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Wirtschaftsprüfung

IFRS IC: Ergänzung zur Bilanzierung von Customizing Kosten bei SaaS veröffentlicht

Das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) hat am 27.04.2021 eine Agenda Entscheidung als Ergänzung des IFRIC Update März 2021 zur Bilanzierung von Konfigurations- und Customizingkosten bei einer Software as a Service Vereinbarung (SaaS) veröffentlicht.

Dem­nach haben Kun­den eines SaaS Ver­trags für Kon­fi­gu­ra­tion und Custo­mi­zing für die­sen einen imma­te­ri­el­len Ver­mö­gens­wert zu akti­vie­ren, wenn die Ansatz­kri­te­rien des IAS 38 erfüllt sind. Das IFRS IC geht in den meis­ten Fäl­len davon aus, dass diese nicht erfüllt sind, führt jedoch aus, dass unter bestimm­ten Umstän­den, z. B. im Falle eines zusätz­li­chen Codes, ein imma­te­ri­el­ler Ver­mö­gens­wert i. S. d. IAS 38 vor­lie­gen könnte, da der imma­te­ri­elle Ver­mö­gens­wert durch den Code kon­trol­liert wer­den kann.
 
Ist ein imma­te­ri­el­ler Ver­mö­gens­wert hin­ge­gen nicht zu akti­vie­ren, sind die Kos­ten für Kon­fi­gu­ra­tion und Custo­mi­zing nach IAS 38 zu dem Zeit­punkt als Auf­wand zu erfas­sen, zu dem die zugrunde lie­gende Leis­tung bezo­gen wurde. Wird eine Zah­lung für Ser­vices geleis­tet, die erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt bezo­gen wer­den, ist eine Vor­aus­zah­lung zu akti­vie­ren. Die Frage, ob die Kon­fi­gu­ra­ti­ons- und Custo­mi­zin­g­leis­tun­gen und die SaaS-Leis­tun­gen bei der Beur­tei­lung, zu wel­chem Zeit­punkt der Auf­wand hier­für zu erfas­sen ist, als sepa­rate Leis­tun­gen zu betrach­ten sind oder nicht, ist anhand des sog. „dis­tinct“-Kri­te­ri­ums des IFRS 15 zu ent­schei­den. Wer­den die Kon­fi­gu­ra­ti­ons- und Custo­mi­zin­g­leis­tun­gen von einem Drit­ten erbracht, sind die Kos­ten danach zu dem Zeit­punkt im Auf­wand zu erfas­sen, zu dem die Kon­fi­gu­ra­tion und das Custo­mi­zing durch den Drit­ten erfol­gen.
 
Die Agenda Ent­schei­dung ist über die Web­site des IASB unter die­sem Link abruf­bar.

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