de en
Nexia Ebner Stolz

Branchen

Fondsaktiengewinn: Berücksichtigung von Options- und Termingeschäften

Das BMF fordert den Einbezug von bestimmten Options- und Termingeschäften in die Aktiengewinnberechnung nach § 8 InvStG a.F.

Nach Vor­ab­stim­mung mit den Ver­bän­den erging am 17.11.2020 ein BMF-Sch­rei­ben, das basie­rend auf dem rechts­kräf­ti­gen Urteil des FG Nie­der­sach­sen vom 6.7.2017 (Az. 6 K 150/16) den Ein­be­zug von Ver­lus­ten und Gewin­nen eines Invest­ment­fonds aus Opti­ons- und Ter­min­ge­schäf­ten in den Fonds­ak­ti­en­ge­winn for­dert, wenn die Opti­ons- und Ter­min­ge­schäfte und die Akti­en­ge­schäfte in ihren Teil­schrit­ten sowohl nach den tat­säch­li­chen Abläu­fen als auch nach der Anla­ge­pla­nung des Invest­ment­fonds kon­zep­tio­nell auf­ein­an­der abge­stimmt sind und sich wech­sel­sei­tig bedin­gen. Dies gilt auch, wenn die Opti­ons- und Ter­min­ge­schäfte in Bezug auf Akti­en­gat­tun­gen oder Akti­en­körbe bzw. Aktien­in­di­zes abge­sch­los­sen wer­den. Mit Hilfe der kon­zep­tio­nel­len Kom­bi­na­tion von Aktien- und Ter­min­ge­schäf­ten war es näm­lich mög­lich, einen i. d. R. posi­ti­ven Akti­en­ge­winn zu erzie­len, da Ver­luste (ebenso wie Gewinne) aus Ter­min­ge­schäf­ten nicht im Akti­en­ge­winn zu berück­sich­ti­gen waren. Dies ist ab dem 1.1.2018 nicht mehr mög­lich, da bei kon­zep­tio­nel­ler Gestal­tung ent­sp­re­chende Ver­luste aus Finanz­de­ri­va­ten die Akti­en­ge­winne auf Fonds­e­bene min­dern (§ 39 Abs. 3, § 48 Abs. 4 Satz 2 InvStG).

Soweit sich sol­che Gestal­tun­gen auf Ebene des Anle­gers bereits in einer Steue­r­er­klär­ung aus­ge­wirkt haben (z. B. durch Ver­äu­ße­rung der Fon­d­an­teile oder Aus­schüt­tung der Akti­en­ge­winne), sind o. g. Grund­sätze zu berück­sich­ti­gen und ggf. ist die Steue­r­er­klär­ung nach § 153 AO zu berich­ti­gen. Die Finanz­ver­wal­tung ver­tritt die Auf­fas­sung, dass ein sol­ches Gestal­tungs­mo­dell ohne­hin hätte offen­ge­legt wer­den müs­sen, weil der Anle­ger mit der Nichta­n­er­ken­nung hätte rech­nen müs­sen.

Anle­ger soll­ten daher im Detail und zeit­nah ana­ly­sie­ren, ob sie eine sol­che Berich­ti­gungs­verpf­lich­tung trifft. Die vom BMF for­mu­lier­ten Grund­sätze soll­ten Anle­ger auch bei der Ermitt­lung des besitz­zei­t­an­tei­li­gen Anle­ger-Akti­en­ge­winns im Rah­men der Ermitt­lung des fik­ti­ven Ver­äu­ße­rungs­ge­winns von Fond­s­an­tei­len zum 31.12.2017 berück­sich­ti­gen.

Kapi­tal­ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten soll­ten sich mit ihren insti­tu­tio­nel­len Anle­gern abstim­men, inwie­weit eine Kor­rek­tur bereits ermit­tel­ter Fonds-Akti­en­ge­winne bis zum 31.12.2017 not­wen­dig wird.

nach oben