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Wirtschaftsprüfung

IFRS Interpretations Committee zu einem Sale and Lease Back-Fall

Das IFRS Interpretations Committee geht darauf ein, wie ein Sale and Lease Back-Fall nach IFRS-Vorgaben abzubilden ist.

Am 15.9.2020 hat das IFRS Inter­pre­ta­ti­ons Com­mit­tee zu einem Sale and Lease Back-Fall Stel­lung genom­men. Bei die­sem Fall hatte ein Unter­neh­men eine Betei­li­gung von 100 % an einem Toch­ter­un­ter­neh­men. Das Toch­ter­un­ter­neh­men hielt nur eine Immo­bi­lie und war daher kein Busi­ness im Sinne des IFRS 3. Das Mut­ter­un­ter­neh­men hatte alle Anteile an dem Toch­ter­un­ter­neh­men zu markt­ge­rech­ten Kon­di­tio­nen ver­äu­ßert. Gleich­zei­tig sch­loss es einen Miet­ver­trag über die Immo­bi­lie ab. Die Miet-/Lea­sing­zah­lun­gen waren zu mark­ge­rech­ten Kon­di­tio­nen fest­ge­legt. Die Über­tra­gung der Immo­bi­lie fiel in den Anwen­dungs­be­reich des IFRS 15 Umsätze aus Ver­trä­gen mit Kun­den. Im Kon­zern­ab­schluss des Unter­neh­mens ist ein Buch­ge­winn aus der Ver­äu­ße­rung ent­stan­den.

Das IFRS Inter­pre­ta­ti­ons Com­mit­tee wurde gefragt, ob das Unter­neh­men in sei­nem Kon­zern­ab­schluss die Sale and Lease Back-Trans­ak­tion nach IFRS 10 (100 % Buch­ge­winn) oder nach IFRS 16 abzu­bil­den hätte mit der Folge, dass der Buch­ge­winn nur antei­lig in Höhe der Rechte, die auf einen Drit­ten (den Käu­fer) über­tra­gen wur­den, bilan­ziert wer­den darf.

Das IFRS Inter­pre­ta­ti­ons Com­mit­tee ent­schied, dass das Unter­neh­men durch den Ver­lust der Kon­trolle an dem Toch­ter­un­ter­neh­men die Immo­bi­lie aus- und den erhal­te­nen Kauf­preis ein­zu­bu­chen hat. Das ver­b­lei­bende Nut­zungs­recht an der Immo­bi­lie ist zu des­sen antei­li­gem Buch­wert mit ent­sp­re­chen­der Berück­sich­ti­gung einer Lea­sing­ver­bind­lich­keit zum Bar­wert der Lea­sing­zah­lun­gen zu berück­sich­ti­gen. Der Gewinn wird dadurch im Ergeb­nis nur in Höhe des Anteils an den auf den Drit­ten über­tra­ge­nen Rech­ten aus­ge­wie­sen.

Bei einem bei­zu­le­gen­den Zeit­wert der Immo­bi­lie von EUR 800 und einem Buch­wert von EUR 500 sowie einem Bar­wert der Lea­sing­zah­lun­gen von EUR 600 ist daher zunächst die Immo­bi­lie in Höhe von EUR 500 und gleich­zei­tig eine For­de­rung von EUR 800 zu bilan­zie­ren. Gleich­zei­tig ist ein Nut­zungs­recht von EUR (600 : 800 x 500 =) 375 und eine Lea­sing­ver­bind­lich­keit von EUR 600 anzu­set­zen. Als Resul­tie­rende ergibt sich dann ein Gewinn von EUR (800 - 500 + 375 - 600=) 75, der dem abge­hen­den Anteil am Nut­zungs­recht der Immo­bi­lie ent­spricht.

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