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Wirtschaftsprüfung

Entwurf des IASB zu jährlichen Verbesserungen an den IFRS 2018-2020

Am 21.5.2019 hat das IASB den Exposure Draft ED/2019/2 “Annual Improvements to IFRS Standards 2018-2020” veröffentlicht. Die Kommentierungsfrist dazu endet am 20.8.2019.

Der jähr­li­che Ver­bes­se­rung­s­pro­zess hat vier Stan­dar­dän­de­run­gen zum Gegen­stand: IFRS 1 - Erst­ma­lige Anwen­dung der Inter­na­tio­nal Finan­cial Repor­ting Stan­dards, IFRS 9 - Finan­z­in­stru­mente, IFRS 16 - Lea­sing­ver­hält­nisse und IAS 41 - Land­wirt­schaft.

Entwurf des IASB zu jährlichen Verbesserungen an den IFRS 2018-2020© Unsplash

IFRS 1 - Erst­ma­lige Anwen­dung der Inter­na­tio­nal Finan­cial Repor­ting Stan­dards

Ein Toch­ter­un­ter­neh­men, wel­ches nach sei­nem Mut­ter­un­ter­neh­men IFRS-Erst­an­wen­der wird, hat das Wahl­recht, seine Buch­werte im Kon­zern­ab­schluss des Mut­ter­un­ter­neh­mens zu ver­wen­den, um eine noch­ma­lige IFRS-Umstel­lung zu ver­mei­den. Mit dem Ent­wurf des Ände­rungs­stan­dards soll die­ses Wahl­recht auf kumu­lierte Fremd­wäh­rung­s­um­rech­nungs­dif­fe­ren­zen aus­ge­wei­tet wer­den.

Die­ses Wahl­recht soll eben­falls für asso­zi­ierte Unter­neh­men und Joint Ven­ture gel­ten, die spä­ter Erst­an­wen­der wer­den als das Unter­neh­men, wel­ches maß­geb­li­chen Ein­fluss oder gemein­schaft­li­che Kon­trolle hat.

Diese Erwei­te­rung des Wahl­rech­tes wird nicht für Unter­neh­men zur Ver­fü­gung ste­hen, die IFRS 1 bereits zuvor ange­wen­det haben.

IFRS 9 - Finan­z­in­stru­mente

Das IASB beab­sich­tigt in die Leit­li­nien für die Anwen­dung von IFRS 9 eine Klar­stel­lung der Defini­tion des Begriffs „Gebüh­r­en“ für Zwe­cke des 10 %-Tests im Zusam­men­hang mit der Beur­tei­lung der Aus­bu­chung von Schuld­in­stru­men­ten gemäß IFRS 9.3.3.2 auf­zu­neh­men.

Die­ser Test ist von hoher Rele­vanz, da für den Fall, dass der Bar­wert der Zah­lungs­ströme aus den neuen Ver­trags­be­din­gun­gen um min­des­tens 10 % von dem Bar­wert der rest­li­chen Zah­lungs­ströme der ursprüng­li­chen finan­zi­el­len Ver­bind­lich­keit abweicht, die beste­hende finan­zi­elle Ver­bind­lich­keit aus- und die neue finan­zi­elle Ver­bind­lich­keit ein­ge­bucht wer­den muss. Die Dif­fe­renz zwi­schen dem Buch­wert der beste­hen­den Ver­bind­lich­keit und dem gezahl­ten Ent­gelt (ein­sch­ließ­lich Gebüh­ren) ist erfolgs­wirk­sam zu erfas­sen.     

Für Zwe­cke der Bestim­mung der gezahl­ten (oder erhal­te­nen) Gebüh­ren im Rah­men des 10 %-Tests soll der Schuld­ner nur sol­che Gebüh­ren berück­sich­ti­gen, die zwi­schen dem Schuld­ner und dem Gläu­bi­ger unmit­tel­bar oder im Auf­trag einer die­ser Par­teien gezahlt wer­den.

IFRS 16 - Lea­sing­ver­hält­nisse

Das IASB schlägt vor, Illu­s­t­ra­tive Example 13 zu IFRS 16 dahin­ge­hend anzu­pas­sen, dass die Erstat­tung des Lea­sing­ge­bers an den Lea­sing­neh­mer von Zah­lun­gen für Mie­te­r­ein­bau­ten ges­tri­chen wird. Die Strei­chung soll der Ver­mei­dung von Miss­ver­ständ­nis­sen bei der Anwen­dung von IFRS 16 die­nen, da im Sta­tus quo unklar bleibt, warum der Lea­sing­neh­mer die Erstat­tung im Zusam­men­hang mit den Mie­te­r­ein­bau­ten nicht berück­sich­tigt. Die Argu­men­ta­tion des IASB basiert dar­auf, dass diese Zah­lun­gen Erstat­tun­gen an den Lea­sing­neh­mer für Ver­bes­se­rung an den Ver­mö­gens­wer­ten des Lea­sin­ge­bers sind.

IAS 41 - Land­wirt­schaft

Das IASB schlägt eine Strei­chung des Ver­bots der Berück­sich­ti­gung von Steu­er­zah­lun­gen im Rah­men der Ermitt­lung des bei­zu­le­gen­den Zeit­werts abzüg­lich Ver­äu­ße­rungs­kos­ten vor. Damit soll eine Ver­ein­heit­li­chung mit den Anfor­de­run­gen von IFRS 13 her­ge­s­tellt wer­den.

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