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§ 2b UStG: Privatrechtliche Entgelte

In der Pra­xis er­brin­gen jPdöR oft­mals Leis­tun­gen auf pri­vat­recht­li­cher Grund­lage, wel­che grundsätz­lich auch auf öff­ent­lich-recht­li­cher Grund­lage er­bracht wer­den könn­ten. Dies gilt auch für Leis­tun­gen, für die ein An­schluss- und Be­nut­zungs­zwang be­steht (bspw. Ab­was­ser­be­sei­ti­gung, Hausmüll­ent­sor­gung).

Das BMF hat den kom­mu­na­len Spit­zen­verbänden mit­ge­teilt, dass eine pri­vat­recht­li­che Hand­lungs­weise un­ter § 2b UStG im­mer zwin­gend zur Um­satz­steu­er­bar­keit und i. d. R. so­mit zur Um­satz­steu­er­pflicht führt (BMF-Schrei­ben vom 29.11.2019, Az. III C 2 - S 7107/19/10007 :003).

Die Aus­nah­me­re­ge­lung des § 2b UStG ist nach Auf­fas­sung des BMF nur an­zu­wen­den, wenn die jPdöR auf öff­ent­lich-recht­li­cher Grund­lage han­delt, selbst wenn für den Bürger ein An­schluss- und Be­nut­zungs­zwang be­steht. Der Ver­band kom­mu­na­ler Un­ter­neh­men e. V. (VKU) kri­ti­siert die Auf­fas­sung der Fi­nanz­ver­wal­tung scharf. Den­noch sollte die in­di­vi­du­elle Hand­lungs­weise u. E. nach Möglich­keit an der Auf­fas­sung des BMF aus­ge­rich­tet wer­den, um steu­er­li­che Ri­si­ken zu ver­mei­den.

Hin­weis: Soll­ten jPdöR Tätig­kei­ten, die grundsätz­lich öff­ent­lich-recht­lich ge­stalt­bar wären, der­zeit auf pri­vat­recht­li­cher Grund­lage er­brin­gen, emp­fiehlt es sich u.E. drin­gend zu prüfen, ob dies z. B. we­gen Vor­steuerüberhängen zukünf­tig steu­er­lich vor­teil­haft sein kann oder ob eine Um­stel­lung an­ge­zeigt ist. Hier­von können ne­ben Ab­was­ser- und Ab­fall­be­sei­ti­gung auch an­dere Be­rei­che/Tätig­kei­ten be­trof­fen sein.

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