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Gut gewappnet auf dem Weg ins Ausland

Immer mehr mittelständische Unternehmen bauen ihre internationale Präsenz aus bzw. wagen den Schritt ins Ausland, denn die Globalisierung der Märkte macht die Positionierung über nationale Grenzen hinweg erforderlich. So müssen sich mittelständische Unternehmen und deren Mitarbeiter zunehmend auf einen weltweiten Arbeitsmarkt einrichten.

Die Gründe für den inter­na­tio­na­len Ein­satz von Mit­ar­bei­tern sind viel­schich­tig, mit­un­ter geht es um die Grün­dung einer Nie­der­las­sung oder Toch­ter­ge­sell­schaft im Aus­land. Hier leis­ten eigene Mit­ar­bei­ter Gewähr, dass die beste­hen­den Abläufe, Struk­tu­ren und die Unter­neh­mens­kul­tur im Aus­land ein­ge­führt sind und hin­rei­chen­des Know-how gewähr­leis­tet ist. Das spe­zi­elle Fach­wis­sen ein­zel­ner Mit­ar­bei­ter kann erfor­der­lich sein, um bestimmte Qua­li­täts­stan­dards und Kun­den­zu­frie­den­heit sicher­zu­s­tel­len.

Global Mobility© Thinkstock

Ins­be­son­dere jün­gere Mit­ar­bei­ter erwar­ten die Mög­lich­keit, sich im Aus­land zu bewei­sen.
Ist die Ent­schei­dung für den Aus­land­s­ein­satz eines Mit­ar­bei­ters getrof­fen, sch­ließt sich die Umset­zungs­phase mit zahl­rei­chen kom­ple­xen Fra­ge­stel­lun­gen an. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, ver­schie­dene Rechts­ord­nun­gen unter einen Hut zu bekom­men. So kommt sowohl das Recht des Ent­sen­de­staa­tes als auch das Recht des Tätig­keits­staa­tes ins Spiel. Die Kon­kur­renz der ver­schie­de­nen Rechts­ord­nun­gen ist ins­be­son­dere bei auf­ent­halts- und arbeits­ge­neh­mi­gungs­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen, bei der arbeits­ver­trag­li­chen Gestal­tung der Ent­sen­dung sowie in steu­er­li­cher und sozial­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Hin­sicht bedeut­sam. Hier ist die genaue Kennt­nis meh­re­rer Rechts­ord­nun­gen erfor­der­lich und Fach­leute aus den betrof­fe­nen Staa­ten arbei­ten Hand in Hand, um für Unter­neh­men und ent­sand­ten Mit­ar­bei­ter die best­mög­li­che Lösung zu gestal­ten.

Die Details einer Ent­sen­dung sind ver­trag­lich genau zu defi­nie­ren. Dies kann ent­we­der in einem neuen Arbeits­ver­trag oder in einem Zusatz­ver­trag erfol­gen. Grö­ßere Unter­neh­men grei­fen zu die­sem Zweck viel­fach auf Ent­sen­de­richt­li­nien, sog. AGB in der Ent­sen­de­pra­xis zurück. Hier sind im Ein­zel­nen Fra­gen wie Fami­li­en­mit­nahme, Zuschläge zum Grund­ge­halt, die Woh­nungs­ge­stel­lung im Aus­land, Rege­lun­gen zu Schul­geld und Kin­der­be­t­reu­ung, Dienst­wa­gen, Heim­rei­se­ta­gen, Urlaubs­re­ge­lun­gen und Rück­kehr­klau­seln ent­hal­ten. In die­sem Zusam­men­hang ist auch von gro­ßer Bedeu­tung, wel­ches Unter­neh­men über­haupt der Arbeit­ge­ber des ent­sand­ten Mit­ar­bei­ters ist.

Arbeits­recht­lich wird hier zwi­schen einer Abord­nung und einer Ver­set­zung unter­schie­den. Im ers­ten Fall bleibt das ent­sen­dende Unter­neh­men wei­ter­hin der Arbeit­ge­ber, im zwei­ten Fall wech­selt die Arbeit­ge­ber­rolle in den Tätig­keits­staat. Das Steu­er­recht folgt dage­gen eher einer wirt­schaft­li­chen Betrach­tungs­weise. Bei­des  hat erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Steuer- und Sozial­ver­si­che­rungs­las­ten und birgt die Gefahr von Dop­pel­be­steue­run­gen sowie nicht aus­rei­chen­der Absi­che­rung.

Der­ar­tige Risi­ken wer­den zwar durch Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men und sozial­ver­si­che­rungs­recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen abge­fe­dert, doch ver­fol­gen die Behör­den der betei­lig­ten Staa­ten jeweils das Inter­esse, sich das größt­mög­li­che Bei­trags­sub­st­rat zu sichern. Wei­tere Kon­f­likte ent­ste­hen dadurch, dass die zugrunde lie­gen­den Ver­ein­ba­run­gen von den betei­lig­ten Behör­den mit­un­ter ver­schie­den aus­ge­legt wer­den.
Ein­kom­men­steu­er­lich ist ins­be­son­dere von Bedeu­tung, wo der ent­sandte Arbeit­neh­mer wäh­rend sei­ner Aus­land­s­tä­tig­keit sei­nen Lebens­mit­tel­punkt hat. Ver­b­leibt die­ser in Deut­sch­land, etwa weil die Fami­lie zurück­b­leibt, oder wech­selt die­ser in den aus­län­di­schen Staat, weil sich die Fami­lie ins­ge­s­amt auf das Abenteuer Aus­land ein­lässt. Große Vor­sicht ist gebo­ten, wenn die Aus­land­s­tä­tig­keit ledig­lich im Rah­men von Dien­st­rei­sen erfolgt. Immer häu­fi­ger kommt es den­noch zu einer Besteue­rung im Aus­land, da das Kon­zept der Dienst­leis­tungs­be­triebs­stätte von immer mehr Staa­ten ange­wen­det wird, um den rei­sen­den Mit­ar­bei­ter und sei­nen Arbeit­ge­ber im Aus­land zu besteu­ern. Das bloße Über­sch­rei­ten von Zeit­g­ren­zen, oft 6 Monate, kann genü­gen.

Doch nicht nur aus der Sicht des Arbeit­neh­mers birgt ein Ein­satz erheb­li­che Fall­s­tri­cke. Die Beschäf­ti­gung von Arbeit­neh­mern im Aus­land kann sich auch erheb­lich auf die Unter­neh­mens­be­steue­rung aus­wir­ken. Die inter­na­tio­nale Steu­er­po­li­tik - bekannt unter dem Schlag­wort BEPS - zeigt einen kla­ren Trend zur Besteue­rung am jewei­li­gen Ein­satz­ort - sei es über die Fik­tion von Betriebs­stät­ten oder Ver­rech­nung­s­p­reis­kor­rek­tu­ren.

Der Schritt ins Aus­land ist für den größ­ten Teil der deut­schen Unter­neh­men mitt­ler­weile unver­zicht­bar. Es gilt, die sich in die­sem Zusam­men­hang stel­len­den Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern. Ange­sichts der Kom­ple­xi­tät der Fra­ge­stel­lung soll­ten hier­für Exper­ten hin­zu­ge­zo­gen wer­den, die in Abstim­mung mit Bera­ter­kol­le­gen aus dem Aus­land prak­ti­ka­ble Lösun­gen erar­bei­ten. Ebner Stolz greift über Nexia Inter­na­tio­nal auf ein gro­ßes Netz­werk an Bera­tungs­ge­sell­schaf­ten in mehr als 100 Län­dern zurück, um das Thema Glo­bal Mobi­lity für alle Betei­lig­ten zur Zufrie­den­heit zu lösen.

Erfah­ren Sie mehr zu aktu­el­len Brenn­punk­ten bei Arbeit­neh­mer­ent­sen­dun­gen auf unse­rer Ver­an­stal­tung „Alles klar für die nächste Lohn­steuer-Außen­prü­fung?“, die im Früh­jahr an meh­re­ren unse­rer Stand­orte statt­fin­det.

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