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Steuerberatung

Neue steuerliche Förderung bei der Überlassung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen

Für Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen, die ab 1.1.2019 angeschafft, geleast oder gemietet werden, erfolgt laut einer Gesetzesänderung die steuerliche Begünstigung durch eine Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils für Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und etwaiger steuerpflichtiger Familienheimfahrten.

Betrieb­li­che Elek­tro- und Hybri­de­lek­tro­fahr­zeuge wer­den durch eine Ent­las­tung bei der Dienst­wa­gen­be­steue­rung steu­er­lich begüns­tigt. Bis­her, d.h. bis zum 31.12.2018, erfolgte diese steu­er­li­che För­de­rung durch die pau­schale Kür­zung des Brut­to­lis­tenneu­p­rei­ses (bei der 1%-Rege­lung) bzw. durch die pau­schale Kür­zung der Bemes­sungs­grund­lage für die Abset­zung für Abnut­zung (bei der Fahr­ten­buch­me­thode) um die darin ent­hal­te­nen Kos­ten für das Bat­te­rie­sys­tem. Für 2018 betrugt die Min­de­rung EUR 250 pro kWh, höchs­tens EUR 7.500. Diese Nach­teils­aus­g­leich­re­ge­lung gilt auch über den 1.1.2019 hin­aus. Ins­be­son­dere ist sie wei­ter­hin anzu­wen­den für Elek­tro- und Hybri­de­lek­tro­fahr­zeuge, die zwar im Jahr 2019 ange­schafft oder geleast wer­den, aber nicht die neuen Anfor­de­run­gen des Elek­tro­mo­bi­li­täts­ge­set­zes ab 1.1.2019 erfül­len.

Neue steuerliche Förderung bei der Überlassung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen © iStock

Für Elek­tro- und Hybri­de­lek­tro­fahr­zeu­gen, die ab 1.1.2019 ange­schafft, geleast oder gemie­tet wer­den, erfolgt laut einer Geset­zes­än­de­rung die steu­er­li­che Begüns­ti­gung durch eine Hal­bie­rung der Bemes­sungs­grund­lage bei der Ermitt­lung des geld­wer­ten Vor­teils für Pri­vat­fahr­ten, Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte und etwai­ger steu­erpf­lich­ti­ger Fami­li­en­heim­fahr­ten. Bei Anwen­dung der 1%-Rege­lung wird dem­nach der geld­werte Vor­teil der Pri­vat­nut­zung auf Basis des hälf­ti­gen Brut­to­lis­tenneu­p­rei­ses ermit­telt. Wird der geld­werte Vor­teil nach der Fahr­ten­buch­me­thode berech­net, sind die Anschaf­fungs­kos­ten bzw. Lea­sing­kos­ten zu hal­bie­ren, so dass sich ent­sp­re­chend die Gesamt­kos­ten des Fahr­zeugs min­dern. Wird das Fahr­zeug geleast oder gemie­tet, flie­ßen nur die hälf­ti­gen Lea­sing- oder Miet­kos­ten in die Gesamt­kos­ten ein.

Die­ser beson­dere Steu­er­vor­teil kann nur dann in Anspruch genom­men wer­den, wenn das Fahr­zeug als Elek­tro- oder Hybri­de­lek­tro­fahr­zeug qua­li­fi­ziert. Dies lässt sich in der Regel dadurch erken­nen, dass Elek­tro­fahr­zeuge in Feld 10 der Zulas­sungs­be­schei­ni­gung eine Codie­rung von 0004 bis 0015, Hybri­de­lek­tro­fahr­zeuge eine Codie­rung von 0016 bis 0019 und 0025 bis 0031 auf­wei­sen.

Wei­tere wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Anwen­dung der neuen steu­er­li­chen För­de­rung von Elek­tro- und Hybri­de­lek­tro­fahr­zeu­gen ist der Zeit­punkt der Anschaf­fung des jewei­li­gen Fahr­zeugs. Anders als bei der bis­he­ri­gen För­de­rung durch den Nach­teils­aus­g­leich stellt der Gesetz­ge­ber nur auf die Anschaf­fung ab und nicht auf die Erst­zu­las­sung. Laut Geset­zes­be­grün­dung heißt es „Die Neu­re­ge­lung ist für Elek­tro- und Hybri­de­lek­tro­fahr­zeuge, die extern auf­lad­bar sind, anzu­wen­den, die im Zei­traum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezem­ber 2021 ange­schafft oder geleast wer­den.“ Damit sind auch Gebraucht­fahr­zeuge begüns­tigt.

Noch nicht geklärt hat die Finanz­ver­wal­tung dabei, wie mit der sog. Kos­ten­de­cke­lung zu ver­fah­ren ist. Im Rah­men der Kos­ten­de­cke­lung wird der nach der 1%-Rege­lung ermit­telte pau­schale Nut­zungs­wert mit den tat­säch­lich ange­fal­le­nen Kos­ten ver­g­li­chen. Über­s­teigt der pau­schale Nut­zungs­wert die Höhe der Gesamt­kos­ten für den Fir­men­wa­gen (was insb. vor­kom­men kann, wenn das Fahr­zeug bereits abge­schrie­ben ist), hat der Arbeit­neh­mer ledig­lich die Gesamt­kos­ten als geld­wer­ten Vor­teil zu ver­steu­ern.

Inwie­weit die neue Hal­bie­rungs­re­gel sich auch auf die umsatz­steu­er­recht­li­che Behand­lung des geld­wer­ten Vor­teils aus­wirkt, ist eben­falls noch offen. Nach den bis­he­ri­gen Rege­lun­gen, z.B. keine Kür­zung der Umsatz­steu­er­be­mes­sungs­grund­lage beim Nach­teils­aus­g­leich für das Bat­te­rie­sys­tem oder bei Zuzah­lun­gen des Arbeit­neh­mers, ist jedoch davon aus­zu­ge­hen, dass die neue Hal­bie­rungs­re­gel bei Über­las­sung eines Elek­tro- oder Hybri­de­lek­tro­fahr­zeugs an den Arbeit­neh­mer nicht für die Umsatz­steuer gilt. Viel­mehr ist davon aus­zu­ge­hen, dass die umsatz­steu­er­li­che Bemes­sungs­grund­lage wei­ter­hin nach der 1 %-Methode oder der Fahr­ten­buch­me­thode ohne Anwen­dung der vor­ge­nann­ten Begüns­ti­gun­gen zu ermit­teln ist.

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