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Start-ups als Impulsgeber für den Mittelstand

Un­ter­neh­men müssen sich durch den tech­no­lo­gi­schen Wan­del auch in­no­va­tive Lösun­gen außer­halb des ei­ge­nen Kern­be­reichs su­chen und ent­wi­ckeln, manch­mal so­gar so weit­ge­hend, dass sie ge­genüber dem ei­ge­nen bis­he­ri­gen Ge­schäfts­mo­dell dis­rup­tiv sind. Hier können Start-ups einen we­sent­li­chen Bei­trag leis­ten.

In­no­va­tive Pro­dukte sind zen­tral für den Er­folg ei­nes Un­ter­neh­mens. In der Ver­gan­gen­heit wa­ren die Un­ter­neh­mer­persönlich­kei­ten im Mit­tel­stand selbst die trei­ben­den Kräfte für In­no­va­tio­nen. Da­bei kam es meist zu ei­ner Ver­bes­se­rung be­reits be­ste­hen­der Pro­dukte im oder am Rande des Kern­be­reichs der ei­ge­nen ope­ra­ti­ven Tätig­keit. Sel­ten wur­den ra­di­kale In­no­va­tio­nen durch­geführt. Doch die Zei­ten ha­ben sich geändert: Noch­mals be­schleu­nigt durch die Corona-Pan­de­mie be­fin­den wir uns mit­ten in der di­gi­ta­len Re­vo­lu­tion. Des­halb ist es für den Mit­tel­stand umso be­deut­sa­mer, neue Trends auf­zu­neh­men und für sich wirt­schaft­lich nutz­bar zu ma­chen. Um nicht vom Wett­be­werb über­holt zu wer­den, müssen sich Un­ter­neh­men per­ma­nent neu er­fin­den. Aus ei­ge­ner Kraft ist dies ge­genwärtig kaum noch zu bewälti­gen. Mit­un­ter müssen sich Un­ter­neh­men durch den tech­no­lo­gi­schen Wan­del auch in­no­va­tive Lösun­gen außer­halb des ei­ge­nen Kern­be­reichs su­chen und ent­wi­ckeln, manch­mal so­gar so weit­ge­hend, dass sie ge­genüber dem ei­ge­nen bis­he­ri­gen Ge­schäfts­mo­dell dis­rup­tiv sind.

Bildunterschrift/Quelle© iStock

Innovationsmotor Start-up

Noch sind eta­blierte mit­telständi­sche Un­ter­neh­men ver­hal­ten, wenn es darum geht, Ko­ope­ra­tio­nen mit Start-ups ein­zu­ge­hen. Al­ler­dings setzt sich im­mer häufi­ger die Er­kennt­nis durch, dass es bes­ser ist, ei­gene In­no­va­tio­nen zu be­schleu­ni­gen oder sich auch an dis­rup­ti­ven Ge­schäfts­mo­del­len und Tech­no­lo­gien zu be­tei­li­gen, be­vor diese das Ge­schäfts­mo­dell gefähr­den.

Wie fin­det man nun das pas­sende Start-up für eine Zu­sam­men­ar­beit? Hierfür sind zunächst die Tech­no­lo­gie­trends zu ana­ly­sie­ren, um zu er­ken­nen, wel­che dis­rup­ti­ven Ent­wick­lun­gen das Ge­schäfts­mo­dell gefähr­den und wel­che Tech­no­lo­gien er­for­der­lich sind, um das be­ste­hende Ge­schäfts­mo­dell fort­zu­ent­wi­ckeln. Im zwei­ten Schritt kann dann die Kon­takt­auf­nahme mit der Gründer­szene er­fol­gen. Einen Über­blick ver­schaf­fen In­for­ma­ti­ons­por­tale für Start-ups, In­ves­to­ren und eta­blierte Un­ter­neh­men. Schließlich gilt es, eine pas­sende Ko­ope­ra­ti­ons­form zu fin­den.

Start-up-Kooperationen

Die Range der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Mit­tel­stand und Start-ups ist weit. Sie kann von ei­ner bloßen Un­terstützung, über eine klas­si­sche Ko­ope­ra­tion bis hin zu In­ves­ti­ti­ons­mo­del­len rei­chen. Sog. Start-up-Events stel­len einen ers­ten Schritt des Ken­nen­ler­nens dar. Mit­telständ­ler ge­win­nen neue Im­pulse durch Ein­bli­cke in in­no­va­tive Trends. Auch ist zunächst eine lose Zu­sam­men­ar­beit möglich: Klei­nere Ein­zel­pro­jekte können schließlich in ei­ner er­folg­rei­chen und lang­fris­ti­gen Ko­ope­ra­tion münden. Denk­bar ist auch das Zu­sam­men­spiel zwi­schen meh­re­ren stra­te­gi­schen Part­nern mit Uni­ver­sitäten und For­schungs­ein­rich­tun­gen.

En­ger und auch be­lieb­ter ist die Ko­ope­ra­tion in ei­ner Part­ner­schaft. Hier geht es um die Ver­fol­gung ei­nes kla­ren Zie­les, etwa um die Ent­wick­lung ei­nes Pro­dukts oder die Rea­li­sie­rung ei­nes kon­kre­ten Pro­jekts. Denk­bar sind ver­schie­dene For­men, die von ei­ner ope­ra­ti­ven Zu­sam­men­ar­beit, über eine Ent­wick­lungs­part­ner­schaft bis hin zu einem Joint Ven­ture rei­chen können. Er­fol­gen kann dies auch über die Zu­sam­men­ar­beit von in­no­va­ti­ven Köpfen aus der Start-up Szene ge­mein­sam mit dem ei­ge­nen In­no­va­ti­ons­ma­nage­ment.

Auf die Rahmenbedingungen achten

Je en­ger die Zu­sam­men­ar­beit, desto wich­ti­ger ist, die Rah­men­be­din­gun­gen von vorn­her­ein klar ab­zu­ste­cken. Die Pro­jekt­ziele und auch die Form der Ko­ope­ra­tion sind klar zu de­fi­nie­ren. Das Pro­jekt­bud­get und auch der Zeit­rah­men sind fest­zu­le­gen. Wei­ter sind Re­ge­lun­gen zu tref­fen, um Be­triebs­ge­heim­nisse zu wah­ren und die Rechte an Know-how und den Ar­beits­er­geb­nis­sen zu si­chern. Auch soll­ten klare Exit-Stra­te­gien für den Fall des Schei­terns des Pro­jek­tes de­fi­niert wer­den. Die Verständi­gung auf ent­spre­chende Re­geln führt zu einem Auf­bau von Ver­trauen und ver­mei­det frühzei­tig Miss­verständ­nisse.

Investitionsmodelle

Bei den In­ves­ti­ti­ons­mo­del­len kann die ge­zielte Förde­rung von jun­gen Start-ups durch ein mit­telständi­sches Un­ter­neh­men durch sog. In­ku­bator- oder Ac­ce­le­ra­tor­pro­gramme er­fol­gen. Durch die Ex­per­tise und das Be­reit­stel­len fle­xi­bler, auf die Bedürf­nisse des Start-ups zu­ge­schnit­te­ner Ar­beits­mit­tel, fi­nan­zi­el­ler Res­sour­cen und Ser­vice­leis­tun­gen ei­nes eta­blier­ten Un­ter­neh­mens sol­len Pro­dukte des Start-ups zur Markt­reife ge­bracht wer­den. Im Ge­gen­zug er­hal­ten die mit­telständi­schen Un­ter­neh­men viel­fach Un­ter­neh­mens­an­teile an dem Start-up.

Denk­bar sind auch Be­tei­li­gun­gen in Form von Cor­po­rate Ven­ture Ca­pi­tal. In die­sem Fall stel­len mit­telständi­sche Un­ter­neh­men in­ter­es­san­ten Start-ups fi­nan­zi­elle Mit­tel zur Verfügung. Darüber hin­aus un­terstützen die Un­ter­neh­men mit Know-how, Kon­tak­ten und Mar­ke­ting. Durch das Be­reit­stel­len von Be­tei­li­gungs­ka­pi­tal können In­ves­to­ren er­heb­li­chen Ein­fluss auf den Er­folg des Start-ups neh­men - und sie pro­fi­tie­ren durch die Er­wei­te­rung ih­res Ge­schäfts­fel­des und von neuen Tech­no­lo­gien.

Eine wei­tere Möglich­keit zur Ko­ope­ra­tion mit­telständi­scher Un­ter­neh­men mit Start-ups stel­len Ausgründun­gen dar. Diese Va­ri­ante bie­tet sich an, wenn eine Idee nicht im Un­ter­neh­mens­kon­text des Mit­telständ­lers ver­wirk­licht wer­den kann, die Idee aber den­noch mit fi­nan­zi­el­len und an­de­ren Res­sour­cen des Mit­telständ­lers un­terstützt wer­den soll. Bei die­ser Form der Ko­ope­ra­tion steht meist die Er­schließung von Zu­kunftsmärk­ten im Fo­kus.

An­ders als bei der Be­reit­stel­lung von Cor­po­rate Ven­ture Ca­pi­tal stellt die Ak­qui­si­tion ei­nes Start-ups durch den Mit­telständ­ler des­sen vollständige Über­nahme dar. Das Start-up ver­liert durch die­sen Schritt seine Ei­genständig­keit. Hier­durch kann das mit­telständi­sche Un­ter­neh­men schnell neue Tech­no­lo­gien und Märkte er­schließen.

Worauf in jedem Fall zu achten ist

Gleichgültig wie die Ko­ope­ra­tion mit einem Start-up auf­ge­setzt wird, soll­ten fol­gende As­pekte nicht aus dem Auge ver­lo­ren wer­den:

  • Die ge­mein­sa­men Ent­wick­lungs­vor­stel­lun­gen so­wie die kurz- und lang­fris­ti­gen Ziele der Zu­sam­men­ar­beit soll­ten sorgfältig ana­ly­siert wer­den.
  • Mess­bare Er­folge, wie etwa der Markt­ein­tritt ei­nes Pro­dukts oder be­stimmte Ent­wick­lungs­schritte, wie Zer­ti­fi­zie­run­gen, Ska­lie­run­gen oder In­ter­na­tio­na­li­sie­rung, soll­ten fest­ge­legt wer­den.
  • Mit spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen soll­ten An­reize ge­schaf­fen wer­den, die Start-ups an Bord zu hal­ten.
  • Exit-Sze­na­rien, der Zu­griff auf Schutz­rechte, Li­zen­zen und Ein­griffs­rechte müssen von vorn­her­ein klar de­fi­niert wer­den.
  • Last but not least ist für eine Ko­ope­ra­tion wich­tig, den Start-ups nicht ihre Seele zu neh­men. Die größte Ge­fahr be­steht darin, die Start-ups or­ga­ni­sa­to­ri­sch in die ei­ge­nen Pro­zesse in­te­grie­ren zu wol­len und sie einem Be­richts­we­sen un­ter­zu­ord­nen, das ih­nen die Frei­heit und die Krea­ti­vität nimmt.

Die Rechts­anwälte von Eb­ner Stolz un­terstützen bei der recht­li­chen Be­ra­tung von jed­we­der Ko­ope­ra­tion zwi­schen Mit­tel­stand und Start-ups. Als Full-Ser­vice-Kanz­lei un­terstützen wir darüber hin­aus in al­len wirt­schafts­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen im Le­bens­zy­klus von mit­telständi­schen Un­ter­neh­men. Wei­tere In­for­ma­tio­nen zu un­se­rem Leis­tungs­spek­trum fin­den Sie in die­ser Bro­schüre. Kom­men Sie gerne auf uns zu.

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