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FG Düsseldorf zur steuerlichen Absetzbarkeit der Kosten eines Zivilprozesses

Urteil des FG Düsseldorf vom 19.02.2013 (10 K 2392/12 E) und 20.02.2013 (15 K 2052/12 E)

Das Fi­nanz­ge­richt Düssel­dorf (FG) hat sich er­neut in zwei Ent­schei­dun­gen vom 19.02.2013 und 20.02.2013 zu­guns­ten der Steu­er­pflich­ti­gen ge­gen einen Nicht­an­wen­dungs­er­lass der Fi­nanz­ver­wal­tung ge­wandt.

In bei­den Fällen (Az.: 10 K 2392/12 E und 15 K 2052/12 E) ging es um die steu­er­li­che Ab­setz­bar­keit der Kos­ten ei­nes Zi­vil­pro­zes­ses. Die Fi­nanz­ver­wal­tung hatte die Kos­ten in einem Fall gar nicht, in einem an­de­ren Fall nur teil­weise als außer­gewöhn­li­che Be­las­tun­gen zum Ab­zug zu­ge­las­sen, ob­wohl die höchstrich­ter­li­che Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs die volle Ab­setz­bar­keit der­ar­ti­ger Auf­wen­dun­gen be­jaht (Bun­des­fi­nanz­hof, Ur­teil vom 12.05.2011, Samm­lung der Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs – BFHE – 234, 30, Bun­des­steu­er­blatt – BStBl. – II 2011, 1015). Zur Begründung hatte die Fi­nanz­ver­wal­tung an­geführt, sie sei an einen so­ge­nann­ten Nicht­an­wen­dungs­er­lass des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Fi­nan­zen ge­bun­den, wo­nach die für die Steu­er­pflich­ti­gen güns­tige Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht an­zu­wen­den sei (Bun­des­mi­nis­te­rium der Fi­nan­zen, Schrei­ben vom 20.12.2011, BStBl. I 2011, 1286).

Die für die Ver­fah­ren zuständi­gen Se­nate des Fi­nanz­ge­richts Düssel­dorf ha­ben in bei­den Fällen die gel­tend ge­mach­ten An­walts- und Ge­richts­kos­ten in vol­ler Höhe steu­er­wirk­sam als außer­gewöhn­li­che Be­las­tun­gen zum Ab­zug zu­ge­las­sen. Da­mit set­zen sich die Rich­ter des Fi­nanz­ge­richts in ausdrück­li­chen Wi­der­spruch zu dem Nicht­an­wen­dungs­er­lass der Fi­nanz­ver­wal­tung.

„Es kommt im Steu­er­recht häufig vor, dass die Fi­nanz­ver­wal­tung ein nicht in ih­rem Sinne er­gan­ge­nes Ur­teil des Bun­des­fi­nanz­hofs mit einem Nicht­an­wen­dungs­er­lass be­legt. Da­mit wer­den die Fi­nanzämter an­ge­wie­sen, eine für den Steu­er­pflich­ti­gen im Re­gel­fall güns­tige Recht­spre­chung nicht an­zu­wen­den“, führt Hel­mut Plücker, Präsi­dent des Düssel­dor­fer Fi­nanz­ge­richts, aus. „Die Fi­nanz­ge­richte sind al­ler­dings an eine der­ar­tige Ver­wal­tungs­an­wei­sung nicht ge­bun­den. Steu­er­pflich­tige, de­ren Auf­wen­dun­gen auf­grund ei­nes Nicht­an­wen­dungs­er­las­ses von den Fi­nanzämtern nicht zum Ab­zug zu­ge­las­sen wer­den, soll­ten da­her in einem sol­chen Fall mit fach­kun­di­ger Hilfe ge­gen den Steu­er­be­scheid Ein­spruch und an­schließend Klage ein­le­gen.“

„Da­bei soll­ten die be­trof­fe­nen Bürger zügig han­deln und kei­nes­falls den Aus­gang wei­te­rer, zu der strei­ti­gen Frage anhängi­ger Mus­ter­ver­fah­ren ab­war­ten. Denn sind Ge­richte und Fi­nanz­ver­wal­tung dau­er­haft ver­schie­de­ner Auf­fas­sung zur An­wen­dung und Aus­le­gung ein­zel­ner Steu­er­ge­setze, er­fol­gen nach ei­ni­ger Zeit oft ge­setz­li­che Klar­stel­lun­gen, die un­ter Umständen für den Bürger ungüns­tig sein können“, so Plücker wei­ter. „Nur die­je­ni­gen Steu­er­pflich­ti­gen, die zeit­nah ge­klagt ha­ben und de­ren Rechts­streit im Fall ei­ner ge­setz­li­chen Ände­rung be­reits letzt­in­stanz­lich ent­schie­den ist, ge­nießen dann Ver­trau­ens­schutz und wer­den von ei­ner ggf. rück­wir­ken­den Neu­fas­sung des Ge­set­zes nicht er­fasst.“

Das Fi­nanz­ge­richt Düssel­dorf hat in der Ver­gan­gen­heit be­reits mehr­fach un­ter Außer­acht­las­sung von Nicht­an­wen­dungs­er­las­sen oder an­de­ren An­wei­sun­gen der Fi­nanz­ver­wal­tung zu­guns­ten der Steu­er­pflich­ti­gen ent­schie­den. Der­ar­tige Ver­fah­ren wer­den von den Rich­te­rin­nen und Rich­tern re­gelmäßig auch vor­ran­gig be­ar­bei­tet, um zeit­nah und ef­fek­tiv Rechts­schutz gewähren zu können.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des FG Düssel­dorf

Das Ur­teil mit dem AZ. 10 K 2392/12 E im Voll­text fin­den Sie hier.

Das Ur­teil mit dem AZ. 15 K 2052/12 E im Voll­text fin­den Sie hier.

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