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EMIR: Meldebeginne am 12.2.2014 und ESMA-Auslegung zum Backloading

Mit der Ver­ord­nung über OTC-Deri­vate, zen­trale Gegen­par­teien und Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter vom 16. August 2012 (EMIR) sind die auf­sichts­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für OTC-Deri­vate neu gere­gelt. Adres­siert wer­den in den EMIR nicht nur die Fin­anz­un­ter­neh­men, son­dern auch alle Indu­s­trie­un­ter­neh­men, soweit sich diese im OTC-Deri­va­te­ge­schäft enga­gie­ren.

Lange Zeit war unklar, ab wann die verpf­lich­te­ten Unter­neh­men ihren Mel­depf­lich­ten nach Art. 9 EMIR nach­kom­men müs­sen. Die euro­päi­sche Behörde für Wert­pa­pier­auf­sicht ESMA gab nun mit Wir­kung zum 14. Novem­ber 2013 die ers­ten zuge­las­se­nen Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter bekannt, so dass die Mel­depf­lich­ten für Deri­vat­ge­schäfte ab dem 12. Februar 2014 zu erfül­len sind.

Hin­weis

Täg­lich mel­depf­lich­tig sind damit ab dem 12. Februar 2014 sämt­li­che Arten von Deri­va­te­kon­trak­ten (mit Drit­ten aber auch grup­pen­in­terne Geschäfte), die ein Unter­neh­men ab die­sem Zeit­punkt abge­sch­los­sen, geän­dert oder been­det hat. Zudem wer­den rück­wir­kende  Nach­mel­dun­gen des Bestands aller Deri­vate (sog. Back­loa­ding) erfor­der­lich.

Am 20. Dezem­ber 2013 hat die ESMA in ihrem Ques­ti­ons and Ans­wers-Doku­ment zu EMIR auf bis­lang im Markt und von den natio­na­len Auf­sichts­bör­den anders ver­stan­de­nen Über­gangs­re­ge­lun­gen zur Nach­mel­dung (Art. 5 Nr. 3 und 2 EU-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung Nr. 1247/2012) rea­giert und klar­ge­s­tellt, dass für Geschäfte die nach dem 16. August 2012 gesch­los­sen wur­den und zum Mel­de­be­ginn am 12. Februar 2014 noch schwe­bend sind, eine Mel­depf­licht unmit­tel­bar am 12. Februar 2014 gilt. Bis­lang war für diese Geschäfte eine Nach­mel­de­frist von 90 Tagen, ana­log der Geschäfte die vor dem 16. August 2012 gesch­los­sen wur­den, ange­nom­men wor­den.

Repor­ting-Über­sicht nach EMIR:

Die Unter­neh­men kön­nen mit ent­sp­re­chen­der Regi­s­trie­rung die Mel­dun­gen selbst abge­ben. Hierzu ist eine Anmel­dung beim WM-Daten­ser­vice als aner­kannte Ver­ga­be­s­telle für die erfor­der­li­che Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (LEI = Legal Entity Iden­ti­fier) erfor­der­lich. Da der dies­be­züg­li­che Stan­dard der­zeit inter­na­tio­nal noch erar­bei­tet wird, wer­den dann Pre-LEI ver­ge­ben, die mit Ein­füh­rung des end­gül­ti­gen LEI-Sys­tems in die eigent­li­che LEI über­führt wer­den. Die gro­ßen Bank­häu­ser/Haus­ban­ken bauen jedoch aktu­ell mit Hoch­druck Dienst­lei­tun­gen auf, um das Mel­de­we­sen für ihre Unter­neh­mens­kun­den mit zu über­neh­men. Dabei wird sich die Dienst­leis­tung in der Regel aber auf die Geschäfte beschrän­ken, bei denen die Ban­ken Gegen­par­tei sind.

Hin­weis

Sofern ein Unter­neh­men nicht über ein eige­nes Trea­sury zur Erfül­lung der Mel­depf­lich­ten ver­fügt, soll­ten die Aus­la­ge­rungs­mög­lich­kei­ten kurz­fris­tig mit den Haus­ban­ken abge­stimmt und ver­ein­bart wer­den. Aber auch wenn das Mel­de­we­sen ver­trag­lich aus­ge­la­gert wird, ver­b­leibt die Ver­ant­wor­tung für ihre Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit beim Mel­de­verpf­lich­te­ten selbst.

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