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Änderungen bei der Grundsteuerreform und im Forschungszulagengesetz

Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 31.03.2021 den Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur er­leich­ter­ten Um­set­zung der Re­form der Grund­steuer und Ände­rung wei­te­rer steu­er­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Grund­steu­er­re­form-Um­set­zungs­ge­setz, GrS­tRe­fUG) ins Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht.

Mit dem Ge­setz­ent­wurf sol­len u. a. die Be­wer­tungs­pa­ra­me­ter, die bei Er­mitt­lung des Grund­steu­er­werts nach dem Er­trags­wert­ver­fah­ren zu­grunde zu le­gen sind, an die zwi­schen­zeit­lich vor­lie­gen­den neuen Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts des Mi­kro­zen­sus 2018 an­ge­passt wer­den. Bis­lang ba­sie­ren die für das Er­trags­wert­ver­fah­ren re­le­van­ten Net­to­kalt­mie­ten noch auf Da­ten des Mi­kro­zen­sus 2014 und erfüllen da­mit nicht mehr das Be­wer­tungs­ziel ei­nes ob­jek­ti­viert-rea­len Grund­steu­er­werts. Die ge­setz­li­che Um­set­zung soll durch An­pas­sung der Net­to­kalt­mie­ten in An­lage 39 zum Be­wer­tungs­ge­setz er­fol­gen. In­folge die­ser An­pas­sung soll die Steu­er­mess­zahl für Wohn­grundstücke von 0,034 % auf 0,031 % ab­ge­senkt wer­den.

Hin­weis: Zu­dem legte das BMF am 19.03.2021 den Ent­wurf ei­ner Miet­ni­veau-Ein­stu­fungs­ver­ord­nung (Miet­NEinV) vor. Die Miet­ni­veau­stu­fen sind ebenso für die Er­mitt­lung des Grund­steu­er­werts von Wohn­im­mo­bi­lien nach dem Er­trags­wert­ver­fah­ren er­for­der­lich.

In dem Ge­setz­ent­wurf des GrS­tRe­fUG sind außer­dem Mo­di­fi­zie­run­gen des For­schungs­zu­la­gen­ge­set­zes vor­ge­se­hen, mit de­nen die In­an­spruch­nahme der For­schungsförde­rung er­leich­tert wer­den soll. Laut den Ausführun­gen zum Ge­setz­ent­wurf ver­ur­sacht der in § 3 Abs. 6 FZulG ver­an­kerte Be­griff der ver­bun­de­nen Un­ter­neh­men An­wen­dungs­schwie­rig­kei­ten. So sind Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten von Pri­vate-Equity Fonds grundsätz­lich als Ver­bund an­zu­se­hen, auch wenn es keine in­halt­li­chen Über­schnei­dun­gen oder Berührungs­punkte zwi­schen den Ge­sell­schaf­ten gibt. Die­ses Pro­blem be­steht auch bei Pri­vat­in­ves­to­ren, die in Start-ups en­ga­giert sind. Mit dem GrS­tRe­fUG soll da­her die De­fi­ni­tion für ver­bun­dene Un­ter­neh­men, die sich bis­lang an § 15 AktG ori­en­tiert, geändert und statt­des­sen auf den Kon­zern­be­griff des § 290 Abs. 2 bis 4 HGB Be­zug ge­nom­men wer­den. Außer­dem sol­len ver­bun­dene Un­ter­neh­men künf­tig im An­trag auf For­schungs­zu­lage di­rekt an­ge­ben, wie die Auf­tei­lung der förderfähi­gen Be­mes­sungs­grund­lage auf die Ver­bund­un­ter­neh­men zu er­fol­gen hat.

Hin­weis: Un­ter­neh­men, die ein von der Be­schei­ni­gungs­stelle For­schungs­zu­lage (BSFZ) be­schei­nig­tes begüns­tig­tes For­schungs- und Ent­wick­lungs­vor­ha­ben i. S. d. § 2 Abs. 1 FZulG durchführen, können seit dem 24.03.2021 in ELS­TER den An­trag auf Fest­set­zung der For­schungs­zu­lage an ihr zuständi­ges Fi­nanz­amt über­mit­teln. Das An­trags­for­mu­lar enthält im Hin­blick auf Ver­bund­un­ter­neh­men noch den Ver­weis auf § 15 AktG. Mit ei­ner ent­spre­chen­den An­pas­sung ist nach Ab­schluss des Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­rens zum GrS­tRe­fUG zu rech­nen.

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