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Kein Bankeinlagengeschäft durch Gesellschafterdarlehen

Nach­dem auf Grund von Ver­laut­ba­run­gen der Ba­Fin zunächst in der Pra­xis Un­si­cher­heit be­stand, ob Dar­le­hen, die ein Ge­sell­schaf­ter sei­ner Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaft gewährt, als Bank­ein­la­gen­ge­schäft an­zu­se­hen sind, gibt die Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (Ba­Fin) hier nun Ent­war­nung. Laut einem Merk­blatt vom 11.3.2014 ist grundsätz­lich nicht von einem er­laub­nis­pflich­ti­gen Bank­ein­la­gen­ge­schäft aus­zu­ge­hen.

In sei­nem Merk­blatt vom 4.8.2011 stufte die Ba­Fin Ge­sell­schaf­ter­dar­le­hen, ste­hen­ge­las­sene Ge­winne und Beträge auf Ver­rech­nungs­kon­ten von Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten noch als Bank­ein­la­gen­ge­schäft im Sinne des § 1 KWG ein. Da­durch wurde in der Pra­xis we­gen der weit­rei­chen­den Fol­gen, wie etwa der erhöhten Haf­tung der Ge­schäftsführer und der Pflich­ten zur Erfüllung ban­ken­auf­sichts­recht­li­cher Vor­ga­ben, große Un­si­cher­heit aus­gelöst. Mit einem ak­tu­el­len Merk­blatt vom 11.3.2014 schließt sich die Ba­Fin der vom IDW mehr­mals vor­ge­tra­ge­nen Auf­fas­sung an und stellt nun klar, dass Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten im Zu­sam­men­hang mit Ge­sell­schaf­ter­dar­le­hens­kon­ten grundsätz­lich kein er­laub­nis­pflich­ti­ges Bank­ein­la­gen­ge­schäft be­trei­ben. Bei Gut­ha­ben auf Ge­sell­schaf­ter­dar­le­hens­kon­ten fehle es an einem we­sent­li­chen Merk­mal für ein Bank­ein­la­gen­ge­schäft. Die­ses er­for­dere die An­nahme un­be­dingt rück­zahl­ba­rer Gelder des Pu­bli­kums. Die Ba­Fin sieht je­doch die Un­be­dingt­heit des Rück­zah­lungs­an­spruchs bei Gut­ha­ben auf Ge­sell­schaf­ter­dar­le­hens­kon­ten nicht als ge­ge­ben an.

Bei ei­ner sog. Pu­bli­kums-KG ist nach Auf­fas­sung der Ba­Fin hin­ge­gen eine an­dere Sicht­weise an­ge­zeigt. Dort seien im Fall der Geldüber­las­sung durch die an­ge­wor­be­nen Kom­man­di­tis­ten in der Re­gel bank­auf­sichts­recht­lich un­be­dingt rück­zahl­bare Gelder an­zu­neh­men.

Vgl. hierzu auch die auf der Home­page des IDW (www.idw.de) ab­ruf­bare Pres­se­mit­tei­lung vom 11.3.2014 so­wie dort an­ge­ge­bene wei­terführende Hin­weise.

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