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Zinsschranke verfassungswidrig?

Dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wurde die Frage vor­ge­legt, ob die Zins­schranke ver­fas­sungs­wid­rig ist. Der Bun­des­fi­nanz­hof ist da­von über­zeigt, dass die da­durch be­grenzte Berück­sich­ti­gung von Zins­auf­wen­dun­gen ge­gen den Grund­satz der Be­steue­rung nach der Leis­tungsfähig­keit verstößt.

Nach Auf­fas­sung des BFH ist die Zins­schranke ver­fas­sungs­wid­rig, wes­halb mit Ur­teil vom 14.10.2015 (Az. I R 20/15) dem BVerfG die Re­ge­lun­gen des § 4h EStG i. V. m. § 8a KStG zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Überprüfung vor­ge­legt wur­den.

Der BFH hatte be­reits 2013 in einem Ver­fah­ren des vorläufi­gen Rechts­schut­zes seine Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­kon­for­mität der Zins­schranke geäußert (Be­schluss vom 18.12.2013, Az. I B 85/13). Nun bestätigt er diese Auf­fas­sung und sieht in der Zins­schranke einen Ver­stoß ge­gen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG). Kon­kret ver­letze die Zins­schranke den Grund­satz der Be­steue­rung nach der Leis­tungsfähig­keit und miss­achte das ob­jek­tive Net­to­prin­zip, da nicht mehr das Net­to­ein­kom­men der Be­steue­rung zu­grunde ge­legt werde.

Hinweis

Das BMF rea­gierte be­reits mit Schrei­ben vom 13.11.2014 (BStBl. I 2014, S. 1516) auf den Be­schluss des BFH vom 18.12.2013 und lehnt darin die Gewährung der im Ein­spruchs­ver­fah­ren be­an­trag­ten Aus­set­zung der Voll­zie­hung ab. Es bleibt ab­zu­war­ten, ob das BMF an­ge­sichts des nun beim BVerfG anhängi­gen Ver­fah­rens an die­ser Auf­fas­sung festhält und ob Steu­er­be­scheide un­ter An­wen­dung der Zins­schran­ken­re­ge­lun­gen künf­tig vorläufig nach § 165 AO er­ge­hen. 

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