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Auslandskonten im Fokus

Finanzverwaltung startet Auswertung der Daten aus automatischem steuerlichen Informationsaustausch

Nachdem zahlreiche Staaten automatisch steuerlich relevante Informationen über Auslandskonten austauschen, startet die Finanzverwaltung in Deutschland nun mit der Auswertung. Daraus könnten sich Steuernachforderungen mit etwaigen steuerstrafrechtlichen Folgen ergeben.

Bereits im Jahr 2014 unter­zeich­ne­ten 50 Staa­ten eine mul­ti­la­te­rale Ver­ein­ba­rung zum auto­ma­ti­schen steu­er­li­chen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch. Diese Ver­­ein­­ba­rung sieht vor, dass Fin­an­z­in­s­ti­­tute zum 31.12.2015 den Alt­be­­stand ihrer Kon­­ten erfas­­sen und ab 1.1.2016 bei Neu­kun­­den die steu­er­­li­che Ansäs­­si­g­keit fest­s­­tel­­len müs­­sen. Der erste auto­­ma­­ti­­sche Infor­­ma­­ti­on­s­aus­­tausch von Daten erfolgte im Sep­­tem­ber 2017. Die aus­­zu­­tau­­schen­­den Infor­­ma­­ti­o­­nen umfas­­sen dabei u. a. Kon­to­­sal­­den, die wir­t­­schaf­t­­lich Berech­­ti­g­­ten sowie Zin­­sen, Divi­­den­­den und Ver­­äu­­ße­rungs­­­ge­winne aus Finan­z­wer­­ten.

Auslandskonten im Fokus© Unsplash

Wie ver­schie­de­nen Pres­se­mit­tei­lun­gen zu ent­neh­men ist, sich­tet die Finanz­ver­wal­tung nun die auf­grund die­ses Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs gene­rier­ten Daten­sätze. Mit einer Soft­ware kön­nen die Daten gefil­tert und ent­sp­re­chend der Steue­ri­den­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer den rich­ti­gen Per­so­nen zuge­ord­net wer­den. Ansch­lie­ßend erfolgt ein Abg­leich mit den Steu­er­ak­ten. Ergibt sich aus dem Abg­leich, dass die Infor­ma­tio­nen aus dem Aus­land bis­her nicht in der Steue­r­er­klär­ung offen­ge­legt wur­den, wird die Finanz­ver­wal­tung den betref­fen­den Steu­erpf­lich­ti­gen auf­for­dern, die ent­sp­re­chen­den Beträge nach­zu­er­klä­ren oder eine Steue­r­er­klär­ung abzu­ge­ben. Dabei soll auch auf die Mög­lich­keit einer straf­be­f­rei­en­den Selb­st­an­zeige hin­ge­wie­sen wer­den.

Hin­weis

Grund­sätz­lich kann eine Selb­st­an­zeige nur so lange wirk­sam abge­ge­ben wer­den, wie die Steu­er­straf­tat noch nicht ent­deckt ist. Im Falle eines aus­drück­li­chen Hin­wei­ses auf die Mög­lich­keit zur Selb­st­an­zeige, kann diese auch noch abge­ge­ben wer­den, wenn der Brief des Finanzamts bereits vor­liegt. Da die Zusam­men­stel­lung der erfor­der­li­chen Unter­la­gen aber Zeit in Anspruch nimmt, sollte zeit­nah rea­giert wer­den. Ansons­ten ist zu befürch­ten, dass die Finanz­be­hör­den von einer Tat­ent­de­ckung aus­ge­hen. Dann wäre eine Selb­st­an­zeige unwirk­sam.

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