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Rechtsberatung

Abfrage und Speicherung des Impfstatus durch den Arbeitgeber

Der Ar­beit­ge­ber wird ver­pflich­tet, durch Nach­weis­kon­trol­len zu über­wa­chen und zu do­ku­men­tie­ren, ob Ar­beit­neh­mer die 3G-Re­geln erfüllen. Dazu darf der Ar­beit­ge­ber die er­for­der­li­chen Da­ten ver­ar­bei­ten.

Bis­lang war es Ar­beit­ge­bern re­gelmäßig ver­wehrt, den Impf- oder Ge­ne­se­nen­sta­tus ih­rer Ar­beit­neh­mer ab­zu­fra­gen. Letzt­lich er­langte der Ar­beit­ge­ber re­gelmäßig nur über Er­kran­kun­gen mit dem Corona-Vi­rus Kennt­nis, da dies zur Nach­ver­fol­gung et­wai­ger Kon­takt­per­so­nen er­for­der­lich war.

Mit dem Ge­setz zur Ände­rung des In­fek­ti­ons­schutz­ge­set­zes und wei­te­rer Ge­setze anläss­lich der Auf­he­bung der Fest­stel­lung der epi­de­mi­schen Lage von na­tio­na­ler Trag­weite, das am 18.11.2021 den Bun­des­tag und am 19.11.2021 den Bun­des­rat pas­sierte, wird letzt­lich die Ab­frage und Spei­che­rung des Impf­sta­tus durch den Ar­beit­ge­ber Not­wen­dig­keit, um die Ein­hal­tung der sog. 3G-Re­geln am Ar­beits­platz Rech­nung tra­gen zu können. Das Ge­setz wurde am 23.11.2021 im Bun­des­ge­setz­blatt veröff­ent­licht (BGBl. I 2021, S. 4906).

Kon­kret sind die Ar­beit­ge­ber da­mit ver­pflich­tet, Ar­beit­neh­mern, bei de­nen phy­si­sche Kon­takte mit an­de­ren am Ar­beits­platz nicht aus­ge­schlos­sen wer­den können, den Zu­tritt zum Be­trieb nur dann zu gewähren, wenn sie ge­impft, ge­ne­sen oder ge­tes­tet sind. Der Ar­beit­ge­ber hat so­mit zu kon­trol­lie­ren, ob seine Ar­beit­neh­mer ent­spre­chende Nach­weise vor­le­gen können und dies auch zu do­ku­men­tie­ren.

So­weit es zur Erfüllung die­ser neuen Kon­troll- und Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht er­for­der­lich ist, darf der Ar­beit­ge­ber ex­pli­zit per­so­nen­be­zo­gene Da­ten und Da­ten zum Impf-, sog. Sero- und Test­sta­tus sei­ner Ar­beit­neh­mer ver­ar­bei­ten. Die so ge­won­nen Da­ten dürfen auch zur An­pas­sung des be­trieb­li­chen Hy­gie­ne­kon­zepts ver­wen­det wer­den. Spätes­tens nach sechs Mo­na­ten sind die er­ho­be­nen und ver­ar­bei­te­ten Da­ten je­doch wie­der zu löschen.

Zu be­ach­ten sind die neuen Pflich­ten des Ar­beit­ge­bers ab dem Tag nach der Verkündung des Ge­set­zes, so­mit ab Mitt­woch, 24.11.2021, zu be­ach­ten.

Hin­weis: Da es sich um be­son­ders sen­si­ble per­so­nen­be­zo­gene Da­ten der Ar­beit­neh­mer han­delt, ist dem Ar­beit­ge­ber drin­gend an­zu­ra­ten diese si­cher auf­zu­be­wah­ren. Zu­dem sollte der Ar­beit­ge­ber einen Pro­zess vor­se­hen, wie si­cher­ge­stellt wer­den kann, dass die er­ho­be­nen Da­ten zum be­ste­hen­den Impf­schutz bzw. Ge­ne­se­nen­sta­tus nicht länger als sechs Mo­nate ge­spei­chert wer­den und nach Ab­lauf der Frist eine er­neute Er­he­bung des je­wei­li­gen Sta­tus des ein­zel­nen Ar­beit­neh­mers er­folgt. Bei ta­ges­ak­tu­ell mit An­ti­gen­test bzw. mit einem vor nicht mehr als 48 Stun­den durch­geführ­ten PCR-Test wird oh­ne­hin er­for­der­lich sein, täglich bzw. ent­spre­chend alle zwei Tage den Test­sta­tus des Ar­beit­neh­mers ab­zu­fra­gen und zu do­ku­men­tie­ren. Aber auch hier ist er­for­der­lich, dass die je­wei­lige Da­ten­spei­che­rung nach sechs Mo­na­ten en­det.

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