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Steuerberatung

EuGH bejaht Vorsteuerabzug bei Angabe der Briefkastenadresse

Der EuGH ur­teilt, dass es für den Vor­steu­er­ab­zug un­schädlich ist, wenn auf der Rech­nung die Brief­kas­ten­adresse des leis­ten­den Un­ter­neh­mers an­ge­ge­ben wird.

Der EuGH hatte mit Ur­teil vom 22.10.2015 (C-277/14, PPUH Steh­cemp) ent­schie­den, dass die An­gabe der vollständi­gen An­schrift des leis­ten­den Un­ter­neh­mers keine wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten un­ter die­ser An­schrift vor­aus­setzt. Der BFH ver­trat hin­ge­gen in sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung die Auf­fas­sung, dass die An­gabe der An­schrift, un­ter der der Un­ter­neh­mer zwar pos­ta­li­sch er­reich­bar ist (sog. Brief­kas­ten­sitz; BFH-Ur­teil vom 6.4.2016, Az. V R 25/15, DStR 2016, S. 1527, so­wie Az. XI R 20/14, DStR 2016, S. 1532), je­doch dort keine wirt­schaft­li­chen Ak­ti­vitäten ent­fal­tet, den An­for­de­run­gen an eine ord­nungs­gemäße Rech­nung nicht genügt. Auf­grund von Zwei­feln, ob diese Rechts­auf­fas­sung im Ein­klang mit der EuGH-Recht­spre­chung steht, legte der BFH dem EuGH diese Frage zur Vor­ab­ent­schei­dung vor.

Mit Ur­teil vom 15.11.2017 ent­schied der EuGH nun er­freu­li­cher­weise zu Guns­ten der Steu­er­pflich­ti­gen ( Rs. C-374/16, C-375/16, Geis­sel/Bu­tin). Die An­sicht des BFH, dass der Steu­er­pflich­tige un­ter der an­ge­ge­be­nen An­schrift eine wirt­schaft­li­che Tätig­keit ent­fal­ten muss, fin­det nach Auf­fas­sung des EuGH keine Grund­lage im Ge­mein­schafts­recht und stellt da­her eine un­zulässige Be­schränkung des Rechts auf Vor­steu­er­ab­zug dar. Der Be­griff An­schrift ist weit aus­zu­le­gen und er­fasst da­mit jede Art von An­schrift, ein­schließlich ei­ner Brief­kas­ten­an­schrift, so­fern die Per­son un­ter die­ser An­schrift pos­ta­li­sch er­reich­bar ist.

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