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Steuerberatung

Immobilien-Step-Up im Privatvermögen

Der BFH befasste sich in zwei ähnlich gelagerten Fällen mit der Ermittlung der AfA nach dem Kauf eines Anteils an einer vermögensverwaltenden GbR, deren Vermögen im Wesentlichen aus einer denkmalgeschützten Mietwohnimmobilie bestand.

Im Streit­fall erwarb eine Fami­li­en­s­tif­tung den Anteil an einer ver­mö­gens­ver­wal­ten­den GbR, die eine denk­mal­ge­schützte Immo­bi­lie ver­wal­tete. Nach Auf­fas­sung des Finanzamts erfolgte die Anteils­ve­r­äu­ße­rung an die Fami­li­en­s­tif­tung, zu deren Des­ti­natä­ren die GbR-Alt­ge­sell­schaf­ter zähl­ten, zu einem unan­ge­mes­sen hohen Kauf­preis und führte in der Kon­se­qu­enz zu einer über­höh­ten AfA für das Gebäude.

Der BFH stellte in zwei Urtei­len vom 29.10.2019 (Az. IX R 38/17, Az. IX R 39/17) zunächst klar, dass auch bei einer ver­mö­gens­ver­wal­ten­den GbR der Auf­wand für den Erwerb der Gesell­schaf­ter­stel­lung als Anschaf­fungs­kos­ten des neuen Gesell­schaf­ters in einer steu­er­li­chen Ergän­zungs­rech­nung - ver­g­leich­bar der Ergän­zungs­bi­lanz bei Mit­un­ter­neh­mer­schaf­ten - zu erfas­sen ist. Unab­hän­gig von der Hand­ha­bung in der Gesamt­hand sind seine gesam­ten, in der Ergän­zungs­rech­nung abzu­bil­den­den Anschaf­fungs­kos­ten nach der für den Neu­ge­sell­schaf­ter maß­geb­li­chen Rest­nut­zungs­dauer abzu­sch­rei­ben.

Die vom Finanz­amt vor­ge­nom­mene Ange­mes­sen­heits­prü­fung des Kauf­p­rei­ses für das im Ver­mö­gen der GbR ent­hal­tene Grund­stück hatte vor dem BFH kei­nen Bestand. Eine Abwei­chung vom ver­ein­bar­ten Kauf­preis ist laut BFH nur mög­lich, wenn der Kauf­preis nur zum Schein oder gestal­tungs­miss­bräuch­lich ver­ein­bart wurde oder er die rea­len Wert­ver­hält­nisse in unhalt­ba­rer Weise ver­fehlt. Eine sol­che Wert­ver­feh­lung ist nach Auf­fas­sung des BFH aber nicht durch Ver­wen­dung von Ertrags- oder Ver­g­leichs­wer­ten durch das Finanz­amt nach­weis­bar, wenn - wie im Streit­fall - ein den Kauf­preis recht­fer­ti­gen­des Gut­ach­ten nach dem Sach­wert­ver­fah­ren vor­liegt, da laut BFH bei Miet­wohn­grund­stü­cken im Pri­vat­ver­mö­gen das Sach­wert­ver­fah­ren als Schät­zungs­grund­lage dient.

Hin­weis

Mit dem Urteil hat der BFH ver­schie­dene Aspekte the­ma­ti­siert, die im Rah­men des sog. Immo­bi­lien-Step-Up im Pri­vat­ver­mö­gen für ver­mö­gens­ver­wal­tende Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten rele­vant sind.

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