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Wirtschaftsprüfung

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Leasingverhältnisse nach IFRS 16

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten dazu führen, dass Vermieter bzw. Leasinggeber und Mieter bzw. Leasingnehmer die Bedingungen eines Miet- oder Leasingverhältnisses neu verhandeln.

Gewährt der Lea­sing­ge­ber dem Lea­sing­neh­mer eine Kon­zes­sion, soll­ten sowohl Lea­sing­ge­ber als auch Lea­sing­neh­mer die Anfor­de­run­gen von IFRS 16 Lea­sing­ver­hält­nisse berück­sich­ti­gen und prü­fen, ob dies zu einer Ände­rung des Lea­sing­ver­hält­nis­ses führt und die Aus­wir­kung der Ver­trags­än­de­rung bzw. Kon­zes­sion über die ver­b­lei­bende Lauf­zeit des Lea­sing­ver­hält­nis­ses ver­teilt wer­den soll.

Im Falle von Miet­schul­den, die aus den Aus­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie, resul­tie­ren, sind die Anfor­de­run­gen des IFRS 16 bei der Bilan­zie­rung eben­falls zu beach­ten. Zum 1.4.2020 sind Rege­lun­gen zum Kün­di­gungs­schutz in Kraft get­re­ten, die vor­se­hen, dass Mie­tern für den Zei­traum vom 1.4.2020 bis 30.6.2020 nicht wegen aus­ge­fal­le­ner Miet­zah­lun­gen auf­grund der Corona-Pan­de­mie gekün­digt wer­den kann. Die Miete bleibt für die­sen Zei­traum wei­ter­hin fäl­lig. Dies hat zur Folge, dass Mie­ter bei nicht frist­ge­rech­ter Leis­tung in Ver­zug gera­ten und Ver­zugs­zin­sen fäl­lig wer­den kön­nen. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass der­ar­tige Miet­kon­zes­sio­nen, die wei­ter­hin fäl­lig sind, keine Modi­fi­ka­tion des Lea­sing­ver­hält­nis­ses dar­s­tel­len. Die Lea­sing­ver­bind­lich­kei­ten sind über die ver­trag­li­che Rest­lauf­zeit zu til­gen.

Sofern ein (Teil-)Erlass der Lea­sing­zah­lun­gen erfolgt, ist für jeden Ver­trag zu über­prü­fen, ob es sich um eine Modi­fi­ka­tion des Lea­sing­ver­hält­nis­ses han­delt, und die ent­sp­re­chende bilan­zi­elle Aus­wir­kung zu berück­sich­ti­gen.

Der IASB hat am 24.4.2020 einen Ände­rungs­ent­wurf für IFRS 16 ver­öf­f­ent­licht, der es Lea­sing­neh­mern ermög­li­chen soll, für Miet­kon­zes­sio­nen auf­grund der Corona-Pan­de­mie auf eine Prü­fung, ob eine Ver­trags­mo­di­fi­ka­tion vor­liegt, zu ver­zich­ten. Daher wären Ände­run­gen der Lea­sing­zah­lun­gen vom Lea­sing­ge­ber und Lea­sing­neh­mer in die­sem Zusam­men­hang als nega­tive varia­ble Lea­sing­zah­lun­gen gemäß IFRS 16.38 erfolgs­wirk­sam zu erfas­sen. Im Falle eines Ope­ra­ting-Lea­sing­ver­hält­nis­ses erfasst der Lea­sing­ge­ber den Effekt der Miet­kon­zes­sion durch Erfas­sung nie­d­ri­ge­rer Erträge aus dem Lea­sing­ver­hält­nis.

Unter­neh­men soll­ten dar­über hin­aus prü­fen, ob Nut­zungs­rechte an Ver­mö­gens­wer­ten (Lea­sing­neh­mer) und Sach­an­la­gen, die einem Ope­ra­ting-Lea­sing­ver­hält­nis unter­lie­gen (Lea­sing­ge­ber), gemäß IAS 36 Wert­min­de­rung von Ver­mö­gens­wer­ten wert­ge­min­dert sind. Die infolge der Aus­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie resul­tie­ren­den Miet­kon­zes­sio­nen sind Umstände, die wahr­schein­lich dar­auf hin­deu­ten, dass Ver­mö­gens­werte wert­ge­min­dert sein könn­ten. Kon­k­rete Anhalts­punkte für eine Wert­min­de­rung des zugrun­de­lie­gen­den Nut­zungs­rechts kön­nen bspw. sein:

  • Ertrags­aus­fälle wäh­rend des durch die Miet­kon­zes­sion umfass­ten Zei­traums,
  • län­ger­fris­tige Aus­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie auf die erwar­te­ten lau­fen­den Lea­sing­zah­lun­gen (Beein­träch­ti­gung der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fähig­keit des Lea­sing­neh­mers).

Unter­neh­men soll­ten Infor­ma­tio­nen, die für das Ver­ständ­nis der Aus­wir­kun­gen von Ände­run­gen des Lea­sing­ver­hält­nis­ses auf­grund der Corona-Pan­de­mie auf die Ver­mö­gens-, Finanz- und Ertrags­lage des Unter­neh­mens erheb­lich sind, zudem im Anhang erläu­tern (vgl. IAS 1.31).

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