fas­sung des Rund­sch­rei­bens 9/2018 (BA) durch die BaFin ver­öf­f­ent­licht und löst das bis­he­rige Rund­sch­rei­ben 11/2011 unmit­tel­bar ab.

Hin­weis

Über die Inten­tion der BaFin zur Neu­fas­sung des Rund­sch­rei­bens sowie die damit ver­bun­de­nen wesent­li­chen Ände­run­gen haben wir bereits in unse­rem novus Finanz­di­enst­leis­tun­gen 1. Aus­gabe 2018 berich­tet. Im Ver­g­leich zum Kon­sul­ta­ti­ons­ent­wurf wur­den nur noch wenige Detai­län­de­run­gen vor­ge­nom­men.

In ihrem Ansch­rei­ben zur Ver­öf­f­ent­li­chung hebt die Auf­sicht die wesent­lichs­ten Ände­run­gen gegen­über dem Rund­sch­rei­ben 11/2011 noch­mals her­vor. Dabei ist für kleine Insti­tute bzw. Spe­zial­ban­ken ohne zin­s­tra­gen­des Aktiv- oder Pas­siv­ge­schäft die Strei­chung des bis­her mög­li­chen Aus­weich­ver­fah­rens von beson­de­rer Bedeu­tung. Diese Häu­ser haben nun kurz­fris­tig bis 31.10.2018 eine bar­wer­tige Zins­ri­si­ko­mes­sung auf­zu­bauen.

Die Ände­run­gen durch das Rund­sch­rei­ben 9/2018 (BA) sind erst­mals im Rah­men der Fina­Ri­si­koV-Mel­dung (Mel­dung nach der Ver­ord­nung zur Ein­rei­chung von Finanz- und Risi­ko­trag­fähig­keits­in­for­ma­tio­nen nach dem Kre­dit­we­sen­ge­setz) zum Mel­destich­tag 30.6.2018 zu berück­sich­ti­gen. Diese Mel­dung hat spä­tes­tens bis zum 27.7.2018 zu erfol­gen.

Hin­weis

Die geplan­ten Ände­run­gen der Fina­Ri­si­koV-Mel­dung (BaFin-Kon­sul­ta­tion 18/2017), die u. a. eine zusätz­li­che Infor­ma­tion über die Behand­lung von Mar­gen-Cash­f­lows im Zins­schock vor­se­hen, sol­len im Ver­lauf des Jah­res 2018 in Kraft tre­ten.

Im Ver­g­leich zum Kon­sul­ta­ti­ons­ent­wurf wur­den ledig­lich klar­s­tel­lende Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men bzw. diese Klar­stel­lun­gen im Ansch­rei­ben zur Ver­öf­f­ent­li­chung durch die Auf­sicht noch­mals auf­ge­grif­fen:

  • Es wird klar­ge­s­tellt, dass die bei Insti­tu­ten mit erhöh­tem Zins­än­de­rungs­ri­siko (Zins­buch­bar­wert­ver­rin­ge­rung im Zins­schock um mehr als 20 % der Eigen­mit­tel) zu erg­rei­fen­den auf­sicht­li­chen Maß­nah­men auch die Über­prü­fung der Kapi­tal­fest­set­zung im Rah­men des SREP-Pro­zes­ses umfas­sen.
  • Zur Ver­mei­dung einer Dop­pel­mel­dung akzep­tiert die deut­sche Auf­sicht von Kre­di­t­in­sti­tu­ten, die der unmit­tel­ba­ren Auf­sicht der EZB unter­ste­hen, im Rah­men der Fina­Ri­si­koV-Mel­dung die der EZB gemel­de­ten Daten. Inso­weit fin­den für diese Häu­ser die Vor­ga­ben des Rund­sch­rei­bens 9/2018 (BA) zur Berech­nungs­me­tho­dik keine Anwen­dung. Mel­depf­lich­ten, die ledig­lich Bestand­teil der Fina­Ris­koV- und nicht der EZB-Mel­dung sind, blei­ben von die­ser Aus­nahme unbe­rührt.
  • Hin­sicht­lich des Begriffs der unmit­tel­ba­ren Pen­si­ons­verpf­lich­tun­gen wird klar­ge­s­tellt, dass die­ser den han­dels­recht­li­chen Vor­schrif­ten ent­spricht.
  • Die Zah­lungs­ströme aus unmit­tel­ba­ren Pen­si­ons­verpf­lich­tun­gen sind gene­rell zu berück­sich­ti­gen, es sei denn diese haben eine unwe­sent­li­che Aus­wir­kung auf das gesamte Zins­än­de­rungs­ri­siko (Zins­buch­bar­wert bzw. Zins­ko­ef­fi­zi­ent zu den Eigen­mit­teln) des Insti­tuts. Dies ist dann hin­rei­chend zu doku­men­tie­ren.
  • Die Aktua­li­sie­rung der Zah­lungs­ströme aus unmit­tel­ba­ren Pen­si­ons­verpf­lich­tun­gen kann auf jähr­li­cher Basis erfol­gen, sofern unter­jäh­rig keine sig­ni­fi­kan­ten Schwan­kun­gen bzw. keine sig­ni­fi­kan­ten Ver­än­de­run­gen des Ein­flus­ses auf den Zins­schock vor­lie­gen.
  • Bei Aus­la­ge­rung der Zins­schock-Berech­nung sind die all­ge­mei­nen Rege­lun­gen für Aus­la­ge­run­gen des AT 9 MaRisk zu beach­ten.


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