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Bundestag nimmt voraussichtlich geplante Verschärfung bei den Betriebsveranstaltungen zurück

Unternehmen dürfen voraussichtlich weiterhin die Weihnachtsfeier in der Abteilung oder ein Fest zu Ehren der Betriebsjubilare steuerfrei abrechnen. Der Finanzausschuss des Bundestages sprach sich gestern gegen Pläne der Regierung aus, solche Anlässe nicht mehr als steuerbegünstigte Betriebsveranstaltungen einzustufen. Betriebsfeiern wären nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf des Jahressteuergesetzes 2015 nur noch dann steuerbegünstigt gewesen, wenn alle Mitarbeiter eines Betriebs dazu eingeladen sind. Allerdings sollte die Abteilung nicht zu klein sein, sondern im Betrieb einige Bedeutung und Größe haben. Sofern der Bundesrat in gut zwei Wochen zustimmt, ist diese geplante Verschärfung vom Tisch.

Ändern wird sich aller­dings der Betrag, den der Arbeit­ge­ber für sol­che gemein­sa­men Betriebs­ver­an­stal­tun­gen steu­er­f­rei belas­sen kön­nen. Es bleibt zwar dabei, dass Unter­neh­men für zwei Ver­an­stal­tun­gen pro Jahr bis zu 110 Euro pro Ver­an­stal­tung und Mit­ar­bei­ter steu­er­f­rei aus­ge­ben dür­fen. Doch soll die­ser Betrag künf­tig als sog. Frei­be­trag und nicht mehr als Frei­g­renze aus­ge­stal­tet sein. Das bedeu­tet, dass bei Über­s­tei­gen von 110 Euro nur der dar­über hin­aus­ge­hende Betrag steu­erpf­lich­tig ist.

Anders als bis­her wer­den in die­sen Betrag sämt­li­che Kos­ten wie Bus­fahr­ten, Raum­mie­ten und Unter­hal­tung­s­pro­gramm ein­ge­rech­net. Auch Aus­ga­ben für mit­fei­ernde Ange­hö­rige zäh­len künf­tig mit. Unter­neh­men wer­den ange­sichts des wei­ter­ge­zo­ge­nen Krei­ses der ein­zu­rech­nen­den Auf­wen­dun­gen jetzt genau kal­ku­lie­ren. Aller­dings wird auf­grund der vor­ge­schla­ge­nen Modi­fi­ka­tion durch den Finanz­aus­schuss das Über­sch­rei­ten der 110 Euro-Marke an Bri­sanz ver­lie­ren, da nur der 110-Euro über­s­tei­gende Betrag pro Mit­ar­bei­ter als Arbeits­lohn ver­steu­ern ist.

Unter­neh­men müs­sen damit rech­nen, dass der Fis­kus bei Betriebs­prü­fun­gen künf­tig sehr genau nach­rech­net, wie hoch die tat­säch­li­chen Kos­ten von Betriebs­ver­an­stal­tun­gen waren.

Lie­gen die Kos­ten über dem Frei­be­trag oder erkennt das Finanz­amt die Betriebs­ver­an­stal­tung nicht als steu­er­be­güns­tigt an, stellt dies für die Arbeit­neh­mer lohn­steu­erpf­lich­ti­ger Arbeits­lohn dar. Der Arbeit­ge­ber kann die­sen pau­schal mit 25 Pro­zent Lohn­steuer plus­So­li­da­ri­täts­zu­schlag sowie Kir­chen­steuer ver­steu­ern.

Nicht geän­dert wurde die zuläs­sige Anzahl der Betriebs­ver­an­stal­tun­gen: Wie bis­her dür­fen Unter­neh­men bis zu zwei­mal jähr­lich ein­la­den.

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