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Die digitale Lohnschnittstelle

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens vom 18.7.2016 hat der Gesetzgeber die Einführung einer einheitlichen digitalen Lohnschnittstelle (DLS) beschlossen.

Danach sind Arbeit­ge­ber verpf­lich­tet, alle auf­zu­zeich­nen­den, lohn­steu­er­re­le­van­ten Daten der Finanz­be­hörde über eine ein­heit­li­che Schnitt­s­telle zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dies gilt ab dem 01.01.2018 für alle ab die­sem Zeit­punkt auf­zeich­nungspf­lich­ti­gen Daten.

Die digitale Lohnschnittstelle© Thinkstock

Das Daten­zu­griffs­recht nach § 147 Abs. 6 Satz 2 AO auf prü­fungs­re­le­vante steu­er­li­che Daten bleibt von der Anwen­dung der DLS unbe­rührt. 

Was mit der DLS erreicht wer­den soll

Bereits mit BMF-Sch­rei­ben vom 1.7.2011 wurde die DLS von der Finanz­ver­wal­tung pro­pa­giert. Diese Schnitt­s­tel­len­be­sch­rei­bung für den Export von Daten aus dem Lohn­buch­hal­tungs­sys­tem soll eine ein­heit­li­che Struk­tur der Daten des ein­ge­setz­ten Lohn­buch­hal­tung­s­pro­gramms ent­sp­re­chend den Anfor­de­run­gen der GoBD (Grund­sätze zur ord­­nungs­mä­ß­i­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Büchern, Auf­zeich­nun­gen und Unter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form sowie zum Daten­zu­griff) sicher­s­tel­len. Mit der Ver­ein­heit­li­chung des Daten­auf­baus und der Struk­tur wird ein rei­bungs­lo­ser Prü­fungs­ablauf bei einer Lohn­steu­er­au­ßen­prü­fung bezweckt.

Pro­b­leme

Die Ver­ein­heit­li­chung der Daten ver­min­dert den Prü­fungs­auf­wand erheb­lich. Den­noch kön­nen sich für die Arbeit­ge­ber Pro­b­leme bei der Umset­zung erge­ben. Viele ältere Lohn­buch­hal­tungs­an­wen­dun­gen besit­zen keine oder ledig­lich eine veral­tete DLS, so dass diese nicht den Anfor­de­run­gen an den ein­heit­li­chen Auf­bau ent­spricht. Die neuen Anfor­de­run­gen müs­sen bis zum 1.1.2018 umge­setzt sein, um eine ver­bind­li­che Anwen­dung sicher­zu­s­tel­len. 

Auf­bau

Die Bereit­stel­lung der Daten hat im XML-basier­ten Besch­rei­bungs­stan­dard zu erfol­gen. Dabei sind im Daten­ma­te­rial die Pro­gram­min­for­ma­tio­nen und die Stamm­da­ten des Arbeit­ge­bers, des Arbeit­neh­mers und der Lohn­ar­ten aus­zu­ge­ben. Zudem sind Lohn­ab­rech­nungs­ar­ten, Lohn­kon­ten­da­ten und Sozial­ver­si­che­rungs­da­ten verpf­lich­tend auf­zu­füh­ren.

In der Daten­satz­be­sch­rei­bung sind zudem die Feld­de­fini­tio­nen anzu­ge­ben. Diese kön­nen unter http://www.bzst.de/DE/Steu­ern_Natio­nal/Digi­tale_Lohn­Schnitt­s­telle/Down­load/dls_Down­load_node.html ein­ge­se­hen und her­un­ter­ge­la­den wer­den. 

Die nächs­ten Schritte

In der Regel wird die Umset­zung der DLS durch den Soft­ware­her­s­tel­ler vor­ge­nom­men.Den­noch soll­ten Sie sich ver­ge­wis­sern, dass Ihre Per­so­nal­an­wen­dung den Schnitt­s­tel­len­stan­dard unter­stützt, damit die Daten in dem gefor­der­ten For­mat bereit­ge­s­tellt wer­den kön­nen. 

In begrün­de­ten Fäl­len ist es auch mög­lich, die lohn­steu­er­li­chen Daten in einer ande­ren aus­wert­ba­ren Form bereit­zu­s­tel­len.
 
 


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