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Steuerberatung

Steuerfreie Erstattungen bei Betreuungsleistungen in der Corona-Krise

In Fällen der zwingenden und beruflich veranlassten kurzfristigen Betreuung eines Kindes oder pflegebedürftigen Angehörigen, bleiben vom Arbeitgeber erbrachte Erstattungen bis zu einem Betrag von 600 Euro im Kalenderjahr je Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei.

Dies ergibt sich aus § 3 Nr. 34a Buch­stabe b EStG, wodurch Erstat­tun­gen bei außer­ge­wöhn­li­chen Bet­reu­ungs­leis­tun­gen begüns­tigt wer­den. Um sol­che Bet­reu­ungs­leis­tun­gen han­delt es sich, wenn eine kurz­fris­tige Bet­reu­ung eines Kin­des unter 14 Jah­ren oder eines behin­der­ten Kin­des, bei dem eine Selbst­ver­sor­gung aus­ge­sch­los­sen ist, für den Arbeit­neh­mer unum­gäng­lich ist. Glei­cher­ma­ßen umfasst die Rege­lung auch die Ver­sor­gung von pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ange­hö­ri­gen im pri­va­ten Haus­halt. In die­sen Fäl­len kön­nen begüns­tigte Bet­reu­ungs­leis­tun­gen bis zu 600 Euro steu­er­f­rei vom Arbeit­neh­mer im Kalen­der­jahr bezo­gen wer­den, sofern diese zum ohne­hin geschul­de­ten Arbeits­lohn aus­be­zahlt wer­den und nicht im Rah­men einer regel­mä­ßig erfor­der­li­chen Bet­reu­ung anfal­len. Damit soll die Maß­nahme sicher­s­tel­len, dass auch unter erschwer­ten Bedin­gun­gen wäh­rend einer Son­der­si­tua­tion fami­li­en­f­reund­li­che Arbeits­be­din­gun­gen herr­schen kön­nen.

Eine sol­che Son­der­si­tua­tion stellt auch die Corona-Krise dar. Gemäß dem FAQ „Coro­na“ des BMF vom 6.5.2020 gel­ten insb. Arbeit­neh­mer einem zusätz­li­chen Bet­reu­ungs­be­darf kon­fron­tiert, bei denen die tem­poräre Sch­lie­ßung von Bet­reu­ung­s­ein­rich­tun­gen wie Schu­len, Kitas oder Schul­hor­ten die häus­li­che Bet­reu­ung des Kin­des imp­li­ziert. Als Indiz für zusätz­li­chen Bet­reu­ungs­auf­wand sei­tens des Arbeit­neh­mers dient bspw. auch die Tat­sa­che, die Arbeit zu unüb­li­chen Dienst­zei­ten erle­di­gen zu müs­sen. Von den außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­den darf zunächst so lange aus­ge­gan­gen wer­den, bis der zusätz­li­che Bet­reu­ungs­auf­wand durch die Wie­de­r­er­öff­nung von Bet­reu­ung­s­ein­rich­tun­gen beho­ben wird.

Bei gewähr­ten Bar­leis­tun­gen sollte beach­tet wer­den, dass die Lohn­steu­er­f­rei­heit nur inso­weit beste­hen bleibt, wie kor­res­pon­die­rende Auf­wen­dun­gen beim Arbeit­neh­mer rea­li­siert wur­den. Ent­sp­re­chende Nach­weise sind dem Arbeit­ge­ber im Ori­gi­nal zu lie­fern. Des Wei­te­ren sind alle steu­er­f­reien Bet­reu­ungs­leis­tun­gen im Lohn­konto zu doku­men­tie­ren.

Hin­weis

Die Erstat­tun­gen für außer­ge­wöhn­li­che Bet­reu­ungs­leis­tun­gen dür­fen die Summe der tat­säch­lich ange­fal­le­nen Kos­ten nicht über­s­tei­gen. Erhe­ben die tem­porär gesch­los­se­nen Bet­reu­ung­s­ein­rich­tun­gen wäh­rend der Pan­de­mie keine Gebüh­ren oder erstat­ten diese zurück, ist die­ser Kos­ten­an­teil zwin­gend von der Lohn­steu­er­f­rei­heit aus­zu­sch­lie­ßen.

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