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Getrennte Steuerwege bei Goldinvestments

Auf schwankende Rohstoffpreise lässt sich mit wenig Kapitaleinsatz setzen. Je nach Produkt gelten unterschiedliche Steuerregeln.

Bei einem Invest­ment in Gold oder andere Roh­stoffe als Schutz vor Infla­tion und den der­zei­ti­gen Finanz­kri­sen welt­weit müs­sen Anle­ger nicht immer die Regeln der Abgel­tung­steuer beach­ten. So gilt für den Besitz von Bar­ren oder Mün­zen die ein­jäh­rige Spe­ku­la­ti­ons­frist und der Gewinn ist ansch­lie­ßend steu­er­f­rei. Anders sieht es hin­ge­gen bei Zer­ti­fi­ka­ten oder Anlei­hen mit Bezug auf Edel­me­talle aus; diese wer­den wie nor­male Wert­pa­piere behan­delt. Inso­weit müs­sen Anle­ger also unter­schied­li­che Vor­schrif­ten beach­ten, sowohl im Gewinn- als auch im Ver­lust­fall. Dar­auf weist die Kanz­lei Ebner Stolz Mön­ning Bachem aus Stutt­gart hin.

Das Finanz­amt inter­es­siert sich gene­rell für rea­li­sierte Gewinne aus Wert­pa­pie­ren, wäh­rend dies bei sons­ti­gen Wirt­schafts­gü­tern wie Gold­bar­ren oder Sil­ber­mün­zen nur inn­er­halb der ein­jäh­ri­gen Hal­te­frist der Fall ist. Doch das erscheint nur auf den ers­ten Blick ein­fach, denn es sind viele Beson­der­hei­ten im Detail zu beach­ten. Steu­er­f­rei­heit nach einem Jahr bedeu­tet näm­lich auch, dass spä­ter rea­li­sierte Ver­luste steu­er­lich nicht mehr zäh­len, wäh­rend das bei einem Minus mit Wert­pa­pie­ren zeit­lich unbe­g­renzt gelingt.

„Aus Steu­er­sicht sind Aktien die ungüns­tigste Alter­na­ti­ve“, erläu­tert Steu­er­be­ra­te­rin Manuela Wän­ger von Ebner Stolz Mön­ning Bachem. Wer jetzt auf Min­en­ge­sell­schaf­ten setzt, muss von sei­nem Gewinn stets ein Vier­tel an den Fis­kus abge­ben. Rea­li­sierte Ver­luste hin­ge­gen dür­fen nicht mit Kapi­ta­l­ein­nah­men wie Zin­sen, Divi­den­den oder Gewin­nen aus ande­ren Wert­pa­pier­ar­ten ver­rech­net wer­den. Sie dür­fen nur das Kurs­plus aus ande­ren Aktien aus­g­lei­chen.

Etwas güns­ti­ger sieht es bei Invest­ment­fonds aus, die in Minen­ak­tien inves­tie­ren. Die Ver­luste aus den Fonds las­sen sich mit allen ande­ren Kapi­ta­l­ein­nah­men ver­rech­nen. Sofern der Fonds Gewinne ein­fährt, löst das erst ein­mal keine Steuer aus. „Dies führt zu einem Stun­dung­s­ef­fekt, denn die Fonds­ge­sell­schaft kann den Ver­kauf­s­er­lös brutto rein­ves­tie­ren“, so die Exper­tin. Erst wenn der Spa­rer seine Anteile ver­kauft, greift die Abgel­tung­steuer auf die auf­ge­lau­fe­nen Gewinne seit dem Kauf zu. Die glei­chen Regeln gel­ten für Exchange Tra­ded Funds (ETFs), die ledig­lich gerin­gere Gebüh­ren und kei­nen Aus­ga­be­auf­schlag ver­lan­gen.

Auch mit Gold­an­lei­hen, die einen Anspruch auf die Lie­fe­rung des Edel­me­talls bie­ten und damit den Vor­teil, dass beim Anle­ger keine Trans­port-, Lager- und Ver­si­che­rungs­kos­ten wie beim Erwerb von phy­si­schem Gold anfal­len, kom­men Anle­ger nicht um die Abgel­tung­steuer herum. Denn nach einem Erlass des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums unter­lie­gen Gewinne aus Inha­ber­schuld­ver­sch­rei­bun­gen der Abgel­tung­steuer, die einen Lie­fer­an­spruch auf einen Roh­stoff ver­brie­fen und etwa durch Gold in phy­si­sche Form gedeckt sind. Dafür zäh­len Ver­luste aber auch außer­halb der Jah­res­frist und sind mit Zin­sen oder Divi­den­den ver­re­chen­bar.

Mit dem effek­ti­ven Besitz wer­ben auch reine Gold­fonds. Diese wer­den aber laut Gesetz in Deut­sch­land nicht zuge­las­sen, daher wer­den sie in der Schweiz auf­ge­legt. Hier gibt es der­zeit noch steu­er­li­che Unge­wiss­heit, auf diese wei­sen auch die Emis­si­on­s­pro­spekte hin. Es könnte sich um so genannte intran­s­pa­rente Invest­ment­fonds han­deln, die dann unab­hän­gig vom tat­säch­li­chen Ertrag pau­schal mit hohen Steu­ern belegt wer­den. Alter­na­tiv wür­den sie wie gesch­los­sene ver­mö­gens­ver­wal­tende Fonds behan­delt, indem der ein­zelne Anle­ger antei­lig am gesam­ten Gold­ver­mö­gen betei­ligt ist. Das hätte den Vor­teil, dass die ein­jäh­rige Spe­ku­la­ti­ons­frist gilt und ansch­lie­ßend rea­li­sierte Gewinne steu­er­f­rei blei­ben.

Doch um dies zu errei­chen, müs­sen Spa­rer gar keine Umwege gehen. Denn beim direk­ten Erwerb von Gold­mün­zen oder -bar­ren gilt ohne Unge­wiss­heit die Spe­ku­la­ti­ons­frist. „Zudem las­sen sich diese offi­zi­el­len Zah­lungs­mit­tel leicht wie­der zu Geld machen“, resü­miert die Steu­er­be­ra­te­rin.

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